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  • Ankauf

    Lageplan

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    Architekten
    Schneider + Sendelbach Architektengesellschaft mbH, Braunschweig (DE)

    Mitarbeit
    Mitarbeiter/innen : Ayse Aslan, Aleksandra Nitschke-Stefanovic, Ann-Kathrin Hilski, Albrecht Kitzmann

    In Zusammenarbeit mit:
    TGA-Fachplaner: Ingenieurgesellschaft Meinhard Fulst mbH, Goslar (DE), Braunschweig (DE), Goslar (DE), Essen (DE), Hannover (DE), Wolfenbüttel (DE)

    Erläuterungstext
    • Konzept Gebäude / Aussenanlagen
    Das bestehende Gebäudeensemble zeigt sich verschlossen. Hinweise auf die bereits bestehenden Nutzungen (Stadtbibliothek/Volkshochschule) sind nicht vorhanden. Die Idee für die hier vorgeschlagene Konzeption ist aus der Forderung nach Öffnung des Gebäudes, nach mehr Transparenz, nach Darstellung und Kommunikation seiner Funktionen nach außen entstanden.
    Die Idee einer Sogwirkung wird aufgegriffen, der öffentliche Raum des Bottlerplatzes in das Gebäude hinein verlängert. Es entsteht ein öffentlicher, 4-geschossiger (Innen)raum um den herum sich die beiden Institutionen gruppieren. Im EG und 1. OG des Stadthauses wird die Stadtbibliothek konzentriert, die Seminarräume der Volkshochschule folgen auf den beiden darüber liegenden Geschossen. Weitere Funktionen sowie die Verwaltung der VHS sind im Stadthaus entlang der Budapester Straße untergebracht.
    Der zentrale Eingang ist dem Bottlerplatz zugewand. Im Eingangsfoyer führt eine breite Stufenanlage auf das Erdgeschossniveau. Eine Aufzugsgruppe hier erschließt alle Ebenen des Gebäudes
    Die allgemeine Verwaltung, die Verwaltung und Leitung der Stadtbibliothek,wie sowie die Leitung der VHS sind im Siemenshaus platziert. Die Verwaltungen werden durch einen separaten Eingang erschlossen.
    Im Untergeschoss befinden sich die Technikzentralen und das Magazin der Stadt-bibliothek. Der Keller unter dem Gebäudeteil an der Budapester Straße wird nicht weiter von der Verwaltung genutzt. Hier stehen zusätzliche Lagerflächen zur Verfügung. Bei allem Respekt gegenüber den Belangen der Denkmalpflege erscheint es unumgänglich bauliche Maßnahmen an der Kubatur und an den Fassaden vornehmen zu müssen. Gleichwohl werden die aufgezeigten Maßnahmen behutsam eingesetzt. Die markante Wirkung des Gebäudeensemble bleibt erhalten, Eingriffe erfolgen im Dach und stehen in Verbindung mit den erforderlichen Maßnahmen zur Ertüchtigung des baulichen Wärmeschutzes.
    Die Gestaltung des Hofbereichs erfolgt zurückhaltend unter Verwendung weniger Gestaltungselemente. Da die Hoffläche nicht unterbaut wird kann auf einen kosten-intensiven Aufbau der Hofflächen verzichtet werden. Die Anlieferung wird aus dem Hof herausgenommen und erfolgt nun über den Zugang Mülheimer Platz. Die Parkplätze der Verwaltungen werden rückgebaut und begrünt. Nur der Fußweg vom Florentiusgraben aus verläuft über den Hof, Stellplätze für Fahrräder werden angeboten. Die übrigen Flächen sind Grün und laden unter den Bestandsbäumen entlang der Bastionsmauer zum verweilen ein. Weitere Fahrradstellplätze werden auf dem Mülheimer Platz angeboten, beiderseits der Rampe Tiefgarage.
    • Maßnahmen Gebäude
    Entkernung beider Gebäude bis auf Rohbau. Ausbau sämtlicher vorhandener Fenster- und Türelemente. Sanierung und Wiedereinbau der historischen Türelemente. Komplettausbau der vorhandenen technischen Installationen und Anlagen. Teilentkernung des Gebäudeteils über der Budapester Straße und Rückbau 1. OG mit dem Ziel hier ein großzügiges Raumvolumen (Saal) zu erhalten. Rückbau zahlreicher vorhandener nichttragender Trennwände zur Schaffung neuer Raumsituationen. Entkernung der Dachgeschosse und Rückbau bis auf Dachkonstruktion, Abbruch der vorhandenen Dachgauben. Abbruch der eingeschossigen Bibliotheksräume sowie der verbindenden Gebäudeteile zwischen den beiden Längsflügeln im Bereich Mülheimer Platzl einschließlich der Fassade zum Bottlerplatz. Obwohl dieser Eingriff als massiv erscheint, bedeutet er zunächst das Freilegen der ehemals vorhandenen historischen Innenhöfe. Eine Erweiterung der Innenhöfe erfolgt durch den Abbruch der Verbindungsbauten.

