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  • DE-60316 Frankfurt/Main
  • 03/2009
  • Ergebnis
  • (ID 2-14128)

Realisierungswettbewerb Eingang und Bärengehege Zoologischer Garten


  • 4. Preis


    Landschaftsarchitekten
    club L94, Köln (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Meixner Schlüter Wendt Architekten, Frankfurt/Main (DE)

    Erläuterungstext
    Konzept
    Die derzeitige Situation des Eingangsbereichs des Frankfurter Zoos bietet keine Orientierung.
    Der Vorplatz von Zoo und Gesellschaftshaus hat ein eher abweisenden Charakter. Die städtebäulichen Räume sind ungefasst und undefi niert.
    Das primäre Ziel der Planung ist es, den Zoo zu öffnen, die Orientierung zu schaffen und die städtebaulichen Räume zu fassen.
    Die drei wesentlichen Elemente - Zoogesellschaftshaus mit Vorplatz und Gartenterasse, Eingangsgebäude, Bärengehege -werden in eine Gesamtstruktur
    zusammengefügt. Die einzelnen Elemente werden ablesbar und machen sich dabei keine Konkurrenz. Alle Elemente finden ihren passenden
    Ausdruck je nach Aufgabe und Bedeutung:
    1 Zoogesellschaftshaus mit historischem Vorplatz und Gartenterrasse
    Das Zoogesellschaftshaus und der denkmalgeschützte Platz bleiben als bedeutende historische Zeichen des Frankfurter Zoos nahezu unverändert
    erhalten und werden durch keine neuen Gebäudeteile verdeckt oder überlagert.
    2 interaktive Eingangsstruktur
    Das Eingangsgebäude wird als leichte bauliche Struktur bzw. als leichtes Dach begriffen. Es tritt nicht als Konkurrenzgebäude zum Zoogesell- Zoogesellschaftshaus
    auf, sondern erscheint eher als Begleitung von historischem Vorplatz, Gesellschaftshaus und Gartenterrasse. Dieses Dach leitet in den Zoo, inte- integriert
    die baulichen Elemente von Eingang, Shop, etc. und bietet als interaktiver Eingangsbereich weitere Optionen.
    Es verklebt sich nicht mit dem dazu untergeordneten Bärengehege.
    Der Eingangsbereich ist als solcher erkennbar und hat eine angemessene Größe in Relation zur Gesamtanlage.
    3 topografi sches Bärengehege
    Das Bärengehege ordnet sich dem Zoogesellschaftshaus und der interaktiven Eingangszone unter – hat aber als „erstes Gehege im Zoo“ exem- exemplarische
    Bedeutung. Es wird als inszenierte Landschaft begriffen bei der sich der Besucher in besondere Weise zwischen den Gehegen bewegen kann.
    4 Baumstruktur/ Wirtschaftshof
    Der Wirtschaftshof und die Stellplätze werden durch Belag und Baumstruktur zusammengefasst. Diese Struktur arrondiert den Vorplatz.

