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    Architekten
    WW+ architektur + management, Esch-sur-Alzette - Luxembourg (LU), Trier (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Fabeck Architectes, Koerich (LU)
    Landschaftsarchitekten: Ernst + Partner, Trier (DE)
      BLS Energieplan GmbH, Berlin (DE), Eisenhüttenstadt (DE), Greifswald (DE), Luxembourg (LU), Frankfurt a. M. (DE)

    Erläuterungstext
    Entwurfsidee

    Räumliche Einbindung in die Umgebung / Topographie

    Der Entwurf geht auf den 'genius loci' ein, indem er vom städtebaulichen Konzept her an die bestehende Struktur anknüpft und trotzdem im Rahmen der Gesamtanlage ein neues zeitgenössisches Bild bietet. Unser Entwurf bindet die Redoute ein in ein neues Ensemble und bildet einen harmonischen Übergang zu den bestehenden Kameradschafts- und Hundertschafthäusern. Diese drei Einheiten umgeben, den Höhenlinien folgend, den zentralen Adlerhof, das heutige „Forum Vogelsang“.

    Die Positionierung der beiden Neubauten für die Jugendherberge und das Jugendwaldheim resultieren aus dem natürlichen Geländeverlauf, der vorzufindenden Topographie. Beide Gebäude gliedern sich parallel zu den Höhenlinien in das vorhandene Terrain. Jugendwaldheim und Jugendherberge umfassen die Redoute und positionieren sich orthogonal zu dieser. Die abgewinkelten Teile der neuen Gebäude leiten sich aus der Topographie und den gebäudebegleitenden Erschliessungsachsen ab.
    Aussenanlagen und Gebäude sind so gestaltet, dass ein Minimum von Bodenbewegung erfolgen muss.
    Das neue Gebäude der Jugendherberge ist dreigeschossig, das des Jugendwaldheimes zweigeschossig wobei jeweils das untere Geschoss als Sockelgeschoss gestaltet ist und den Höhenunterschied von Ost nach West aufnimmt. Die Bauten sind talwärts zwei-, bzw. dreigeschossig und hangseitig ein-, bzw. zweigeschossig, wie die Redoute. Der bestehende 48m hohe Turm, der dem Forum angegliedert ist, markiert die Gesamtanlage Vogelsang. Alle anderen bestehenden Gebäude sind stark horizontal gegliedert. Diese Horizontalität ermöglicht ein besonders schönes Eingliedern der bestehenden Gebäude in die Topographie. Diese Architektursprache prägt ebenfalls unseren Entwurf und ermöglicht die Sichtbezüge innerhalb des Geländes zu erhalten und die Auswirkungen des Vorhabens auf die Fernwirkung der Gesamtanlage zu respektieren.
    Großer Wert wird auf die Sichtbezüge innerhalb des Projekts gelegt. Die Anordnung sämtlicher Gebäudevolumen ermöglicht einen lebendigen und gut überschaubaren Raum zwischen dem Jugendwaldheim, der Redoute und der Jugendherberge.

    Die Erschließung mit PKW oder Bus erfolgt über die Haupterschliessungsachse, die westlich vom Jugendwaldheim verläuft. Dann biegt man nach rechts ab, an der Jugendherberge entlang und mündet auf einen zentralen Platz zwischen Redoute und Jugendwaldheim. Hier bietet sich die Möglichkeit des Be- und Entladens von Gepäckstücken, des Aus- und Einsteigens von Busreisenden, bevor man den Weg über die bestehende Anbindung zum zentralen Besucherparkplatz, bzw. zum Busparkplatz am Malakoff-Hof, fortführt.
    Der Haupteingang zur Jugendherberge erfolgt über die Redoute. Der bereits bestehende Platz vor der Redoute wird geebnet und aufgewertet und wird zum Hauptplatz und zur Anlaufstelle für sämtliche Besucher – hier kommt man an.

    Dies ermöglicht eine optimale Erschließung aller Gebäude und das Entstehen einer Mitte, der Piazza – ein Ort der Ankunft, der Begegnung, der Kommunikation, des Austausches, ein Ort zum Feiern und Verweilen.


    Die Redoute beherbergt im Erdgeschoss das Bistro mit seiner vorgelagerten Terrasse, welche zur Piazza hin für sämtliche Besucher ein angenehmes Ambiente bietet. Die Piazza ist die Landmark der gesamten neuen Anlage und ebenfalls als Sequenz im Rahmen sämtlicher sich auf dem Vogelgesang befindlichen Plätze zu verstehen.
    Gegenüber der Redoute befindet sich axial der Eingang des Jugendwaldheims. Jugendwaldheim und Jugendherberge teilen sich so einen schönen, belebten, sonnigen Außenraum.


