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  • AT-8041 Graz
  • 05/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-36385)

Neubau einer Dreifach-Ballsporthalle in Graz-Liebenau


  • Anerkennung Nachrücker

    Ansicht Straße + Ansicht Hofbereich

    Architekten
    Kauffmann Theilig & Partner Freie Architekten PartGmbB, Ostfildern/ Kemnat (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Städtebau

    Die neue Ballsporthalle auf den Gelände des BG/BORG Graz positioniert sich zwischen den Bestandsgebäuden und dem großen Sportfeld. Sie schafft so zwei klar gefasste Außenräume, den Vorplatz im Westen und den Hartplatz im Norden. Die Halle reagiert auf die Umgebung, indem sie vorhandene Traufhöhen aufnimmt und zur West und Ostseite angemessene Höhen ausbildet. Um die geforderten neun Meter lichte Raumhöhe nachzuweisen wird das Sportfeld 3,5 Meter in das Gelände eingelassen. Die Gebäudekontur folgt der Höhenentwicklung des Geländes. Die Halle formt im Zusammenspiel mit der Geländemodulation einen geschützten Bereich zwischen sich und den Bestandsgebäuden. Die Geländemodulation leitet den Besucher direkt zum Eingang. Auf der Ost- und Nordseite der Halle bildet der natürliche Geländeversprung und die zusätzliche Modulation Sitzstufen aus, von denen sich das Fußballfeld, der Hartplatz und der Sport, der in der Halle stattfindet gut einsehen lassen.

    Die Halle ist so positioniert, dass sich spannende Blickbeziehungen aus und in die Halle ergeben. Durch die großzügige geschosshohe Verglasung des Foyers ist es möglich schon vom Vorplatz zu erkennen, was in der Halle stattfindet. Auch vom Fußballplatz im Osten der Halle und vom Hartplatz im Norden sind Einblicke möglich.


    Zugänge

    Die Eingänge sind so organisiert, dass eine Trennung zwischen internem Betrieb (Sportler, Veranstalter, Schüler) und Besuchern möglich ist. Die Besucher betreten die Sporthalle von der zentralen Hauptachse kommend ebenerdig (ohne Lift) über den Hofraum, der sich zwischen Neubau und Bestand erstreckt, externe Sportler und Veranstalter werden vom Parkplatz im Nordwesten entlang der bestehenden Turnhalle zur Sporthalle geführt.
    Die Andienung und Versorgung der Halle ist im Süd –Westen angeordnet, kurze Wege zum Speisesaaltrakt sind gewährleistet.
    Die Verbindung zur bestehenden Turnhalle findet auf Niveau des Foyers und der Umkleiden statt um die maximale Funktionalität der Schnittstelle zu gewährleisten.
    Die Außenstiege am Bestandsturnsaal bleibt erhalten.


    Funktion

    Die Dreifach-Ballsporthalle hat eine Grundfläche von 45 x 27 m und im Bereich des Spielfelds eine lichte Raumhöhe von 9m. Somit entspricht sie internationalen Richtlinien. Durch eine Dreiteilung mittels Trennvorhängen entstehen drei Sporthallen für schulische Nutzungen. Auf Ebene -1 befinden sich neben Räumen für Technik, Putzmittel und einem Sanitätsraum die Umkleiden mit dazugehörigen Waschräumen. Die Trennung in Stiefel- und Turnschuhgang sorgt für eine klare Bereichsabgrenzung.
    Auf Ebene 0 befindet sich das helle, transparente Foyer, das schon von außen Einblicke ermöglicht. Klar angeordnet und vom Foyer zugänglich liegen Buffet, Lager, WCs und ein weiterer Putzraum. Um die Bewegungsspielräume im Foyer zu maximieren erhält es eine großzügige Raumtiefe.


    Dach, Wand, Fußboden

    Die Dachuntersicht der Halle wird mit Akustikpaneelen verkleidet, in die Flächenbündig Licht, Heizung und Trennvorhänge eingelassen sind.

    Die Materialien im Innenraum sind vorwiegend hell und freundlich. Mittels des Farbkonzeptes werden unterschiedliche Bereiche eindeutig markiert (Umkleiden, Besucherbereich, Sportlerbereich), sodass die Orientierung im Gebäude intuitiv erfolgt.

    Der Fussboden des Besucherbereichs wird mit einem farbigen, geschliffenen Betonboden versehen, die Sporthalle wird mit einem Flächenelastischen Hallenboden ausgestattet.


    Fassade

    Die Fassade wird von zwei Materialien bestimmt, die geschlossenen Bereiche, das „schwebende Dach“ ist mit einer Streckmetallfassade umgeben. Das homogene Material lässt das Dachvolumen monolithisch wirken. Um dem Dach den schwebenden Charakter zu verleihen wird die Halle umlaufend von einer Glasfassade umschlossen, die Einblicke und Ausblicke ermöglicht. Trotz des Absenkens der Sporthalle entsteht so nicht das Gefühl „im Keller“ zu trainieren. Auf der Südseite wird durch geeignete Maßnahmen eine Blendung und Überhitzung vermieden. Die Tiefe der Halle wird über Dachfenster belichtet, die mit Manipulatoren verschattet werden können.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Projekt zeigt eine sensible Einbindung in die Umgebung mit einem höhendifferenzierten Dach, das schwebend über dem abgesenkten Sportbereich konzipiert ist. Die Tribünen sind westseitig abgerückt positioniert, damit darunter eine natürliche Belichtung der Garderoben gegeben ist. Die dynamische Form bezieht sich sehr gut auf den bestehenden Geländeverlauf.
    Die Vorgabe der Höhe der Sporthalle wird nicht erfüllt.


INFO-BOX

Angelegt am 21.05.2010, 16:51
Zuletzt aktualisiert 02.11.2010, 11:04
Beitrags-ID 4-36137
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