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  • DE-14163 Berlin
  • 07/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-32620)

Sanierung des Rathauses Zehlendorf


  • 1. Preis


    Architekten
    KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt am Main (DE), München (DE), Berlin (DE), Braunschweig (DE), Beijing (CN), Shenzhen (CN) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Bauphysiker: GSE Ingenieur - Gesellschaft mbH Saar, Enseleit und Partner, Berlin (DE)
    Energieplaner: Scholze Ingenieurgesellschaft mbH, Leinfelden-Echterdingen (DE), Berlin (DE), Dresden (DE), München (DE), Hamburg (DE), Frankfurt am Main (DE), Köln (DE)
    Energieplaner: Lemon Consult GmbH, Zürich (CH)
    Bauingenieure: R+R Fuchs Ingenieurbüro für Fassadentechnik GmbH, München (DE)

    Erläuterungstext
    Der Entwurf für die energetische Sanierung des Rathauses in Berlin Zehlendorf sieht vor die unterschiedlichen Gebäudeteile des Rathauses in ihrem Charakter zu bewahren und die Ablesbarkeit ihrer Entstehungszeit auch nach der Fassadensanierung zu ermöglichen. Das Rathaus-Ensemble besteht im Wesentlichen aus drei Gebäudeteilen: dem denkmalgeschützten Hauptgebäude aus dem Jahre 1928, dem Erweiterungsbau aus den 1950er Jahren und weiteren Ergänzungsbauten aus den 1970er Jahren in Plattenbauweise. Alle Gebäude weisen erhebliche energetische Mängel und große Energieeinsparpotentiale auf. Neben der Energie- und CO2-Einsparung stehen bei den geplanten Maßnahmen Komfortsteigerungen für die Nutzer im Vordergrund. Neben der sommerlichen Spitzenlastkühlung, einer Kombination aus mechanischer und natürlicher Belüftung zählen hierzu auch die optimierte Tages- und Kunstlichtregelung sowie die individuelle Einstellung der Raumtemperatur. Um den jeweiligen Charakter der unterschiedlichen Gebäude zu erhalten, wurde für jeden Gebäudetyp ein anderes energetisches Sanierungskonzept entwickelt.
    Das Hauptgebäude wird durch eine intelligente Kombination aus einer nur 2cm dünnen, hochwirksamen Dämmung und einer Putzschicht sowie einer Innendämmung sein ursprüngliches Erscheinungsbild zum Straßenraum hin nahezu unverändert behalten. Die Hoffassade wird dagegen mit einem WDVS versehen.
    Das typische Erscheinungsbild des Erweiterungsbaus aus den 1950er Jahren mit seiner schlichten Rasterfassade, schlanken Außenstützen, Fassadenpfosten, Fensterbrüstungen und außen liegendem Sonnenschutz wird dem Wesen nach ebenfalls erhalten. Anders wie beim Hauptgebäude werden hier jedoch wesentliche Elemente der Fassade durch Fertigteilelemente in Holztafelbauweise und durch Betonfertigteile ersetzt und somit das Gebäude durch eine neue Wärmedämmebene sowie Fenster mit dreifach Verglasung im Passivhausstandard optimal isoliert.
    Die Plattenbauten werden energetisch saniert und zugleich durch eine moderne Fassadengestaltung neu interpretiert. Versetzt angeordnete Fensterbänder, die zudem durch horizontale Fenstereinfassungen optisch vergrößert werden, schaffen eine hell gestaltete Fassade, die freundlich und einladend wirkt. Sie bildet zudem einen spannungsvollen Kontrast gegenüber der dreigeschossigen Fassade des Hauptgebäudes.
    Durch die Sanierung soll das Rathaus in Zehlendorf nahezu Passiv-Haus-Eigenschaften erhalten.


    Weitere Maßnahmen des neuen Energiekonzepts, die eine maximale Ausnutzung regenerativer Energien sicherstellen, sind daher:
    - ein Hocheffizienzspeicher als unterirdischer Wasserspeicher mit einem Volumen von 600m3
    - die Nutzung von Solarenergie durch Hochleistungs-Vakuumkollektoren und Photovoltaikmodule
    - Grundwassernutzung für Heizung und Kühlung (Geothermie über Wämepumpen und Grundwasserzirkulationssonden)
    - die Nutzung von Abwärme durch den Einsatz einer Wärmepumpen- und Wärmetauscher-Anlage
    - die Nutzung eines Blockheizkraftwerks (BHKW) zur Gebäudebeheizung und zur Speicherladung
    - die Kombination aus mechanischer und freier Lüftung sowie Heizkörper mit niedriger Vorlauftemperatur
    - die Senkung des Strombedarfs (u.a. durch Tageslichtsteuerung, Kunstlichtregelung, Präsenzsensoren für die Beleuchtungsabschaltung)

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Aus der Beurteilung des Preisgerichtes:
    "Der vorliegende Entwurf erhält das Gebäudeensemble, wie es sich derzeit präsentiert. Die neuen Fassaden bewahren den Charakter der Gebäude und somit die Ablesbarkeit der Entstehungszeit. Durch diesen behutsamen Umgang bleibt die Gewichtung der einzelnen Gebäude innerhalb des Ensembles erhalten und dessen Präsenz innerhalb seines Umfelds unverändert."

    Quelle:
    www.berlin-aktuell.de/sanierung-des-rathauses-zehlendorf-auf-nullheizenergieniveau_id9171.html