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  • DE-72074 Tübingen
  • 01/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-17501)

Städtebaulicher Realisierungswettbewerb "Lustnau-Süd"


  • 2. Preis


    Architekten
    Andreas Huhn Architekten, Tübingen (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: k1 Landschaftsarchitekten - Kuhn Klapka GmbH, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Alte Weberei Tübingen

    Das Städtebauliche Grundgerüst basiert auf einer Abfolge von Stadträumen, die jeweils durch ihren Kontext definiert und dem jeweiligen Ort entsprechend genutzt werden. Gemeinsam schaffen diese Stadträume sowohl eine starke Identität für das neue Quartier, als auch eine intensive Verknüpfung mit dem Lustnauer Dorfkern und dem Neckar.

    Egeriaplatz
    Der Egeriaplatz bildet das Zentrum des neuen Quartiers. Durch den partiellen Abriss des bestehenden Fabrikgebäudes wird das Denkmalgeschützte Transformatorenhaus freigelegt. Es ergibt sich eine neue Blickachse bei der Stadteinfahrt von der B27 über den neuen Platz bis hoch zum Herrlesberg. Das Egeria Hauptgebäude nimmt jetzt eine Solitärstellung ein und bildet die Platzkante hinter dem Transformatorenhaus, das als Cafe umgenutzt wird. Öffentliche Nutzungen beleben den Platz. Er bildet die Verbindung über den Terrassengarten zum Herrlesberg und nach Süden zum Erholungsgebiet am Neckar. An der Westkante des Platzes schließt mit dem umgenutzten und freigestellten Altbau 7 eine Gewerbehofstruktur an, die als Scharnier zwischen dem nördlichen und südlichen Egeriaareal fungiert. Gewerblichen Nutzungen im Erdgeschoss erlauben eine Nord-Süd Durchquerung und die Anbindung über die Nürtinger Straße zum Quartier am Neckar. Die Nürtinger Strasse wird verschmälert und zu einer Tempo 30 Zone umgewandelt. Der Egeriaplatz wird durch eine neue Bushaltestelle an den ÖPNV angebunden.

    Wohnquartiere
    Die Quartiere definieren sich durch ihren unmittelbaren Kontext und sind durch unterschiedliche Freiräume gekennzeichnet.
    Das Egeria Nord-Areal führt die vorhandene kleinteilige dörfliche Struktur weiter bis zum Egeria Platz. Das Egeria Süd-Areal wird durch eine dichte urbane Struktur definiert, die sich mit Terrassen und halböffentlichen Wohnhöfen zum Neckar hin öffnet.
    Das Queck-Areal bezieht den neu gestalteten Park in die Bebauung mit ein und definiert eine nicht vorhandene westliche Kante für das Auele Gebiet.
    Allen Quartieren wurde ein kompakter Städtebau mit flexiblen Parzellierungsmöglichkeiten zugrunde gelegt, der besonders die energetischen Kriterien der Orientierung, Verschattung und den Masseverhältnissen berücksichtigt.

    Wohnen am Neckar
    Das Quartier ist in vier Blöcke unterteilt, die sich zum Neckar bzw. zur Ammer hin öffnen. Eine dichte, kleinparzellierte Struktur ermöglicht unterschiedliche Bautypologien. Die Blöcke sind angehoben um den Hochwasserschutz zu gewährleisten. Zur Nürtinger Strasse sind in den leicht angehobenen Erdgeschossen Wohnen und Arbeiten vorgesehen. Die grünen Innenhöfe mit Spielplattformen und Fahrradabstellplätzen werden gemeinschaftlich genutzt. Sitzblöcke trennen die privaten von den gemeinschaftlichen Räumen. Erhöhte Terrassen stellen eine besondere Beziehung zum Wasser her, auf dem Neckar selbst schwimmt eine Holzterrasse, die auch als Bootsanleger benutzt werden kann. Die Müllbereiche im gesamten Quartier sind jeweils innerhalb eines Blocks in einem vom Innenhof und der Strasse zugänglichen Raum konzentriert untergebracht.
    Die Ammerterrasse mit Blick über die Ammermündung und das gegenüberliegende Holzdeck ist Quartierstreffpunkt mit Cafe und Gewerbeflächen in einem Brückenkopfgebäude, das über die Ammerbrücke eine Verbindung zum Queck-Areal herstellt.