    Im Zuge des Abbruchs sind Maßnahmen durchzuführen, die zu einer Erhöhung der Tragfähigkeit der Decken im Bereich über EG (Stadtbilbloithek) führen. Die Lasten aus der Decke über 2. OG im Bereich Saal sind durch konstruktive Einbauten abzutragen. Schaffung zusätzlicher notwendiger Treppenanlagen und Ertüchtigung bzw. Ergänzung vorhandener Treppen, z.B. im Bereich Saal, Nordseite. Einbau von Personen- und Lastenaufzügen. Zur Überbrückung der unterschiedlichen Geschosshöhen im Bereich VHS entlang der Budapester Straße sind etagenweise Hubbühnen vorzuhalten bzw. ein durchlaufender Aufzug Einbau zentraler WC-Anlagen. Ausbau Dachgeschoss einschl. Aufsatz neuer Gauben, Dämmung der als Lagerflächen genutzen Spitzböden. Glasdach und -fassade als neue Gastaltungselemente. 2-geschossige Leseboxen an der Südwest-Fassade des Alten Stadthauses. Geringfüge Erweiterung des Siemenshauses auf der Südwest-Fassade.


    • Maßnahmen Technik
    Für den Umbau des denkmalgeschützten alten Stadthauses und des angrenzenden Siemenshauses werden umfassende Sanierungsmaßnahmen umgesetzt. Das gewählte haustechnische Konzept stellt eine Symbiose aus bewährten und innovativen technische Ansätzen dar.
    Die effizienteste Energieeinsparung wird weniger durch aufwendige Technik realisiert, vielmehr gilt es durch geeignete Maßnahmen den Bedarf des Gebäudes an Wärme oder Kälte weitestgehend zu reduzieren. Dies wir durch Dämmmaßnahmen und Fenstererneuerungen realisiert. Die daraus resultierende Begrenzung des technischen Aufwands unterstützt die Bestrebungen Eingriffe in den Bestand des denkmalgeschützten Gebäudes auf ein Minimum zu reduzieren.
    Für die Beheizung des Gebäudes wird Fernwärme genutzt, welche als ein Nebenprodukt der Erzeugung von elektrischer Energie verstanden werden kann. Zusätzlich werden durch das Glasdach im Innenbereich die solaren Einstrahlungen nutzbar.
    Bei den Raumluft technischen Geräten (RLT) soll eine hocheffiziente Wärme- und Kälterückgewinnungstechnik zum Einsatz kommen. Diese gewährleistet eine optimale Energierückgewinnung und somit eine Verringerung des Energieeinsatzes und somit eine Reduzierung der Betriebskosten.
    Weiterhin sind alle notwendigen Komponenten, wie Schmutzwasserleitungen, Elektro- und Sicherheitstechnik, sowie die Entrauchungsanlagen natürlich ebenfalls im Gesamtkonzept enthalten.
    Die tageslichtabhängige Beleuchtung sowie die Nutzung des Tageslichtes durch intelligente Lichtlenkungssysteme trägt erheblich zur Energieeinsparung bei und leistet somit einen Beitrag zur Reduzierung der CO2 -Emission.
    Gerade durch die optimale Kombination von baulichen und technischen Aspekten wird dieser Beitrag zur Reduzierung der CO2 -Emission weiter erhöht und trägt zum positiven Aspekt des Imagegewinns bei.
    Mit den beschriebenen haustechnischen Maßnahmen wird durch einfache und effiziente Methoden der erforderliche Energieeinsatz und die damit verbundenen Emissionen minimiert. Dies gelingt mit vergleichsweise unkomplizierten und damit handhabbaren haustechnischen Konzepten.