    Funktionsgestaltungs- und Hochbaukonzept

    Bei der Architektur wurde zu den umliegenden bestehenden Bauwerken Bezug genommen.
    Materialität, Masse, Tiefe, Haptik, Sinnlichkeit und Kontrast, prägen den Entwurf.
    Sockelgeschosse aus Sichtbeton, der die Farbe des ortstypischen Quarzitgesteins aufnimmt, ankern die Gebäude in die bestehende Topographie und bilden ein Zusammenhang mit den historischen steinernen Bauten. Ein-, respektive zweigeschossige Holzbauten bilden den Uebergang vom Boden zu der Natur.


    Architektur

    Die Redoute

    Die Redoute wird als Empfangsgebäude umgenutzt.
    Die Redoute wird durch subtile Eingriffe, welche den Archetyp respektieren, zum Empfangsgebäude. Die Fenster werden nicht als historische Sprossenfenster ausgebildet, sondern als feine zeitgenössische Stahlrahmenfenster. Die Gebäudehülle erfährt eine thermische Aufwertung durch eine mineralische Innendämmung und die Dachflächen werden mit der erforderlichen Dämmung versehen, wünschenswert wäre des Ersetzen der Bitumenschindeln durch eine Dacheindeckung in Naturschiefer .
    Einige gezielt gesetzte, größere Öffnungen werden als großformatige Fensterkästen vor die Fassade gestellt.
    Die Grundhaltung im Umgang mit der Redoute besteht darin, die bestehende Struktur komplett zu erhalten, keine An-, Um- oder Aufbauten. Die Erdgeschossdecke wird zwischen den Betonunterzügen partiell geöffnet um der vorhandenen Geschosshöhe etwas entgegenzuwirken. Gläserne Ausschnitte ermöglichen hier Sichtbezüge zwischen den Geschossen. Die tragende Wand im Erdgeschoss wird bis auf die notwendigen Stützpfeiler zurückgebaut. Die Verbindung zwischen Rezeption, Kiosk, Bistro und dem gläsernen Zugang zu der Lobby schafft ein frei eingestelltes, multifunktionales Möbel. Von der Lobby geht es zum tieferliegenden Speisesaal und den Schlafbereichen der Jugendherberge.
    Diese Anordnung ermöglicht nachts ein Schließen der Redoute. Der Zugang zu den Schlafbereichen der Jugendherberge erfolgt dann über den Nachteingang der zweigeschossigen, offenen Lobby, den Meeting Point am Kopf des Gebäudes.


    Das Jugendwaldheim

    Das Jugendwaldheim organisiert sich entlang eines aussteifenden Betonrückgrads, an welches sich Holzvolumen, welche die Schlafbereiche beherbergen, anlehnen. Intime, zwischenliegende Holzterrassen fassen jeweils vier Schlafräume zusammen und bieten Aufenthaltsräume für die Kleinen, die vielerlei Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten eröffnen – hier kann man sich sehen, treffen, spielen, kommunizieren, etc.. Die Terrassen sind durch einen vorgelagerten Holzsteg miteinander verbunden. Jeder Klasse wird ein Aufenthaltsraum zugeordnet, der zum gemütlichen Verweilen, Spielen, Basteln einlädt und Bezug und Zugang zum Aussenraum bietet. Eine feine vertikale Holzlamellenfassade zieht sich als Aussenhaut über das Gebäude – mal geöffnet, mal geschlossen, bietet diese spannende Ein- und Ausblicke. Auch die Innenräume sollen vom Material Holz dominiert werden. Die Architektur lässt einen hohen Vorfertigungsgrat der Schlafmodule in Form von „hölzernen Boxen“ zu. Die Idee der Anlehnung an die Tierwelt wird grafisch und mit besonders gestalteten Möbeln für die Klassen und Aufenthaltsbereiche umgesetzt.
    Eine direkte Verbindung zwischen den drei Gebäuden wird über einen kurzen Tunnel ermöglicht, der vom Jugendwaldheim direkt in den teilweise über zwei Geschosse geöffneten, lichtdurchfluteten Speisesaal mündet. Ein schmaler Lichthof bringt natürliches Licht bis in den Tunnel und weitet diesen partiell auf. Der Lichthof dient gleichzeitig der natürlichen Belichtung der Küche und erlaubt den vorbeigehenden Kindern Blickbeziehungen in die Küche.


