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  • LU-6112 Junglinster
  • 07/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-11315)

Concours d'idées pour l'aménagement du centre de Junglinster


  • 1. Preis

    Perspektive Park und Wohnen

    Architekten
    WW+ architektur + management, Esch-sur-Alzette - Luxembourg (LU), Trier (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: wich architekten, München (DE)

    Erläuterungstext
    JONGmëttLËNSTER
    > Konzept
    .... von einem ,Platz’ zum anderen flanieren und würde in jedem Zwischenraum ein anderes Bild entdecken ....
    Die Stadtmitte ist seit jeher der Ort der Kommunikation und des öffentlichen Lebens. Belebte Wege, Promenaden, Plätze und Parkanlagen sind die Indikatoren eines intakten, geschäftigen und vitalen städtischen Treibens.
    Aufenthalt, Kontaktaufnahme und nicht zuletzt Konsum sind hierzu die
    wesentlichen Voraussetzungen.
    Aus diesem Grund stellt sich die Frage, welche Faktoren begünstigend für eine derartige Entwicklung sind, und wie diese im Rahmen der Gestaltung und Entwicklung des Stadtzentrums von Junglinster planerisch umgesetzt werden können.
    Demnach folgt unser Gestaltungsprinzip dem übergeordneten Entwurfsansatz als Reaktion auf die vorgefundene städtebauliche Gesamtsituation. Wir sehen darin die Chance, jedoch kein ‚must have’ einer gesamtstädtischen Weiterentwicklung.
    Das Grundgerüst des Konzeptes besteht aus einer Platzfolge die vom
    ’Kirchplatz’ im Norden über den ’Junglinster Platz’ und dem ’Kulturplatz’ in der jungen Mitte bis hin zum großen Festplatz am Centre d’intervention in der Zone commerciale Laangwiss reicht.
    Wesentlicher Bestandteil dieses Bandes ist die zur ’Stadtpromenade’
    umgebaute Rue Hiehl und der östlich angelagerte neue Stadtpark
    (’pocketpark’). Die Ernz Noire wird im Bereich dieser städtebaulichen Achse freigelegt, renaturiert und im Westen durch die Wasserpromenade begleitet.
    Ihr angelagert ist das neue Wohngebiet, das sich zwischen dem neuen,
    großzügigen ’Junglinster Platz’ im Zentrum und dem ebenfalls neuen
    ’Kulturplatz am Jugend- und Kulturzentrum im südlichen Bereich des
    Wettbewerbsgebiets aufspannt. Die beiden neuen Plätze bilden darüber
    hinaus Stationen eines ’Panorama’ - Rundweges, der die „jong Mëtt“ umgibt und westlich über Treppenanlagen in die Landschaft führt.
    Das Konzept „JONGmëttLËNSTER“ ermöglicht ein vielfältiges Angebot an
    Nutzungen für die junge Bevölkerung, die gemäß der Altersstruktur der
    Gemeinde verhältnismäßig stark vertreten ist.
    > Stadtplätze, Einheit mit 2 Atmosphären
    ‚Das Spiel des Wassers’ prägt den ’Junglinster Platz’ und ist die große
    Attraktion für die umgebende Gastronomie. Analog dem städtischen Treiben ist das Wasserspiel an bestimmten Tageszeiten ruhig und bedächtig (z.B. Wolke aus Wasserdampf), an anderen geschäftig und bewegt (z.B. Fontänen). Im Übergang und direkter Sichtbeziehung zur renaturierten Ernz Noire ist dies der Auftakt der neuen Wasserachse am Stadtpark.
    ‚Das grüne Dach’ besetzt die westliche Platzhälfte. Als kompaktes grünes Volumen steht es im Kontrast zur steinernen Oberfläche der neuen Mitte. Das Spiel von Licht und Schatten verändert die Textur des Stadtbodens, die Vegetation lässt das Spiel der Jahreszeiten spürbar werden. Im Schatten der Bäume sind vielfältige Sitz- und Aufenthaltsbereiche in direkter Nähe zum ’Spiel des Wassers’ angeordnet.
