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  • DE Gießen
  • 01/2005
  • Ergebnis
  • (ID 2-1255)

Neubebauung "Berliner Platz"


  • 4. Preis

    Plan 1

    Architekten
    Dömges Architekten AG, Regensburg (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Dipl.-Ing. Architekt BDA Siegfried Dömges Dipl.-Ing. Architekt Thomas Eckert Dipl.-Ing. Architekt Christian Grayer

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Wamsler Rohloff Wirzmüller FreiRaumArchitekten, Regensburg (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebauliches Konzept

    Das neue Behördenzentrum schließt den neuen Berliner Platz nach Südosten hin ab. Auf dem so entstehenden neuen Platz kann sich der Baukörper für die geplante gewerblich private Nutzung gut präsentieren.
    Ein Turm, der die Kunsthalle, die Bibliothek und in der Spitze den Magistrat aufnimmt markiert durch seine Stellung nahe an der Strasse „Berliner Platz“ das Tor zur Giessener Altstadt.
    Die Höhenentwicklung des Ämtertraktes orientiert sich an der umgebenden Bebauung und erzeugt eine ruhige Dachkante.
    Als Platzhalter für das geplante Gebäude auf dem Berliner Platz wird ein plastisch geformter begrünter Erdhügel in einer Basaltschotterfläche aus dem nicht belasteten Aushub aufgeschüttet. Er bildet zugleich den artifiziellen Abschluss des Grüngürtels entlang der Ostanlage.
    Die Innenhöfe zum Berliner Platz werden städtisch-geometrisch, die Höfe zur Wieseck werden landschaftlich-organisch gestaltet. Sie werden als Taschenparks für den Weg entlang der Wieseck ausgebildet.
    In der Fuge zwischen Hochhaus und dem 5-geschossigen Ämtertrakt befindet sich der Eingang ins Foyer und lässt die Wieseckaue zum Platz hin spürbar werden.
    Die Polizei kann von der Straße „Am alten Gaswerk“ erschlossen werden, das Landratsamt erhält einen eigenen Eingang vom Berliner Platz aus. Eine Brücke über die Wieseck aus dem Polizeihof stellt den zweiten Fahrweg für die Polizei dar und bindet gleichzeitig den Weg entlang der Wieseck an das gegenüberliegende Stadtquartier an.


    Architektonisches Konzept

    Das zentrale Foyer erschließt die großflächigen amtsfremden Nutzungen im Erdgeschoss (Konzert, Kunsthalle, Konferenz-Kongress). Das Cafe öffnet das Foyer zur Wieseckaue.
    Der zentrale Besprechungs- und Konferenzbereich ist mit seinem externen Zugang vom neuen Berliner Platz aus erschlossen und als in sich abgeschlossene Einheit im Gebäudekomplex ausgebildet.

    Vom Foyer aus oder über die großzügige überdachte Außentreppe/Rolltreppe erreicht man die Magistrale im 2.OG. An dieser Erschließungsachse sind alle besucherintensiven Ämter wie einzelne Häuser an einer Straße angelagert, ebenso wie die Bibliothek, die dort beginnt. Weiter oben im Turm befinden sich die besucherarmen Ämter sowie der Magistrat.
    Entlang der Magistrale bilden die Amtshäuser einen Straßenraum und erleichtern so die Orientierung. Ausblicke in die Höfe bringen viel Licht herein. Frei eingestellte Treppen ermöglichen eine offene vertikale Durchlässigkeit, eingehängte Galerien nehmen gleichzeitig die Wartezonen vor den Ämtern auf.