    Die Jugendherberge

    Der Kontakt mit dem Außenraum, der Natur prägt den Entwurf. Die Gästezimmer erhalten raumhohe, grossflächige Verglasungen, die den Ausblick in die Landschaft freigeben. Die Flure entlang der Schlafbereiche der Jugendherberge werden durch offene Terrassenbereiche rhythmisiert, die den Gästen freien Blick zum einen auf die westlich gelegenen Freizeit- und Sporteinrichtungen der JH zum anderen in Baumkronen des unmittelbar angrenzenden Eifel-Nationalparks bieten.
    Die Jugendherberge besteht aus einem Sockel aus Beton mit zwei Obergeschossen aus Holz. Auch hier kann ein hoher Vorfertigungsgrat der eingesetzten Brettsperrholzelementwände in Fichte für eine kürzere Bauzeit sorgen und Kosten minimieren . Die feingliedrigen Fassaden in vertikaler Holzschalung harmonieren mit der Vertikalität der Baumstämme. Dies verleiht dem gesamten Areal einen besonderen Reiz.
    Die Redoute bildet den Eingang der Jugendherberge und beinhaltet erdgeschossig die Rezeption und Aufenthaltsfunktionen.
    Im nördlichen Seitenflügel befindet sich das Bistro, welches gleichzeitig den Eingangsplatz bespiel und den Übergang zum Neubau bildet.
    Der Speisesaal liegt zentral für sämtliche Besucher und verfügt über eine herrliche Aussicht und eine vorgelagerte Terrasse. Die Tagungs-, und Seminarräume liegen in unmittelbarer Nähe nördlich vom Speisesaal. Sie werden durch mobile Trennwände flexibel in ihrer Nutzung gehalten und haben alle Zugang zum anschliessenden Seminargarten.



    Freiraumgestaltung

    Schleiden-Vogelsang - Redoute

    Das Wettbewerbsgebiet liegt in einem besonderen gestalterischen Spannungsfeld zwischen historischer, nationalsozialistischer und neuer Architektur, inmitten des Nationalparks Eifel.
    Die Freiraumgestaltung hat hierbei eine besondere Rolle zu übernehmen.
    Sie muss zum einen Bindeglied und Mittler auf dem Spielfeld der unterschiedlichen Komponenten sein und zum anderen muß es gelingen, einen funktional und gestalterisch hochwertigen Gesamteindruck zu erzielen.
    Diese Vorgaben und die Besonderheit des Ortes bilden die Grundlage unserer Haltung, die Umgebungslandschaft der Redoute mit ruhigen, zurückhaltenden aber dennoch klaren gestalterischen Aussagen zu planen.


    Freiraumkonzeption

    Unser Konzept ist maßgeblich vom neuen zentralen Empfangsbereich - der „Piazza“ – geprägt. Von hier aus werden Jugendwaldheim und Jugendherberge direkt erschlossen.
    Während im Norden das Areal der Jugendherberge mit vielfältigen Freizeit- und Sporteinrichtungen großräumig anschließt, wird das südlich gelegene Freigelände des Jugendwaldheimes überwiegend von großen Wald- und Wiesenflächen geprägt.


    Erschließung

    Die Erschließung erfolgt u.E. über die Haupterschließungsachse und wird über die in südlicher Richtung verlaufende Strasse im Einbahnverkehr (bis zum Ende des WBW-Gebietes) wieder abgeführt. Der zwangsweise passierte Empfangsplatz ist Adresse und Knotenpunkt (Vorfahrt, Bushalt und 3 Beh. Parkplätze) in einem.
    Die Andienung der Küche erfolgt über die vorhandene Erschließungsstrasse unterhalb der Redoute. Heckengefasste Mitarbeiterparkplätze für WJH und JHB (je 10 PKW) sind hier seitlich angeordnet.
    Garagen und Werkstätten des WJH werden über einen Stichweg mit ausreichend Vorfläche erschlossen.
    Der geplante Fußwegeverlauf im Bereich JHB bietet die Möglichkeit eines Rundganges.


    „Piazza“

    Der Empfangsplatz bildet den zentralen Bereich im Gesamtgelände.
    Durch Abgraben des Geländes wird die Redoute wohltuend „freigelegt“ und eine großzügige, homogene Platzsituation geschaffen, die mit Außenterrasse und baumüberstellten Sitzbänken zum Aufenthalt einlädt.
    Der Höhenunterschied zum Waldheim (ca. 50 cm) wird mittels Sitzmauer, Stufenanlage und Rampe (barrierefrei) überbrückt.
    Als Materialien werden wassergebundener Belag (Basalt) und polygonale Plattenbeläge vorgeschlagen.



