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  • Ankauf


    Architekten
    F29 Architekten, Dresden (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Peter Zirkel , Christian Schmitz

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Beurteilung des Preisgerichts:

    Die Verfasser arbeiten mit einem auffälligen Kontrast: Ein hoher und schmaler Baukörper schiebt sich aus dem Hang heraus und ist zentraler Erschließungs- und Aufenthaltsbereich. Daran angedockt treten Bauwerksterrassen mit Gruppen- und Klassenräumen, die angepasst an die Hangsituation des Grundstückes zurückspringen, in den Hintergrund. Beide Bauwerkstypen signalisieren durch gleiches Material Verwandtschaft.


    Städtebauliche Einordnung, landschafts- und freiraumplanerische Konzeption

    Der Gebäudekomplex ist im Zentrum des Villengartens platziert. Der Garten wird durch die Wiederaufnahme des früheren Randweges in seinen Dimensionen und im Bezug zur Villa Wach erlebbar. Durch seine räumliche Gliederung und die Materialverwendung stellen die Gebäude einen Bezug zur angrenzenden Weinbergslandschaft mit ihren Natursteinmauern und schmalen Treppen her
    und lassen in transformierter Form die historische Schicht vor der Anlage des Villengartens durchscheinen.
    An der Einmündung der Hauptstraße in den Augustusweg öffnet sich ein
    Eingangsplatz. Im Bereich des Horteingangs wird die Auffahrt zur Villa aber abrupt unterbrochen und als Treppenanlage umformuliert.


    Raumprogramm und Funktionen

    Die großzügige Pausenhalle mit offenem Speisebereich ist Ausgangspunkt der vertikalen Erschließung zu den westlich angrenzenden Trakten, die terrassenartig den Hang hinauf gestaffelt sind. Ihre Vor- und Rücksprünge bilden sich auch in einem abwechslungsreichen Flurverlauf ab.
    Die Gebäudeerweiterung schließt sich als zusätzliches Modul konzeptionell bruchlos an.
    Gruppenräume im EG, teilweise für das Ganztagesangebot, Klassenräume und GTA im 2. OG.
    Verwaltungsbereich und Hort im 3. OG liegen ungünstig zu Eingang und Speisebereich. Rückwärtige Zonen der übereinander geschobenen Bauwerksterrassen werfen grundsätzlich Probleme der natürlichen Belichtung auf. Raumhöhen sind generell zu niedrig angesetzt, Musikraum und Computerkabinette sind von Osten belichtet, WC-Anlagen fehlen im 1. OG, Behinderten-WC gibt es
    nur im EG.


    Außenanlage

    Sehr begrüßt wird, dass Gruppenräume im EG an den mit Spiel- und Bewegungsangeboten ausgestatteten Pausenbereich anschließen. Prinzipiell positiv gewertet werden auch die Dachterrassen vor den Klassenzimmern, allerdings werden hier weder Sonnenschutz durch Gehölze noch praktikable Vorschläge für Trennungen zwischen den Klassen vorgeschlagen. Schulsportflächen sind überwiegend im Osten angeordnet, die 100m-Bahn liegt vor dem Gebäude. Die räumliche Trennung der Laufbahnen ist für den Unterrichtsbetrieb ungünstig.

    Das Wegesystem im Park lehnt sich formal an den historischen Bestand an. Ein Rettungsweg zur Ostseite der Villa ist nicht nachgewiesen. Die schulunabhängige Nutzung der Sporthalle ist nicht möglich.


    Konstruktion und Energiekonzept

    Die Konstruktion ist konventionell mit einer Außenschale aus Naturstein. Der Gebäudekomplex hat durch seine Staffelung ein ungünstiges Verhältnis von Außenfläche zu Volumen, wodurch höhere bauliche Kosten zum Erreichen des Passivhausstandards zu erwarten sind.
    Die Konzeption der Haustechnik weist vielfältige Mängel auf. Der Einsatz von Luft- Wärmepumpen ist keinesfalls zu empfehlen. Die ausschliesslich zentrale Warmwasserbereitung ist aufgrund der Zirkulationsverluste zu überdenken. Die Raumbeheizung über eine träge Fussbodenheizung kann durch schneller reagierende Beheizung mit Heizkörpern preiswerter ersetzt werden. Der Einsatz der Luftkollektoren stellt eine interessante technische Lösung dar. In der weiteren Planung muss der Anteil am Energieertrag genauso geprüft werden wie Details der Ausführung bzgl. Wärmebrücken durch die Luftklappen und Anforderungen an deren Dichtigkeit.
    Der Einsatz der Chilled Beams für die Lüftung, Heizung, Kühlung der Räume ist zu hinterfragen. Durch eine Verbesserung der Konzeption des sommerlichen Wärmeschutzes z.B. durch Nutzung der durch abgehängte Decken abgeschirmten Speichermassen kann eine aktive Kühlung möglicherweise verringert werden.
    Der angesetzte Volumenstrom ist insgesamt zu hoch.
    Eine Realisierung in Bauabschnitten ist möglich.

    Die Arbeit erfindet auf der Grundlage einer stark ausgeprägten Idee den Ort im Park neu und bietet eine insgesamt interessante und funktional für Grundschule und Hort tragfähige Lösung an. Der umfangreiche Eingriff in den Park und das energetisch und baulich vergleichsweise aufwändige Bauwerk erscheinen jedoch der Aufgabenstellung nicht wirklich angemessen.


INFO-BOX

Angelegt am 04.12.2009, 16:14
Zuletzt aktualisiert 16.03.2013, 08:55
Beitrags-ID 4-32686
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