    Wohnen an den Terrassengärten und dem Manufakturhof
    Die Atmosphäre der ruhigen Wohnstrassen im alten Dorfkern soll hier beibehalten und fortgesetzt werden. Eine kleinteilige Parzellenstruktur mit Privatgärten fügt sich in die Bebauung an der Weiherhaldenstrasse ein. Von dort gibt es Fußwegeverbindungen in Richtung Egeriaplatz/Manufakturhof und zum Terrassengarten oberhalb des Gebiets. Das neue Kinderhaus mit direktem Zugang zu Terrassengärten, Hangspiel und Kletterwand begrenzt das Gebiet auf der östlichen Seite. Optional wären hier auch andere soziale- und kulturelle Einrichtungen bzw. Gewerbe denkbar. Eine neue verkehrsberuhigte und mit vor gelagerten Privatbereichen belegte Erschließungsstrasse zwischen dem Wohngebiet und dem Manufakturhof bindet das Gebiet an die Nürtinger Strasse an. Am Manufakturhof sollen klein parzellierte Stadthäuser entstehen, die im Erdgeschoss wahlweise mit Wohnen oder Gewerbe belegt werden können. Im grünen Innenhof wird somit eine Mischung von Privatgärten und halböffentlichen Räumen erzeugt. Die Stadthäuser haben Süd- oder Westgärten, letztere schließen unmittelbar an die bestehende Struktur von Lustnau an. Im Erdgeschoss des Altbau 7 sind eine Markthalle, eine kleinteilige Gewerbestruktur oder auch kulturelle Nutzungen denkbar. Mit der Öffnung zum Manufakturhof mit einer neuen transparenten Fassade im Erdgeschoss und dem Boulevard auf der Südseite sollen hier mehrere Durchquerungen möglich sein, die das nördliche Areal an das südliche Areal über die Nürtinger Strasse anschließen. Die oberen Geschosse können als hochwertige Wohnungen ausgebaut werden. Das umgenutzte Gebäude wird zum Quartiersprägenden Objekt und erinnert an die Geschichte Egerias. Mit dem Manufakturhof wird eine urbane Einheit erzeugt, die direkt an den Egeriaplatz angeschlossen ist.

    Wohnen am Queck Park
    Die Bebauung auf dem Queck Areal bildet ein Kante zum neuen Queck Park der eine Aufwertung für das Auele Gebiet darstellt. Eine offene Bebauung zum Park setzt die Struktur der vorhandenen Bebauung auf der gegenüberliegenden Seite des Parks fort und ermöglicht einen Bezug der Wohngebäude an der Gartenstrasse zum Park hin. Das Quartier erhält den Wohnungen zugeordnete Gärten. Im Brückenkopfblock sind gewerbliche und sozial-kulturelle Einrichtungen vorgesehen.

    Umnutzung der Bestandsgebäude
    Transformatorenhaus: Nach der Freistellung wird mit einer eingeschossigen Erweiterung ein Cafe bzw. eine Bar am Egeriaplatz vorgeschlagen.
    Villa: Der Rückbau der Blechverkleidung des Sanko Gebäudes schafft Raum für die ehemalige Fabrikantenvilla. Mit dem vorgeschlagenen Anbau ist eine Nutzung als Privathaus oder als optionalen Standort für die Kindertagesstätte denkbar.

    Team:
    Gerrit Huhn, Gören Zwiessler, Max Wuppermann

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.