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  • 3. Preis


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    Architekten
    rasmussen | brunke, Hamburg (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    TGA-Fachplaner: Ingenieurgesellschaft Ridder und Meyn mbH, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Erläuterungsbericht


    Ausgangslage

    Zu planen ist der in zwei Bauabschnitten zu realisierende Wohnheimkomplex Hansaallee 141.
    Das zu beplanende Grundstück liegt in ca. 600m Entfernung zum Campus Westend und ist damit fußläufig gut erreichbar. Es wird dreiseitig gefasst durch Platenstraße im Westen, die Hansaallee im Osten sowie der Straße am Dornbusch im Norden. Die nördliche Ecke ist durch bestehende Bebauung besetzt. Der vorgeschlagene Entwurf für die oben genannte Bauaufgabe resultiert aus der Betrachtung und Berücksichtigung im folgenden dargelegten Hauptparameter.


    Städtebauliche Einbindung

    Neben dem Thema des Bezugs zum Campus Westend, sowohl in inhaltlicher als auch in baulicher Hinsicht, auf den später noch eingegangen wird, spielt die Integration in das direkte Umfeld eine tragende Rolle.
    Wir schlagen weder eine geschlossene Bauweise noch eine „Offene“ im modernistischen Sinn vor. Unser städtebaulicher Ansatz basiert auf zwei wesentlichen Elementen.
    Das sind zum einen die drei, bzw. zunächst nur zwei (1.BA), formverwandten geknickten Baukörper. Zum anderen der sich durch sie ergebende Zwischenraum. Durch die einfache Maßnahme des Knicks und der Anordnung der Baukörper treten diese untereinander in Kommunikation, definieren Räume, die wiederum ineinander fließen. So ergibt sich ein Kontinuum aus sich weitenden und verjüngenden Raumsequenzen die es ermöglichen das Areal mit der Umgebung zu verknüpfen, also einen offenen Charakter zu transportieren. und gleichzeitig Intimere Bereiche im Inneren zu erzeugen.
    Ebenso wird auch die Adressbildung innerhalb des Gesamtensembles und die Schaffung spezifischer Identitäten und Atmosphären ermöglicht. Sehr wichtig beim vorgeschlagenen Konzept, ist das der Städtebau bereits ohne den 2. Bauabschnitt sehr gut funktioniert und sich dieser nur als Fortsetzung des Systems versteht. Die beiden Baukörper des ersten Bauabschnittes fassen einen gemeinsamen Platz der Raum für Kommunikation bietet und gemeinsame Aktivitäten im Außenbereich ermöglicht
    Der attraktive Baumbestand bleibt zum größten Teil erhalten und wird in das Gesamtkonzept integriert.


    Äußere Erschließung

    Die beiden Baukörper des ersten Bauabschnittes werden fußläufig über den großzügigen Innenhof erschlossen, welcher von allen Seiten des Grundstücks erreicht werden kann. Der Baukörper des zweiten Bauabschnittes wird über einen kleineren Vorplatz im Westen betreten. Zur Tiefgarage, welche sich unter dem vom Zoll genutzten Gebäude des ersten Bauabschnittes befindet, fährt man von der Hansaallee aus zu.


    Innere Erschließung

    Die innere Erschließung der einzelnen Baukörper folgt bei allen drei Baukörpern dem gleichen Prinzip. Vertikal werden die Häuser über je zwei Treppenhäuser, bzw, einen Aufzug. Die Treppenhäuser dienen gleichzeitig auch als Fluchttreppenhäuser. Horizontal erfolgt die Verteilung über Mittelflure, von denen aus die Zimmer erreicht werden. Durch die versetzte Anordnung der Zimmerzugänge, und die damit verbundene Aufweitung der Flure ergibt sich trotz sehr flächeneffizient geplanter Erschließungswege ein großzügiger Eindruck. Dieser wird im Bereich der vertikalen Erschließung durch dort angelagerte transparente Gemeinschaftsbereiche und der Integration von Loggien noch gesteigert.