    • Brandschutz
    Der Gebäudekomplex ist derart gegliedert, dass wenige Maßnahmen ausreichen, um den baulichen Brandschutzes zu gewährleisten. Der Gebäudekomplex wird in Nutzungseinheiten (Siemenshaus/Altes Stadthaus/Altes Stadthaus Budapester Straße) geteilt. Die Abtrennung erfolgt in F90. Die Räume der Stadtbibliothek werden mit einer Brandmeldeanlage einschl. Alarmierung flächendeckend überwacht. Die Entrauchung der zentralen Halle erfolgt über RWA-Anlagen im Dach, die Einbringung der Zuluft über die geplante Fassade zum Bottlerplatz. Vorhandene Treppenräume werden brandschutztechnisch ertüchtigt und um weitere Treppenanlagen ergänzt, so dass die Anzahl und Länge der Fluchtwege den Vorschriften entspricht.

    • Kosten
    Die Investitonskosten gliedern es sich zum Einen in Kosten die bei der Modernisierung der Immobilie erforderliche werden. Dazu zählt insbesondere die vollständige Erneuerung der Haustechnischen Anlagen und Installationen, die Erhöhung des Wärmeschutzes und die Verbesserung des Gesamtstandards und der Funktionalität. Zum Anderen wird im Rahmen des Wettbewerbs ein Eingriff in die Bausubstanz vorgeschlagen, der die Erhöhung der räumlichen Qualitäten zum Ziel hat und den Wünschen der Nutzer hinsichtlich der jeweiligen Synergien, Parallelitäten und Gemeinsamkeiten gerecht wird aber auch der notwendige Abgeschlossenheit bzw. Abschließbarkeit (modulare Nutzung) Rechnung trägt. Die Kosten für das transparente Hallendach und für die Glasfassade zum Bottlerplatz können über das vorhandene Budget finanziert werden. Insbesondere dann, wenn im Ausbau bei der Wahl der Materialien und Qualitäten kostenbewußt geplant und realisiert wird. Bereits frühzeitig ist daher ein Kostenmanagement zu installieren, um in jeder Planungsphase bzw. jeder Planänderung Kostensicherheit zu erreichen.


    B Stadtmuseum/Gedenkstätte (Ideenteil)
    Als Ort für das geplante Museum wird der Windeckbunker vorgeschlagen. Ein Erweiterungbau umschließt den Hochbunker auf Seiten der Budapester Straße und westlich anschließenden Grünanlage. Der Neubau ist gegenüber dem Bunker leicht verdreht und orientiert sich auf das Alte Stadthaus. Die Verdrehung wir in einer Fuge gegenüber dem Bunker aufgenommen Der Haupteingang erfolgt im Neubau unmittelbar am Eingang zum Hof des Alten Stadthauses. Eine kleine Stufenanlage führt hinauf in die Sonderausstellung. Im darunter liegenden Basisgeschoss mit Blickbeziehung zum öffentlichen Raum ist die Gedenkstätte platziert. Die Büros dieser Einrichtung befinden sich im Bunker mit Öffnungen zum tiefer liegenden Grünraum unterhalb der Bastionsmauer. In den ersten beiden Geschossen folgen die Ausstellungsflächen des Stadtmuseums jeweils unter Einbeziehung der Flächen im Windeckbunker. Im 3. OG ist die Verwaltung angeordnet, im darüber liegenden Staffelgeschoss die Werkstätten. Die Depotflächen befinden sich in einem Untergeschoss. Der Neubau erhält als äußere Haut eine Netzstruktur, die, mit Ausnahme des EG, über die Fassaden gespannt wird.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

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