    Ein dichter Baukörper mit grünen Innenhöfen nimmt den Hauptteil der Ämter auf. Die netzartige Struktur erlaubt eine enge interne Verzahnung der Ämter untereinander und ermöglicht eine große Nutzungsflexibilität.
    Die Büros sind natürlich belüftet und belichtet, durch das regelmäßige Fassadenraster sind unterschiedliche Bürotypen möglich. Im Hochhaus ermöglicht die Doppelfassade eine natürliche Fensterlüftung und sorgt gleichzeitig für eine Verbesserung des Schallschutzes.
    Die Fluchttreppenhäuser und die Sonderflächen für WC, dezentrale Archive, Serverräume etc. befinden sich an den Stirnseiten der Ämterflügel. Dem Gebäude vorgelagert ist ein kalter interner Erschließungsweg, der auch die Höfe nach außen hin abschließt.


    Innenraumgestaltung

    Die Böden werden mit langlebigen, leicht zu reinigenden Materialien (Linoleum, Parkett und Stein) belegt, um die Betriebs- und Instandhaltungskosten gering zu halten, die Konzentration der Besucher auf der Magistrale hält die Ämter intern weitgehend von Straßenschmutz frei.
    Die Innenraumgestaltung der Ämter erfolgt in hellen, freundlichen Farben. Um die Intervalle der Anstricharbeiten zu strecken werden die Innenwände leicht getönt.
    Oberlichter in den Türen und Holzoberflächen erzeugen ein angenehmes Arbeitsklima.
    Die Standardbüros erhalten arbeitsplatzorientierte Pendelleuchten, die im Fassadenraster installiert werden, um größtmögliche Flexibilität der Raumaufteilung zu erhalten.

    Die Bereiche mit öffentlichem Besucherverkehr werden mit glatten Hartbelägen (Natursteinböden) ausgestattet. In der Magistrale erzeugen die großzügigen Glasflächen und Lufträume für einen hellen, offenen Raumeindruck mit Blicken in die Höfe. Die frei eingestellten Stahltreppen zonieren den Raum in Längsrichtung.

    Die Innenfassaden der Säle zum Foyer erhalten hochwertigere Oberflächen (Holzbekleidung), ebenso der Bodenbelag des Foyers (Naturstein).
    Ein plastisch verformter Stützenkreis markiert Oberlichter und Lufträume vom Cafe bis zur Bibliothek. Mal nimmt er das Cafe auf, mal bildet er einen Wintergarten zum Lesen.
    Im Stadtbüro markiert er die Wartezone.


    Fassade und Konstruktion

    Ämter: Die Fassade der Amtshäuser ist als wärmegedämmte Lochfassade geplant. Sie wird als tragende Stahlbetonkonstruktion ausgeführt und ermöglicht durch das regelmäßige Lochraster eine große Flexibilität in der Raumaufteilung.
    Der schmale Öffnungsflügel der Holz-Alu Fensterelemente beansprucht nur einen geringen Platzbedarf an Bürofläche für den Flügel im geöffneten Zustand.
    Helle Putzfarben bringen viel Licht von den Höfen in die Bürozellen.
    Ein aussenliegender Sonnenschutz mit verstellbaren Lamellen lässt sich von innen individuell einstellen. Ein innenliegender Blendschutz optimiert die Beleuchtungsqualität der Arbeitsplätze.
    Magistratsturm: Im Magistratsturm wird die Lochfassade zusätzlich von einer einfach verglasten Doppelfassade umhüllt. Dadurch wird das individuelle Öffnen der Fenster auch im Hochhaus möglich. Zusätzlich wird der Schallschutz deutlich verbessert.
    Im Hochhaus sitzen die Fensterelemente außen bündig in der Wärmedämmverbundsystemfassade, der aussenliegende Sonnenschutz mit verstellbaren Lamellen liegt zwischen der Doppelfassade und der Thermischen Hülle. Dadurch kann die am Sonnenschutz entstehende Strahlungswärme mit der Luftströmung abgeleitet werden.
    Über regulierbare Einströmöffnungen zieht die im Sommer durch Wieseckwasser vorgekühlte Luft in die Büroräume und wird auf der Flurseite abgesaugt.
    Der Schleier der Doppelfassade zieht sich als kalter Flur an den Längsseiten des Komplexes entlang und schirmt auch die Höfe vor den Schallemissionen der Ostanlage ab.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.