    Funktion

    Die Oberirdischen Geschosse beherbergen vor allem die Zimmer. Lediglich an den Kernbereichen sind teilweise Sondefunktionen angegliedert, welche die klare Gesamtstruktur auflockern und dies auch nach Außen ablesbar machen. Diesem Prinzip folgt auch der Erdgeschossbereich, wie beispielsweise im Studentenbaukörper des ersten Bauabschnitts. Hier ergeben Sport- und Gemeinschaftsbereich gemeinsam mit dem Foyer einen attraktiven Raum der einen starken Bezug zum Innenhof aufbaut, zu welchem sich die Räume im Sommer hinzuzuschalten lassen können.
    Das Tiefgeschoss beinhaltet neben der Tiefgarage die jeweiligen infrastrukturellen Räumlichkeiten, wie Waschküche, Fahrradraum etc., sowie die geforderten Partyräume.


    Baukonstruktion

    Bei dem vorgeschlagenen Neubau des Wohnheimkomplexes Hansaallee 141 handelt sich um einen Stahlbetonbau mit tragenden Wandscheiben und tragender Lochfassade. Der vertikale Lastabtrag erfolgt in der Regel über die übereinander stehenden Wandscheiben. Die horizontale Aussteifung wird durch die Scheibenwirkung der Wände und der Erschließungskerne sichergestellt.


    Fassade

    Die Fassaden sollen insgesamt ruhige Baukörper erzeugen, wobei in der Fläche durch unterschiedliche Helligkeitstöne gemeinsam mit der Fensterverglasung ein leichtes Flirren erzeugt wird. Durch das homogene Gesamterscheinungsbild verlieren die Gebäude nach Außen hin ihre sonst sehr starke Geschossigkeit und Gewinnen an Abstraktion. Durch gezielte Einschnitte im Bereich von Sonderflächen, bzw. der Loggien wird die Fassade aufgelockert und das innere des Gebäudes wird nach Außen ablesbar. Durch die Fassade wird auch ein optischer Bezug zum Campus aufgebaut. Hier wird zwar mit anderen Maßstäben und in anderen Materialien agiert, jedoch zum Teil ein ähnlicher Themenkanon verwendet.


    Freiraumplanung

    Das vorliegende freiraumplanerische Konzept sieht die Schaffung unterschiedlicher Bereiche und Atmosphären im Gesamtensemble des neuen Wohnkomplexes vor. Dem Entwurf wird eine grüne Grundmatrix zugrunde gelegt, welche durch das gezielte Einsetzen spezifischer Pflanzungen und Außenraummobiliar mit Atmosphärischem Gehalt aufgeladen wird. So schlagen wir für den zentralen, durch die beiden Baukörper des ersten Bauabschnittes definierten Platz eine Kirschblüten-Plaza vor, welche durch runde Tröge bespielt wird, die zum einen die Bäume aufnehmen, und gleichzeitig als Sitzmobiliar dienen. So wird der Platz zoniert, schafft gleichzeitig Aufenthaltsqualitäten und trägt zur Steigerung der Kommunikation zwischen den einzelnen Bewohnern bei. Zwischen dem zweiten Bauabschnitt und der Nachbarbebauung wird eine Pufferzone aus Rapswolken vorgeschlagen, die Distanz schafft und gleichzeitig den Raum aufwertet.



    Ökologie und Gebäudetechnik


    Einleitung

    Für das Studentenwerk Frankfurt am Main ist mit dem Wohnheimkomplex Hansaallee 141 die Errichtung von besonders energieeffizienten Gebäuden geplant, welche besonders hohe energetische Anforderungen erfüllen sollen.

