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  • DE-14163 Berlin
  • 07/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-32620)

Sanierung des Rathauses Zehlendorf


  • 2. Preis


    Architekten
    Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin (DE), Dülmen-Rorup (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Prof. Jan Kleihues

    In Zusammenarbeit mit:
    TGA-Fachplaner: Building Applications Ingenieure Kasche Lußky Dr. Krühne, Berlin (DE)
    Bauphysiker: ISRW - Institut für Schalltechnik, Raumakustik, Wärmeschutz Dr.-Ing. Klapdor GmbH, Düsseldorf (DE), Berlin (DE), Bielefeld (DE), Mainz (DE), Hamburg (DE), Karlsruhe (DE), Köln (DE)
    Brandschutzplaner: bauart Konstruktions GmbH + Co.KG, Lauterbach (DE), München (DE), Darmstadt (DE)

    Erläuterungstext
    Entwurfsgedanke
    Das Gebäudeensemble des Rathauses Zehlendorf ist am Übergang
    unterschiedlicher Bebauungsstrukturen situiert. Der Teltower Damm an der
    Ostseite bildet in diesem Abschnitt einen städtischen Straßenraum mit einer geschlossenen Randbebauung aus drei- bis viergeschossigen Wohn- und
    Geschäftshäusern. Auch die Kirchstraße im Norden mit der gegenüberliegenden
    Paulus-Kirche und ihrem Pfarrhaus stellt eine städtische Situation dar. Dagegen
    ist die nach Süden und Westen anschließende Umgebung durch eine kleinteilige,
    offene Bebauungsstruktur geprägt. Gärten und alter Baumbestand verleihen ihr
    einen landschaftlichen Charakter. Zugleich setzt sich der Gesamtkomplex aus verschiedenartigen Bauteilen zusammen, die eine unterschiedliche Herangehensweise erfordern. Die Bauteile A1 bis A3 aus den 20er Jahren grenzen mit ihren Putzfassaden direkt an den städtischen Raum an, für sie wird eine denkmalgerechte Sanierung durchgeführt. Die weiteren, später errichteten Bauteile liegen von der Grundstücksgrenze
    zurückgesetzt im inneren der Anlage. Die städtebauliche Interpretation von in einen Landschaftsraum eingestellten Baukörpern führt zur neuen Fassadengestaltung dieser Gebäude in Anlehnung an Landhausarchitektur. Hieraus leitet sich die Wahl von naturbelassenem Lärchenholz als Fassadenmaterial ab. Fassadenbekleidungen aus Holz sind ein Motiv, das sich auch in der traditionellen Villenarchitektur des Bezirks Zehlendorf findet. Darüber hinaus werden die formal stark unterschiedlichen Bauteile aus den 50er und 70er Jahren durch die Sanierung zu einem einheitlichen und ruhigem
    Erscheinungsbild zusammengefasst. Die Gebäude aus den unterschiedlichen
    Entstehungszeiten erhalten bezüglich Material, Konstruktion und Detailausbildung
    gleichartige Fassaden. Diese weisen jedoch entsprechend der Struktur der
    jeweiligen Bestandsbauten einen differenzierten Fassadenrhythmus und eigene
    Fensterproportionen auf.

    Entwurfsziele
    Die energetische Sanierung der Fassade umfasst folgende Zielsetzungen:
    - Für die Bauteile B, C, D und E die Erstellung einer hochgedämmten und nahezu
    wärmebrückenfreie Gebäudehülle. Bei den Bauteilen A1 – A3 wird die Variante
    einer Innendämmung gewählt, um eine denkmalgerechte Rekonstruktion der
    Putzfassade zu ermöglichen.
    - Solare Energiegewinne werden verstärkt genutzt. Hierzu wird bei allen Bauteilen
    für die Fenster eine Verglasung mit hohem Energiedurchlassgrad gewählt. Im
    Bereich der Fensterbrüstungen werden an den südorientierten Fassaden der
    Bauteile B, C und E zusätzlich Paneele aus transluzenter Wärmedämmung
    eingesetzt.
    - Eine Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes wird durch einen
    effektiven Sonnenschutz erzielt, dessen witterungsunabhängige Funktion durch
    die Montage innerhalb der Verbund- bzw. Kastenfenster sichergestellt ist.
    - Die Tageslichtnutzung wird durch eine Verglasung mit hoher Lichtdurchlässigkeit
    und den Einsatz von Sonnenschutzlamellen mit Lichtlenktechnik optimiert
    - Dem Aspekt der Nachhaltigkeit wird durch die durchgängige Auswahl der
    verwendeten Baustoffe nach Kriterien der Umweltverträglichkeit Rechnung
    getragen. Die Fassadenbekleidung aus Lärchenholz als regenerativer und
    heimisch produzierter Baustoff vermittelt diese Haltung signifikant nach außen.
    - Die Maßnahme wird durch die Konzeption der Fassaden zu den Bauteilen B, C,
    D und E mit einem hohen Vorfertigungsgrad wirtschaftlich umgesetzt. Die Wahl
    der Elementgrößen ist bezüglich Transport und Montage optimiert, die
    Fensterelemente sind bereits werkseitig integriert.
    - Es werden Materialien und Oberflächenbehandlungen gewählt, die einen
    minimierten Aufwand im Bauunterhalt erforderlich machen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.