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  • DE Villingen-Schwenningen
  • 02/2005
  • Ergebnis
  • (ID 2-1367)

Landesgartenschau Villingen-Schwenningen 2010


  • 5. Preis

    Funktionskonzept

    Architekten
    03 Architekten GmbH Architekten BDA, Stadtplaner DASL, München (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Arndt Jagenlauf

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Lex Kerfers_Landschaftsarchitekten und Stadtplaner BDLA, Bockhorn bei Erding (DE)

    Erläuterungstext


    .
    AUSSTELLUNGSKONZEPT

    Unter dem Leitthema "Man steigt nie zweimal in denselben Fluss" bewegt sich der Besucher durch die unterschiedlichen Bereiche des Gartenschaugeländes. Gleichzeitig Er unternimmt er eine Zeitreise durch unterschiedliche Epochen und eine Reise von der Zivilisation der Stadt zur Urwelt des Moores und wieder zurück. Den Bereichen wohnen unterschiedliche kognitive und emotionale Erlebnisqualitäten inne, die der Besucher selbst entdecken kann. Der Wechsel von Ausstellungs- und Veranstaltungsschwerpunkten (Bahnareal und Eissportzentrum) mit ruhigen, eher kontemplativen Bereichen (Möglingshöhe und Bauchenberg Süd bzw. Schwenninger Moos) bietet vielfältige Möglichkeiten einer individuellen Routenplanung.

    Das vorhandene natürliche und historische Potenzial der Flächen ist wesentlicher Bestandteil des Ausstellungskonzeptes. Das Schwenninger Moos als einmaliger Landschaftsraum und Ursprung des Neckars, der Stadtpark Möglingshöhe als Zeugnis der Gartengestaltung des letzten Jahrhunderts und „Grüne Oase\", das Bahnareal als moderner innerstädtischer Freiraum. Die frühere Nutzung des Geländes und die Entsorgung der Altlasten wird in der Darstellung moderner Umweltforschung und Technik zum zukunftsorientierten Ausstellungsthema. und Sie steht damit auch für Umstrukturierungsprozesse und Innovation. Die Konzentration von Ausstellungsschwerpunkten am Bahnhof und am Eissportzentrum nutzt Synergieeffekte aus der vorhandenen Infrastruktur und Minimiert die Aufwendungen für Erstellung und Rückbau.


    STADT UND FREIRAUM

    Mit der Durchführung der LGS, werden die sehr unterschiedlich geprägten und teilweise unstrukturierten Bereiche entlang des Neckars zu einem durchgängigen, allerdings nicht gleichartigen Grünzug entwickelt. Im Bereich Bauchenberg wirkt das Landschaftsbild des Schwenninger Mooses in Form einer offenen „Gras- und Wasserlandschaft\" weit in die Stadt hinein. Der heterogene nördliche Bereich wird neu geordnet und die Sportanlagen sinnvoll miteinander verknüpft.
    Im Stadtpark Möglingshöhe liegt das Hauptaugenmerk auf der Stärkung der bestehenden räumlichen Strukturen und deren Erlebbarkeit. Die Ränder zur Neckar- und Salinenstraße . Werden neu formiert. Erdkörper und Baumkulissen bilden eine neue räumliche Fassung für Festplatz und Festwiese und dienen gleichzeitig als Lärmschutz. Die Zugänge zum Park an der Salinenstr. und der Möglingstr. werden neu definiert.
    Das Bahnareal behält trotz Umstrukturierung seine Eigenständigkeit im Stadtgefüge. Der Grünraum fließt bzw. schiebt sich in den Stadtraum. Es entstehen Schollen, die auf unterschiedlichen Ebenen liegen und gleichsam eine neue Schicht der städtischen Entwicklung ausbilden. Den Grund bildet das Flussbett des Neckars, darüber lagern 3 weitere Schichtstufen, in die die mit Schadstoffen belasteten Bereiche integriert sind. Während die Schollen entlang der Bahn bebaut werden können, sollen der Bereich des Multifunktionsplatzes und die beiden Schollen entlang des Neckars dauerhaft Teile des Grünzuges bleiben, ebenso die „Kleine Promenade\" nördlich der Unterführung ein „innerstädtisches\" Stück Neckar.


    STÄDTEBAU

    Bahnhofsumfeld und Jäckleareal

    Der Bahnhofsplatz wird zum Stadteingang der Landesgartenschau und zum Schaufenster der Stadt für die Besucher. Der Platz erhält eine neue Rahmung im Maßstab der Nachbargebäude.

