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  • Gewinner


    Architekten
    HINRICHS WILKENING ARCHITEKTEN, Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Sven Hinrichs , Ralf Wilkening

    Erläuterungstext
    Städtebau
    Die gewählte städtebauliche Figur schafft eine urbane skulpturale Figur mit optimaler Ausnutzung der geometrisch komplizierten Grundstücksflächen und schafft überdies die Höhenvermittlung zwischen innerstädtischer Urbanität und der angrenzenden Wohnbebauung. Die vorgeschlagenen Büroriegel sind schlank und lassen sich gut natürlich belüften und belichten. Die schlanken Baukörper ermöglichen eine räumlich klare Lösung der Einmündung der Pfenningstrasse und generieren eine homogene Struktur im städtischen Gefüge. Grundsätzlich schafft der Entwurf eine urbane Kante zur Alteburgstrasse hin und bildet so einen schlüssigen Verbindungsbaustein zwischen Peripherie und der geschlossenen Altstadtbebauung aus, das heißt der Entwurf geht sowohl auf die freistehende Bebauung der Umgebung ein, als auch auf die strassenbegleitende Gestalt der Kernstadt.

    GSW
    Das neue GSW Gebäude ist ein sechsgeschossiges Gebäude mit repräsentativem Eingang zum Oskar Kalbfell Platz. Der Baukörper ist zum Platz hin um zwei Geschoße erhöht und schafft so einen städtebaulich markanten Punkt, der den Stadteingang betont und einen Raum zwischen Tübinger Tor und Stadthalle aufspannt. Gleichzeitig ist der "Turm" als ein Baustein des, die Kernstadt umgebenden, Stadtrings zu verstehen.

    Privater Nutzer & Stadt
    Das obere Gebäude nutzt die topographischen Gegebenheiten aus und bildet zwei Adressen für die Eingangssituationen aus. Der Haupteingang des privaten Nutzers liegt in der Pfenningstrasse auf dem unteren Niveau, der städtische Nutzer erhält seinen Eingang auf dem oberen Niveau, der Friedrich-Ebert-Straße. Das Gebäude ist ebenfalls sechsgeschossig, wobei der strassenseitige Gebäudeteil zwischen dem GSW Haus und der niedrigen Wohnbebauung in der Friedrich-Ebert-Straße vermittelt. Der am Gebäude entlang führende Lucasweg wird verbreitert und qualitativ aufgewertet.

    Tiefgarage
    Die Tiefgaragenzufahrt erfolgt von der Pfenningstrasse. Über eine zentral liegende Rampe verteilt sich der Verkehr auf eine darüber liegende und zwei tiefer liegende Ebenen. Die Tiefgarage ist optimal an den schwierigen Grundstückszuschnitt angepasst.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der städtebauliche Grundgedanke der Arbeit ist der – einer ruhigen Randbebauung – entlang der begleitenden Strassen und einer kopfartigen Überhöhung am Oskar-Kalbfell-Platz. Dies ist in der sehr heterogenen Umgebung die richtige städtebauliche Antwort. Ähnlich der jetzigen Situation, jedoch deutlich markanter entsteht mit dem Neubau der GWG ein gegenüber zum Tübinger Tor-Turm und zur neuen Stadthalle. Diese drei Körper umstehen den Oskar-Kalbfell-Platz.

    Der Platz wird durch die Baumstellungen, die von den Verfassern vorschlagen werden, jedoch zur Verkehrskreuzung degradiert. Im dem Bereich vor dem GWG Gebäude sollten die Bäume jedenfalls entfallen. Der Vorbereich des Neubaus ist etwas zu knapp bemessen.

    Ein Zurückversetzen der Baulinie wäre wünschenswert. Der Abstand zur Nachbarbebauung ist in baurechlicher Hinsicht zu überprüfen. Der Haupteingang der GWG zum Platz hin liegt richtig. Entlang der Alteburgstrasse sollte die Aufteilung der Strassenraumfläche neu überdacht werden. Breitere Fußgänger - und Radwege sind anzustreben , um hier einen gut proportionierten Stadtraum zu gewinnen. Die Baumstellung sollte dem Fahrbahnrand zugeordnet sein. Die Einmündung der Pfennigstrasse wäre mittig in der Lücke zwischen der Randbebauung besser.

    Die Lage der Einfahrt zur Tiefgarage ergibt einen genügend langen Rückstaubereich bis zur Einbiegung in die Alteburgstrasse. Die Unterbringung der Tiefgarage im Sockelbereich des hinteren Baufelds stellt die Frage an die Attraktivität der Straßenfassade an diesem wichtigen Fußgängerbereich. Die schräge Baulinie an der Friedrich-Ebert-Strasse sollte überdacht werden. Der Einmündungsbereich zur Alteburgstrasse ist etwas eng. Die Zuordnung eines Eingangs im zweiten Baufeld zum Lukasweg hin macht diesen als Fußwegeverbindung attraktiver. Eine Aufwertung des rückwärtigen Arealbereichs sollte zusätzlich angestrebt werden. Die Baumassenverteilung, die Geschossigkeit und die Gebäudetiefen lassen wirtschaftliche Grundrisse zu und ergeben größtenteils gut belichtete Büroräume. Die Erdgeschosszone GWG-Gebäude mit publikumintensiven Nutzungen wird begrüßt. Sie stärken den Stadtraum. Insgesamt stellt die Arbeit einen sehr guten Beitrag zur gestellten Aufgabe dar.


INFO-BOX

Angelegt am 19.12.2008, 12:04
Zuletzt aktualisiert 23.09.2013, 18:09
Beitrags-ID 4-28196
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