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  • 1. Rang

    Animation

    Landschaftsarchitekten
    arbos Freiraumplanung GmbH, Hamburg (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Günter Greis, Modellbau : Jörgen Thiel

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Stölken Schmidt Architekten BDA, Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Der Platz

    Das bestehenden Kirchengebäude wird auf einer ordnenden Platzfläche positioniert. Durch die arrondierenden Neubauten erhält diese eine räumliche Fassung und wird gleichsam zum neuen Aktionsraum. Die mittige Lage des Kirchenschiffs schafft Bereiche mit unterschiedlichem Charakter und Aufenthaltsqualitäten.

    Östlich des Turms entsteht eine quadratische Platzfläche mit unmittelbarem Bezug auf das Gemeindehaus. Der vielfältig mit Gemeindaktivitäten bespielbare Bereich wird von dem als Kirchencafe nutzbaren Foyer und dem Erschließungsbereich des Gemeindehauses eingefasst. Die Küche, als Ort der Kommunikation ist ebenfalls, versehen mit einer nach außen orientierten Speiseausgabe zum Platz orientiert.

    Zwischen dem Apartmenthaus und dem Kirchenportal entsteht ein kleinstädtischer ´Marktplatz´ mit der Möglichkeit zum Verweilen aber auch als Vorfahrt für die Kirche. Selbstverständlich führt der Zugang zum Kindergarten ebenfalls über den Platz und bietet eine lebendige Bespielung. Mit dem Ersatz der alten Sakristei durch einen neuen Andachtsraum erhält der nördliche Platzbereich eine maßstäblich angemessene Akzentuierung und der Anbau der Kirche ein neues Erscheinungsbild.
    Unterhalb der Auskragung des Wohnbaukörpers wird die offene Zuwegung zur Tiefgarage positioniert, so dass die Besucher der Kirchengemeinde den Platz fußläufig queren und zu seiner Belebung ebenfalls beitragen.
    Durch die im westlichen Grundstücksteil gelegene Tiefgaragenzufahrt kann die Platzfläche gänzlich von PKW-Verkehr frei gehalten werden.


    Der Garten

    So konsequent wie sich die Neubauten an der Platzkante orientieren, so konsequent erstrecken sie sich flügelartig in das arrondierende Gelände und bilden unterschiedliche Räum im Übergang zum öffentlichen, wie auch angrenzendem privaten Raum. Während sich die lebendige Bespielung zur Platzfläche orientiert, bilden die privaten Wohnbereiche den Übergang zur ruhigen Gartenzone, die dann folgerichtig in die nachbarlichen Grünbereiche übergeht.

    Im südlichen Grundstücksteil wird der flache Grenzbewuchs gänzlich entfernt und auf diese Weise der Anger in die Ensemblewirkung einbezogen.

    Durch die gewonnene Transparenz erhält der Kirchenbau eine neue stadträumliche Präsenz. Diese wird zusätzlich gestärkt durch die Offenheit des neuen Gemeindehauses, die das Gemeindeleben nach außen erlebbar macht.


    Das Gemeindeleben

    Die Konzeption des Gemeindehauses wird abgeleitet aus den vorhandenen räumlichen Potentialen, unterschiedlichen atmosphärischen Prägungen und aus funktionalen Zusammenhängen.
    Das Kirchenschiff verbleibt als prägender Solitär und wird flankiert durch einen kompakten, neuen Baukörper und den bestehenden Turm, so dass ein lebendiges Ensemble entsteht. Die Anbindung erfolgt über eine transparente, eingeschossige Klammer. Diese wird konsequent entlang dem Hauptschiff bis an die Westfront fortgesetzt. Das Portal bleibt in seiner Konzeption unverändert, erhält jedoch durch den gewonnenen Einblick in das moderne Foyer eine neue Belebung.
    Eine breite Foyerzone, die gleichsam als Erweiterung des Kirchenvolumens dienen kann, kann nur unter Aufgabe vorhandenen seitlichen Kirchenanbauten erfolgen. Eine ´kleine Lösung´ unter Erhalt der vollständigen Südfront wird ebenfalls im Plan aufgezeigt. Die Präferierung der richtigen Variante gilt es unter Abwägung tatsächlicher Kirchenbesucherzahlen, gemeindlichen Nutzungsideen für das neu hinzugewonnene Foyer und schließlich unter denkmalpflegerischen Belangen vorzunehmen.

    Der räumliche Zusammenhang von introvertiertem Kirchenschiff, nach außen orientiertem Foyer und dem vorgelagerten ´Außenraum´ bietet ein weites Spektrum erdgeschossiger Nutzungsmöglichkeiten. Vorstellbar ist es in der vorgeschlagenen Konzeption, die Foyerfläche als ein Gemeindeforum zu verstehen, welches wesentliche Aufgaben des gewünschten Gemeindesaales übernehmen kann. Folgerichtig werden im neuen Gemeindehaus die erforderlichen Ergänzungsnutzungen untergebracht. Dies ist einerseits der Küchenbereich als informeller Treffpunkt der ehrenamtlichen Gemeindemitarbeiter, darüber hinaus wird die räumliche Nähe der Amtszimmer und damit die alltägliche Präsenz der Pastoren im Erdgeschoss für wichtig erachtet.
    Die Gemeinderäume für thematisch geprägte Veranstaltungen, werden im Obergeschoss auf dem Niveau der Baumkronen mit weitem Blick in die Umgebung untergebracht. Weitere Gruppenräume sind im Gartengeschoss um einen Lichthof geordnet. Die Räume werden neutral ausgestattet und mit den erforderlichen Abstellmöglichkeiten ausgestattet, so dass mit Doppelnutzungen eine optimale Ausnutzung erreicht werden kann.


    Das Wohnen

    Auf eine nutzungsbezogenen Grundstückunterteilung wird verzichtet. Die Wohngebäude nehmen die Kirche in die Mitte und beziehen sich auf sie. Die Erschließung der Apartments erfolgt über verglaste Flurbereiche, die einen Wintergartencharakter mit Aufenthaltsqualität aufweisen. Je nach Vorliebe der Bewohner können östlich, westlich und südlich ausgerichtete Wohnungen angeboten werden.
    Das vorgeschlagene Erschließungskonzept kommt mit einem Treppenhaus und einer Aufzugsanlage aus. Andere Typologien, wie zum Beispiel Zweispänner wären bei der vorgeschlagenen Gebäudetiefe von 10,00m ebenfalls möglich.

    Die Pastorenwohnung wird mit großzügigen Terrassenflächen als Staffelgeschoss auf dem nördlichen Gebäudeflügel vorgeschlagen.


    Die Nachbarschaft

    Der Wohnbaukörper wurde sowohl in Bezug auf seine innere Organisation, wie auch in Bezug auf die nachbarliche Bebauung konzipiert. Auf eine Ausrichtung parallel zu westlichen Grundstücksgrenze wird verzichtet, um eine großzügigen Gartenfläche zum Nachbarn zu ermöglichen.
    Im Schattendiagramm kann nachgewiesen werden, dass mit der vorgeschlagenen Bebauung am Referenztag ab 10.00 Uhr morgens keine Verschattung mehr erfolgt und damit eine optimale Besonnung der westlichen Nachbargrundstücke gegeben ist.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.