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  • DE-79853 Lenzkirch
  • 10/2008
  • Ergebnis
  • (ID 2-14139)

Neuer Standort Titisee-Neustadt testo AG


  • 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Henne Korn Landschaftsarchitekten PartGmbB, Freiburg im Breisgau (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Sacker Architekten GmbH, Freiburg im Breisgau (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebau

    Das vorgeschlagene städtebauliche Konzept zielt auf einen sensiblen Umgang mit dem Orts- und Landschaftsbild, wobei der Schlüssel dazu in der Gliederung der Baumassen und der Anordnung des ruhenden Verkehr gesehen wird.

    Abgelöst von den baulichen Strukturen der Ortsteile Titisee und Neustadt setzen die Baukörper des neuen Standorts der Testo AG einen markanten und einprägsamen Akzent am Eingang des Gutachtals. Ein flächig ausgebildetes UG bildet ein grünes Plateau und zeichnet sich im Norden lediglich als eingeschossige Kante in der Landschaft ab. Auf dieser verbindenden Ebene sind vier längliche Baukörper in Form eines Fächers angeordnet. Sie kragen nach Norden hin über die Begrenzung des UG aus und erscheinen dadurch als weitläufige zeichenhafte Schauseite zur B31. Nach Süden konzentrieren sich die Baukörper auf einen Vorplatz, auf den die Stirnseiten der Gebäude fokussiert sind.

    Die nach Norden auskragenden Gebäudeteile beschränken sich auf drei Geschosse, so entsteht zur B31 eine angenehm proportionierte und in der Höhe angemessene Fassade. Im südlichen Teil des Grundstücks steigen die Baukörper auf vier Geschosse an.

    Die Aufgliederung in Einzelbaukörper sowie gezielte Abwinkelungen in den Fassadenfluchten lässt die Wahrnehmung der dahinterliegenden Landschaftsteile zu. Bei der Annäherung aus Titisee und beim Blick von der B31 aus bietet die Baukörperabfolge immer Ausblicke auf die dahinterliegenden Wiesen, Wälder und Berge.

    Die Unterbringung von 450 Stellplätzen in einem Tiefgeschoss, das teilweise mit Wiesenbrücken abgedeckt ist, ermöglicht im Norden das Heranführen der für den Ort typischen Wiesenlandschaft bis unmittelbar an die Gebäude. Die visuell auch von den umliegenden Bergen wahrnehmbare Masse der Pkw wird \'versteckt‘.

    Freianlagen

    Über eine repräsentative Vorzone werden die Haupteingänge der Einzelgebäude erreicht. Eine von Fußgängern, Radfahrern und Besucher-Pkw\'s gemeinsam genutzte Mischfläche umschließt ein zentrales Wasserparterre und wird zusammen mit diesem zum firmenzentralen Treffpunkt mit angemessenem Öffentlichkeitsbezug Richtung Titisee.

    Während Fußgänger und Radfahrer dieses \'Foyer im Freien‘ auf kürzestem Wege von der Kreuzung aus erreichen, findet der Besucher mit dem Pkw die Zufahrt zu den Besucherstellplätzen weiter westlich im Altenweg. Von den Stellplätzen aus gelangt man über Stege zu den Eingängen der Einzelgebäude.

    Die Flächen auf dem Dach des Untergeschosses sind begrünt; es sind hier kleinere Aufenthaltsbereiche und Pausenwege vorhanden, im östlichen Gebäudezwischenraum liegt die Terrasse der Cafeteria. In Zuordnung zu den Eingängen sind überdachte Fahrradstellplätze angeboten.

    Die Lichthöfe des UG sind befestigt; hier werden Pflanzflächen, Wasserspiele und Sitzelemente in Form überdimensionaler Messgrößen geschaffen. Sie erinnern spielerisch an die von Testo-Geräten zu erzielenden Messwerte und sind auch aus den oberen Geschossen wahrnehmbar.

    Entlang der Neustädter Straße und dem Altenweg werden Baumreihen zur räumlichen Fassung des Grundstücks aufgebaut; lediglich im Kreuzungsbereich Neustädter Straße/Altenweg ist der Saum unterbrochen, da hier \'Einblick in Testo‘ gegeben werden soll.

    Gebäudekonzept

    Die neuen Gebäude der Testo AG setzen ein Zeichen mit Wiedererkennungswert in der landschaftlich reizvollen Umgebung des Hochschwarzwalds. Die dynamische und ausdrucksstarke Formgebung versinnbildlicht Fortschritt, Modernität und Zeitgeist - positive Attribute über die sich die Testo AG am neuen Standort definiert.

    Grundidee des Gebäudekonzepts ist die Bildung eines zusammenhängenden Sockelgeschosses auf dem sich vier Einzelbaukörper befinden.
    Der Sockel steht für Entwicklung, Forschung und Realisierung. Hier befinden sich Laborräume und später auch Produktion. Hier werden innovative Ideen getestet, überprüft und letztendlich auch realisiert. Aufgrund dieser sensiblen Vorgänge ist es von Vorteil, dass der Sockel nur partiell aus dem Erdreich ragt, so werden ungünstige Witterungseinflüsse und auch unerwünschte Einblicke fern gehalten. Die Laborräume werden günstigerweise von Norden und über Tiefhöfe belichtet.
    Die darüber liegenden Gebäude nehmen größtenteils Büroflächen auf. Direkte Verbindungen der Gebäudeteile sorgen für kurze Wege zwischen Büro- und Laborflächen. Im Erdgeschoss befindet sich der großzügige Eingangsbereich und die Mitarbeiterkantine mit Freisitz.
    Die Innenzonen der Gebäude werden über ein geschossübergreifendes Atrium belichtet. Am Fuße dieses Luftraumes befindet sich ein Felsengarten.

    Erschließung

    Das Firmengelände wird über den Altenweg erschlossen. Der Eingang zum Hauptgebäude wird optisch durch einen Rücksprung in der Fassade betont, so entsteht zugleich eine witterungsgeschützte Vorfläche. Vom repräsentativen Foyer mit Außenbezug führt eine großzügige Treppe in alle Geschosse. Alle Bereiche sind barrierefrei über einen Aufzug zu erreichen.

    Der Pkw-Verkehr wird über eine zentrale Zufahrt vom Altenweg auf das Grundstück geleitet, womit eine klare Auffindbarkeit erreicht wird. Durch das deutliche Abrücken der Zufahrt von der Kreuzung Neustädter Straße/Altenweg ist ein flüssiger Verkehrsabfluss an dieser Kreuzung gewährleistet.
    Besucher finden Stellplätze östlich der Zufahrt innerhalb der repräsentativen Gebäudevorzone; Mitarbeiter biegen nach Westen ab und erreichen ihre Stellplätze über eine Rampe in einem Parkgeschoss. Diese Stellplätze sind durch die Wiesenbrücken teilweise überdacht und witterungsgeschützt. Vom Tiefgeschoss aus ist ein Gebäudezugang möglich.

    In den weiteren Bauabschnitten führen separate Personaleingänge zu den einzelnen Teilgebäuden. Die Gebäude sind untereinander durch Brücken im 2. und 3. Obergeschoss verbunden, so dass kurze Wege zwischen den einzelnen Bereichen gewährleistet sind.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.