    Ein Kristallisationspunkt in der Neckarstadt sind die gebauten Relikte der Firma Jäckle. Um deren Bedeutung zu erhalten werden die Ergänzungen der Nachkriegszeit entfernt und die verbleibenden Gebäude um den Hof herum ergänzt. Bisher geschlossene Baukörper werden an einigen Stellen geöffnet um die Verbindung von der Neckarstadt zum Bahnhof und in die Innenstadt herzustellen. Hochschulfolgeeinrichtungen bzw. eine Nutzung als Gründerzentrum beleben den unternehmerischen Geist auf dem Gelände neu. Ein Nahversorgungszentrum im Erdgeschoss profitiert von der guten Erschließung für Fußgänger und den Parkplätzen auf dem Gelände.

    Bahnareal
    Analog den verzahnten Schollen greifen auf den Baufeldern Häuser und Gärten ineinander. Eine kleinteilige Baustruktur ermöglicht Durchblicke und Einblicke in den Park auch von den umgebenden Straßen aus. Das richtige Gewicht der Bauten sehen wir in einer Spanne von kleinen Einfamilienhausgruppen bis zu hin zu Institutsgebäuden deren Maßstab sich an den Villen der Erzbergerstraße orientiert.

    Typologie und Nutzungsmischung
    Die neuen Baufelder liegen inselartig im Stadtgrundriss und sind von der Möglingsstraße aus über eine Stichstraße erreichbar. Damit an dieser Stelle eine Adresse entstehen kann müssen die beabsichtigten Nutzungen thematisch zueinander passen und sich ergänzen. Daher ergeben sich folgerichtig zwei grundsätzliche Nutzungsmöglichkeiten:

    Die Erweiterungsabsichten von Fachhochschule und Berufsakademie könnten in einem gemeinsamen Campus zusammengefasst werden, in dem die Hochschulinstitute und ein Technologiepark durch studentisches Wohnen sinnvoll ergänzt werden. Die Lage am neuen Park ist einer der „weichen Standortfaktoren“, die im Wettbewerb um die besten Köpfe immer wichtiger werden. An Stelle der Hochschuleinrichtungen sind auch hochwertige Verwaltungs- und Forschungseinrichtungen der Wirtschaft denkbar.

    Vermarktungskriterien unterscheiden die beiden untersuchten Wohnungsbaumischungen. In Variante I ermöglicht der hohe Geschosswohnungsanteil die Nutzung der Gebäude für studentisches und betreutes Wohnen. Beide Wohnformen profitieren von der zentralen Lage in der Stadt, den kurzen Wegen ins Grüne und der Nähe zum ÖPNV.
    Möglichkeit II hat einen hohen Anteil an Einfamilienhauswohnformen. Zielgruppe ist hier eine Käuferschicht, welche die zentrale Lage in der Stadt schätzt, trotzdem aber nicht auf das eigene Haus verzichten will. Die knapperen privaten Gärten der Stadthäuser werden durch den Park ausgeglichen, der von jedem Haus zu sehen ist.

    Die Verträglichkeit einer Wohnnutzung in direkter Nachbarschaft zu den Bodenverunreinigungen muss im weiteren Verfahren geprüft werden. Über den Schadensherden sollte auf einen Bebauung verzichtet werden. Um überhaupt Flächen bebauen zu können muss der verunreinigte Boden auf einer kleineren Fläche kompakt deponiert werden (als eine Möglichkeit sehen wir den von uns vorgeschlagenen Hartplatz an). Auch bei einer Hochschul- oder Technologieparknutzung sollte auf eine Überbauung der Schadensherde verzichtet werden. In diesem Fall könnten die erforderlichen Parkplätze auf den verunreinigten Flächen entstehen.


    PARKMÖBLIERUNG

    Altbewährte, mit dünnen Riemchen beplankte Holzbänke, sind die Referenz für die Parkmöblierung. Das Thema Parkmöbel umfasst auch die kleinen Bauten wie Sonnendecks, Brücken, Aussichtstürme und Boxen zur Präsentation der Ausstellungsthemen sowie für Empfang und Versorgung der Besucher. Die Holzkörper verbinden als wieder erkennbares Zeichen die drei Parkteile. Als eigenwillige, plastisch modellierte Körper erinnern sie auch an die lokale Tradition der Schwarzwälder Bauernhäuser.

    Je nach Anforderungsprofil werden die Holzleisten auf einer Holz- oder Stahlunterkonstruktion befestigt. Sofern Wind- und Wasserdichtigkeit erforderlich ist,
    kann diese durch Stegdoppelplatten oder bitumenbeklebte Holz- bzw. Holzsandwichpaneele gewährleistet werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.