    Genauere Erläuterung
    1 Zoogesellschaftshaus mit historischem Vorplatz und Gartenterrasse
    Der Vorplatz wird durch großzügige Toröffnungen zugänglich gemacht, behält aber die Option abschließbar zu sein. Die Heckenbegrenzung zu
    Straße bzw. Platz wird entfernt und durch Rasen ergänzt. Rechts und links des Haupteingangs werden Flächen für eine temporäre gastronomische Freiluft- Freiluftgastronomie
    angeordnet, als zurückhaltendes Zeichen für die Gastronomie im Zoogesellschafthaus und als Aufwertung der Aufenthaltsqualität des Vorplatzes.
    gastronomie Insgesamt wird der denkmalgeschützte Schmuckplatz als repäsentativer Vorplatz rekonstuiert. Er wird durch die neuen Raumkanten der Ein- . Eingangsstruktur
    und durch die südliche Baumstruktur als Raum gefasst.
    2 interaktive Eingangstruktur
    Die Volumen von Eingangszone und Shop werden in eine dachartige Freiraumstruktur verwoben. Diese Struktur bietet die Möglichkeit für weitere Installationen
    wie z.B. Kunst, Informationen, Präsentationen und Veranstaltungen. Dabei besteht die besondere Option für ein „Menschengehege“, das als
    scheinbarer Glaskäfi g gastronomisch genutzt werden kann und die Gehegehaltung und das Verhalten von Mensch und Tier refl ektiert. Eingang und Ausgang
    können direkt von der Straße wie auch über den Vorplatz des Zoogesellschafthauses erfolgen.
    Die räumliche Wirkung ist vergleichbar mit einer Loggia, einem Sonnendach oder einem Baumdach. Die Struktur des Daches bietet viele
    Möglicheiten der baulichen Weiterentwicklung und Differenzierung, ebenso ergibt daraus ein großes Potential für neue, vielfältige Nutzungen.
    Die Eingangsstruktur ist zunächst als leichte Stahlkonstruktion konzipiert – über den Nutzungseinheiten erhält das Dach großzügige Öffnungen. Alle geforderten
    Innenräume sind in Fläche und Höhe optimiert und erhalten eine separate Dämmebene. Die leichte Dachstruktur gibt dem Eingangsbereich die angemessene,
    notwendige Großzügigkeit.
    Der Bodenbelag der Wege läuft unter der Dachstruktur durch. Der Bodenbelag der Eingangsräume ist als Terrazzo oder Naturstein konzipiert.
    3 topografi sches Bärengehege
    In der unmittelbaren Nähe zu Zoogesellschaftshaus und Eingangsbereich soll von dem Bärengehege keine Wirkung als Gebäude ausgehen, um keine
    Kokurrenz und Enge zu erzeugen. Die topographische Interpretation des Bärengeheges künstliche Aufschüttung ist von Osten, Norden und Westen erkennbar
    und ist als Raumkante bzw. Zoofassade zur Straße wirksam, auch um den städtebaulichen Raum zu defi nieren. Zur südlichen Besucherseite ist es als
    Bärentopographie erlebbar – eingefasst durch Glaswände. Die Besucher haben die Möglichkeit den Bärenberg sehr dicht zwischen den Bärengehegen
    zu begehen und einen Überblick über die Anlage zu bekommen.
    Das Bärengehege ist naturalistisch gestaltet in Anlehnung an die strukturreiche Landschaft des südamerikanischen Bergnebelwaldes. Der Boden ist als Naturboden
    z.B. aus Rindenmulch ausgestaltet. Die Pfl anzenauswahl erinnert an den natürlichen Lebensraum der Nasen- und Brillenbären. Kleine Bäume und
    Höhlen bieten den Tieren Klettermöglichkeiten und dienen als Rückzugszone.
    Die internen Räume sind je nach Erforderniss über direkten Außenbezug, Innenhöfe oder Oberlichter belichtet.
    Das unterirdische Gebäude des Bärengeheges ist als Stahlbetonkonstruktion konzipiert. Das Gebäude verschwindet unter der Erdaufschüttung des Bärengeheges.
    Entlang der Straße erhält die künstliche Landschaft eine Stützmauer. Die Stützmauer kann mit Naturstein verkleidet werden, der in seiner Oberfl äche und
    Verlegeart an horizontale Lagen der Erdschichten erinnert. Die Wände erhalten kleine, schlitzartige, tiefe Fenster, die die Zuchbereiche angemessen belichten,
    jedoch keine Einblicke zulassen. Außerdem erhält die Wand einzelne betont gesetzte Schaufenster, die interessante Einblicke zulassen, wie z.B. in das Nasenbärengehege.
    Dieses Gebäudeprinzip kann auf gezielte Anforderungen der Nutzer fl exibel reagieren.
    4 Baumstruktur/ Wirtschaftshof
    Der südliche Raumabschluß des Vorplatzes entsteht durch eine geschnittene Baumreihe (z.B. Platanen) . Diese Platanenreihe überdeckt die Stellplätze und
    fasst räumlich den Wirtschaftshof.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.