    Der ’Kulturplatz’ bildet den räumlichen Abschluss Stadt-/Wasserpromenade im Süden und ist Endpunkt und Auftakt des Stadtparks. Vielfältig bespielbar wird er zur Attraktion der Sommerabende, sei es durch die Aussengastronomie am
    Wasser oder Tribüne für städtische Ereignisse. Mit grosszügigem Ausblick über den grünen Stadtpark entsteht ein kultureller Treffpunkt im Herzen der Stadt, der abgerückt von der angrenzenden Wohnbebauung auch lärmintensivere Nutzungen zulässt.
    > Baustruktur, Nutzungen
    Der ’Junglinster-Platz’, wird gerahmt von einer Bebauung, die Geschäfte, gastronomische Nutzungen sowie Dienstleistungen vorsieht. Als Kopfgebäude und ’Leuchtturm’ soll ein Hotelneubau mittelfristig die bestehende Tankstelle ersetzen.
    Ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes ’JONGmëttLËNSTER’ ist die
    Schaffung von attraktivem und zeitgemäßem Wohnraum. Unter dem Motto: ’kompaktes Wohnen für junge Familien’ wird ein „start-up“ für diese Zielgruppe bereitgestellt, die sich die hohen Preise für Wohneigentum im Einzugsbereich der Hauptstadt nicht leisten können. Es werden zwei unterschiedliche Wohnformen angeboten.
    An der Rue de la Gare sollen 3-geschossige Appartementhäuser entstehen, die als Lärmschutz für die rückwärtig der Ernz Noire zugeordnete 2-geschossige Bebauung mit ihren angrenzenden Gärten fungieren. Entlang der Rue de la Gare bilden die Baukörper eine klare Flucht und fassen so als ’Gegenüber’ der Stadthäuser vis a vis der Strasse den Straßenraum mit neuer Baumallee.
    In Richtung Stadtpark reagiert die Außenerscheinung und
    Grundrissorganisation auf die Gunst der Lage. Balkone und Loggien schaffen differenzierte Übergänge und versetzte Raumkanten, mit klarer Ausrichtung zum Stadtpark werden hier die Wohnbereiche situiert und das Wohnen zum Grün organisiert. Die Wohnungen variieren zwischen zwei und fünf Zimmern.
    Die Stadthäuser sind als schmale, tiefe Einheiten konzipiert - Achsbreiten 6,5 und 5,0 x 15m – mit Zimmern zu beiden Frontseiten und einem Erschließungs- und Nebenraumkern in der Mittelzone. Oberlichter lenken gezielt Licht in diese Raumzone. Von allen Räumen gibt es Zugang zu einem Balkon bzw. zum privaten Eingangs- und Gartenhof im Erdgeschoss.
    Die Wohnanlage ist komplett unterkellert, wobei nur in einem Teilbereich
    Kellerräume untergebracht sind. Die restliche Fläche beansprucht die
    gemeinschaftliche Tiefgarage, die jeder Wohneinheit zwei PKW-Stellplätze bietet. Über den privaten Keller und eine zugeordnet Treppe gelangt man über einen eigenen Zugang direkt in die Wohnungen.
    Erschlossen werden beide Wohnformen direkt über Tiefgaragen. Entlang der Rue de la Gare und direkt am Prefalux - Gelände anschließend, soll es zudem zahlreiche freie Parkmöglichkeiten (z.B. für Besucher) geben.
    Ein offenes Entwässerungssystem (Rigolensystem) soll in diesem Bereich das Regenwasser zur Ernz Noire einleiten.
    Für die jungen Familien soll in diesem Gebiet zudem eine Crèche entstehen.
    Das Gebäude am ’Kulturplatz’ beinhaltet das Jugend- und Kulturhaus sowie ein Weiterbildungszentrum. Östlich davon schließt sich eine kleine Gewerbeeinheit mit zugeordnetem Wohnen an und bildet den Abschluss und zugleich Übergang zum angrenzenden Stadtgebiet.
    > Grün