    Jugendwaldheim

    Der Freiraum entwickelt sich in der südlichen Hälfte des Wettbewerbsgebietes und wird durch die Erschließungsstrasse geteilt.
    Er besteht zum größten Teil aus vorhandenen Waldstrukturen und Wiesenflächen.
    Der südöstlich gelegene „Waldraum“ bietet ausreichend Platz für die Zielgruppe des Jugendwaldheimes. (Naturerfahrung, Erlebnis Wald, Wildnis, Tier- und Pflanzenwelt, Perspektivenwechsel, Integration, Zusammenhalt, Naturspiel, Seilgarten, Unterstände (Nest) bauen, usw.)
    Wege und Lagerplätze im Waldraum sind bewusst nicht vorgegeben. Sie sollen im Rahmen des Naturunterrichts von den Schülern selbst erforscht, gefunden und gebaut werden.
    Der am südlichen Ende des Waldheimes anschießende „hölzerne Pfad zum Drosselnest“ könnte im Rahmen verschiedener Aktionswochen gemeinsam mit den Schülern entstehen und einen barriere- und verkehrsfreien Weg in die Baumkronen (evtl. Baumhaus) ermöglichen.
    Der große Grillplatz mit Hütte öffnet sich räumlich nach Norden und bietet die Möglichkeit gemeinsamer Stunden am Feuer.
    Auf der Hangwiese zwischen Waldheim und der Haupterschießungstrasse sind naturnahe Spielgeräte und zwei Terrassen an der Westseite des Gebäudes vorgesehen.
    Der Baumbestand wird soweit als möglich erhalten und punktuell mit heimischen Gehölzen ergänzt.


    Jugendherberge

    Das Freigelände der JHB ist im Wesentlichen von Freizeit- und Sporteinrichtungen und großzügigen Raumeindrücken geprägt.

    Ausgehend von der „Piazza“ führt ein barrierefreier, großzügig geschwungener Fußweg bis zum Grillplatz am Nordende des Areals. An ihm sind zahlreiche Freizeitangebote wie Streetball, Tischtennis, Spielplatz unterm Baumhain, Beachsportanlage mit Sitzstufen sowie die große Spiel- und Veranstaltungswiese mit Bolzplatz angeordnet.
    Der vom Grillplatz ausgehende Wegepfad schließt die Lücke im Wegenetz und ermöglicht den Rundgang um das nördliche WBW-Gebiet.

    Zwecks Schutz und Abgrenzung zum angrenzenden FFH-Gebiet / Nationalpark soll entlang des Weges eine „Totholzhecke“ verirrten Besuchern den Zugang verwehren.
    Neben der Barrierefunktion könnten zugleich wertvolle Biotope für Klein- und Kleinstlebewesen entstehen.
    Im Rahmen der Forstarbeit könnten die „Hecken“ mit anfallenden Geäst und Astwerk
    „gepflegt“ werden.

    Den im Untergeschoß der Jugendherberge befindlichen Tagungsräumen ist ein separierter Freiraum - der Seminargarten – vorgelagert. Sitzbänke bieten in Pausen Möglichkeiten zum Verweilen und Ausruhen.

    Am Speisesaal, ist eine großzügige Terrasse vorgesehen, die zum Frischluftgang oder zur Mahlzeit (Sommer) genutzt werden kann.



    Erläuterungen der Maßnahmen zum Energiekonzept und zur Nachhaltigkeit

    Erfüllung der EnEV 2009-Anforderungen
    Durch den Einsatz hochwertiger, langlebiger und ökologischer Dämmstoffe an Bauteilen der Gebäudehülle, dem optimierten A/V-Verhältnis sowie den Einsatz von Isolierwärme-schutzverglasungen in Kombination mit Sonnenschutzelementen, den Einsatz von passiver Küh¬lung und energieeffizienter Beleuchtung werden die ab dem 4. Quartal 2009 bestehen-den Anforderungen der EnEV 2009 an Wohn- und Nichtwohngebäude erfüllt.

    Wärmeenergieerzeugung unter Beachtung des EEWärmeG 2009
    - Grundvariante
    Die Wärmeversorgung aller Bauteile ist mit einer Betriebskosten sparenden Wärme¬pumpe (Geothermie Sole/Wasser oder Luft/Wasser) vorgesehen. Damit werden in den Neubauten Niedertemperaturflächenheizungen und im thermisch sanierten Bestandsgebäude (u.a. Fenster mit Isolierwärmeschutzverglasung neu, Dämmung der Aussenwände mit einer hochwertigen mineralischen Innendämmung und Dämmen der Dachflächen) die vorhandene und zu erhaltende, statische Heizung mit Nieder-temperaturtechnik versorgt.
    Der Primärenergiefaktor der Wärmepumpe von 25 % zum Ausgangswert angestrebt.
    Die auf 20 Jahre festgeschriebene Vergütung der PV-Anlage kann teilweise zur Betriebs-kostendeckung verwendet werden.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.