    Gegenüber den energetischen Anforderungen an den Neubau von Wohngebäuden nach EnEV 2009 sind das Anforderungsniveau an den Jahres-Primärenergiebedarf um mindestens 30 % und die Anforderungen an den Transmissionswärmetransferkoeffizienten um 15% zu unterschreiten.

    Ein niedriger Energiebedarf von Gebäuden für die Anforderungen Heizen, Kühlen, und Lüften kann nur erreicht werden, wenn zum einen der Bedarf an sich minimiert wird und zum anderen die Nutzung von erneuerbaren Energien optimiert wird, ohne den Komfort und die Behaglichkeit einzuschränken.

    Neben der Energieeffizienz kommt dem thermischen Raumkomfort der Wohnungen eine hohe Bedeutung zu, um eine nachhaltige Energieversorgung gepaart mit einer hohen Nutzerzufriedenheit zu gewährleisten.

    Um das zu erreichen, wird ausgehend von der Hauptnutzung Wohnheimplätze, dem Klima und eines optimalen baulichen Wärmeschutzes ein ganzheitliches Raumklimakonzept mit darauf abgestimmter Energieerzeugung entwickelt.


    Planungskonzept

    Grundsätzliche Idee ist es, im Winter soweit wie möglich die passive Solareinstrahlung und gleichzeitig die anfallenden inneren Wärmelasten für Heizzwecke zu nutzen. Eine einfache Tageslichtlenkung am äußeren Sonnenschutz ermöglicht eine größtmögliche Nutzung von blendfreiem Tageslicht.

    Im Sommer wird durch einen moderaten, geringeren Fensterflächenanteil und einen effektiven Sonnenschutz die Wärme durch Sonneneinstrahlung weitgehend außerhalb des Gebäudes gehalten, und so einer Übererwärmung der Räume vorgebeugt.

    Die Speichermasse des Gebäudes, besonders der Geschossdecken, wird genutzt, um tagsüber gespeicherte Wärme nachts ohne viel Energieaufwand an die Umgebung abzugeben, und so für eine Nachtauskühlung zu sorgen.

    Bei der Wärmeerzeugung wird auf ein ökologisch sinnvolles Energieerzeugungssystem mit einer Mischung aus mehreren Energiequellen aus regenerativen und klassischen Komponenten wie bei der Fernwärme gesetzt.
    Mit dem Einsatz von Fernwärme wird auch der Einhaltung der Anforderungen des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes entsprechend Rechnung getragen.

    Um eine sehr hohe Wirtschaftlichkeit bei der Raumlüftungs- bzw. Raumklimatechnik zu erreichen, wird darauf geachtet, dass die Systeme sowohl im Winter als auch im Sommer effizient eingesetzt werden können. Mit langen Laufzeiten bei geringen Luftwechselraten wird so eine hohe Wirtschaftlichkeit ermöglicht, ohne dass dafür zu hohe Investitionskosten auftreten.

    In den Gebäuden punktuell vorhandene Wärmelasten, wie zum Beispiel aus den Serverräumen auf den Etagen werden durch Umluftkühlgeräte abgeführt, wobei auch hier witterungsabhängig die Nutzung der freien Kühlung Vorrang hat.
    Andererseits wird die Abwärme im Winter zusätzlich zur Vorwärmung der Außenluft für die kontrollierte Wohnraumlüftung genutzt.

    In der Beleuchtungstechnik wird wie in den anderen beschriebenen Bereichen eine sinnvolle Kombination aus der Reduzierung von Energieverbräuchen und der Nutzung natürlicher Ressourcen aus der Umwelt angestrebt.
    Bei der Starkstrom- und Beleuchtungstechnik wird dies neben der Tageslichtnutzung in erster Linie durch den Einsatz von Energie sparenden Leuchten erreicht.
    Für eine optimale Tageslichtnutzung stehen Jalousiesysteme zur Verfügung, die die Funktion des Sonnenschutzes erfüllen und gleichzeitig Tageslicht in die Tiefe der Räume reflektieren.





    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

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