    Der Wegfall des bestehenden Grünbereiches mit Spielplatz wird durch den zwischen den neuen Plätzen aufgespannten Stadtpark kompensiert. Entlang des offen gelegten und renaturierten Bachlaufs ist ein neuer Spielplatz vorgesehen. 2 Brücken werden den Grünbereich mit dem angrenzenden Wohngebiet und dem erweiterten Stadtgebiet verbinden. Auf der Parkseite der Ernz Noire laden Steinquader zum Sonnen, Verweilen und Genießen ein; Wiesenflächen bieten Platz für individuelles Spielen. Ein Band aus Bäumen von unterschiedlichem Habitus und Charakter (kleines Arboretum) schafft einen
    grünen Rahmen vis a vis des neuen Wohnquartiers. Aufenthaltsbereiche im Schatten des Baumhaines oder auf sonnigen Wiesenflächen, am und im Wasser sowie gastronomische Einrichtungen an den Randbereichen der kleinen Parkanlage runden das vielfältige und abwechslungsreiche Nutzungsgeflecht der neuen, grünen Mitte von Junglinster ab.
    Das Wohnquartier, durchgrünt mit vorwiegend blühenden Obstgehölzen, ist das Pendant des Stadtparks. Gassenartige Raumzuschnitte und Wege im Innern des Quartiers gewähren den privaten – halböffentlichen Charakter der Freiräume. Die Wasserpromenade mit Baumachse bündelt die ankommenden Wege und führt diese zum neuen Stadteingang am ’Junglinster-Platz’. Enge und Weite, Offenheit und Geschlossenheit als Entwurfsprinzipien des Städtebaues reagieren auf die unterschiedlichen Nutzungen und deren Erfordernisse. In Summe entstehen interessante und differenzierte Stadt – und Grünräume mit eigenständigen Anmutungen.
    > Verkehr
    Das Entwurfskonzept sieht im Hinblick auf den Bau der Umgehungsstraße am Kreuzungspunkt der Route de Luxembourg und Rue de la Gare. Die Führung der Verkehrsströme über einen Kreisverkehr vor. Dieser soll einen ’besseren Durchfluss’ und eine zusätzliche Verkehrsberuhigung in der Ortsmitte bewirken.
    Als zusätzliche Option schlagen wir vor die Anbindung der Rue de la Mairie direkt von der Route d’ Echternach zu führen und die Rue de la Gare im Bereich der bisherigen Straßenanbindung baulich zu schließen.
    Die Bushaltestellen befinden sich im Platzbereich entlang der Route de
    Luxembourg und Rue de la Gare.
    Unterstellmöglichkeiten und Nutzungen für den Busbahnhof sind in der
    östlichen Platzbebauung zur Rue de la Gare integriert. Eine
    Wendemöglichkeit für die Busse ergibt sich über den neu gestalteten Kreisel.
    Für die Rue Hiel ist im Bereich des ’Stadt-Parkes’ eine Einbahn-
    Verkehrsführung ausschließlich für Anlieger mit Zufahrt aus der Route de Luxembourg vorgesehen (Beschränkung für Kraftfahrzeuge bis 7,5t zulässigem Gewicht). Von der Gewichtsbeschränkung ausgenommen hiervon ist der Verbund Entsorgungsverkehr (Bemessungsfahrzeug: zweiachsiges Müllfahlzeug).
    Die Ausbildung des Straßenraums ist als ebenengleiche Mischverkehrszone vorgesehen.
    Die ’Querverbindung’ im Zweirichtungsverkehr von der Rue de la Gare zur ’südlichen Rue Hiel’ soll zukünftig entlang des Prefalux-Areals geführt werden, um die Verkehrs- und Lärmbelastung im neuen ’Baugebiet’ zu minimieren.
    Für den ruhenden Verkehr ist im Bereich des ’Junglister’-Platzes die Errichtung einer Tiefgarage unter dem Platz mit kostenlosen Kurzzeit-Parkplätzen und zusätzlich Park&Ride-Parkplätze vorgesehen.
    Die Wohneinheiten B-F werden direkt über Tiefgaragen erschlossen. Bei der Gewerbe-/Wohnen-Einheit sind die Stellplätze im ’Gewerberiegel’ integriert.
    Entlang der Rue de la Gare und direkt am Prefalux - Gelände anschließend soll es zudem zahlreiche freie Parkmöglichkeiten (z.B. für Besucher) geben.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.