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  • DE-89250 Senden
  • 09/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-37734)

Neubau der Zweifachsporthalle Ottmarsbocholt


  • 4. Preis

    Perspektive

    Architekten
    Peter W. Schmidt Architekt BDA, Pforzheim (DE), Berlin (DE) Büroprofil

    Preisgeld
    1.500 EUR

    Erläuterungstext
    Die neue Zweifachsporthalle im nördlichen Sportpark des Ortsteils Ottmarsbocholt fügt sich innerhalb des gegebenen Baufeldes zwischen die vorhandene Bebauung des Clubhauses und die Außensportanlagen ein und richtet sich an diesen aus.
    Ein eingeschossiger Sockelkörper bildet die Basis des Neubaus. Auf den Bereich der Halle legt sich ein zweiter horizontaler Körper, und formt die transluzente Hülle des Hallenraumes. Der obere Lichtkörper nimmt die vordere Gebäudekante des bestehenden Clubhauses auf und fügt Alt- und Neubau zu einem Komplex. Das Sockelvolumen hingegen rückt aus dieser Flucht hervor und markiert so den Besuchereingang von der Clemens-Hagemann-Strasse.
    Der neue Baukörper definiert durch einen Abstand zum bestehenden Clubhaus einen Außenraum, welcher als Gelenk den Bezug zwischen der neuen Sporthalle, dem Bestand und den Außensportanlagen herstellt. Es entsteht eine zentrale Außenfläche des Sportparks mit besonderer Aufenthaltsqualität als Platz für gemeinschaftliche Nutzungen.

    Das großzügige Foyer bildet den zentralen Punkt der inneren räumlichen Organisation, sowie die Verknüpfung zwischen Innen- und Außenraum. Es öffnet sich großzügig sowohl zum neu definierten Platz, als auch zur Sporthalle, bildet einen übersichtlichen Verteilerpunkt für den Zuschauer- und Sportlerbereich und ermöglicht durch Abtrennung eines Multifunktionsbereiches eine sehr flexible Nutzung.
    Die in drei gleichgroße Teile trennbare Halle wird zu einer Längsseite von den Geräteräumen und den Zugängen zu den Umkleiden gefasst. Gegenüberliegend öffnet sie sich auf voller Länge nach Norden und bietet eine blendfreie Sichtbeziehung zu den Außensportanlagen. Auf dieser Seite befinden sich ebenfalls die Tribünen für 199 Zuschauer. Diese werden als eingestellte Möbel ansteigend ab Niveau des Hallenbodens ausgebildet. Sie sind in der Ausführung sowohl als feste Einbauten als auch flexibel möglich und bieten unterhalb der Sitzflächen Platz für die Lagerung von Bühnenteilen.
    Die Raumorganisation der Zweifachsporthalle ermöglicht nicht nur die separate und vielfältige Nutzung des Foyers, sondern auch die Abtrennung und Zugänglichkeit einzelner Bereiche für den Außensport.

    Die Konstruktion des Sockelvolumens wird als Betonwand mit vorgehängtem Klinkermauerwerk ausgeführt. Den oberen Abschluss der Halle bildet eine aufgesetzte Stahlfachwerkkonstruktion in Form eines umlaufenden Rahmens. Zwischen diesem überspannen Träger die 28 m breite Halle. Die Deckenplatte des Foyers wird im Anschluss an die Halle von dem Stahlfachwerkrahmen abgehängt.

    Dunkles Klinkermauerwerk betont den ruhenden unteren Sockelbaukörper. Im inneren des Sockelbereich der Halle werden Akustikpaneele vorgesehen. Eine Kombination aus transluzenter Profilitverglasung mit weiß lackierten Stahlfachwerkträgern bildet den oberen Baukörper, setzt ihn vom Sockel ab und lässt ihn leicht und schwebend erscheinen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Baukörper der neuen Halle bildet neben dem bestehenden Vereinsgebäude ein Solitär, dessen Sockelbereich sich maßstäblich gut an den Bestand orientiert. Durch diese Zonierung entsteht ein großer neuer Vorplatz, über den das Foyer sinnfällig erschlossen wird, der allerdings einen kontrollierten separaten Einlass zu den Außensportbereichen erschwert.

    Der Baukörper wird architektonisch anspruchsvoll, aber auch angemessen gestaltet. Durch die Materialwahl von dunklem Ziegel und Glas wird eine dem Ort angemessene Ruhe und Klarheit erzeugt. Die Fassade ist gut proportioniert und weist eine hohe architektonische Qualität auf.

    Über das Foyer werden schlüssig alle Bereiche erschlossen, allerdings wird die Nähe der Umkleiden zu den Tribünen vermisst. Über den Tribünenbereich wird eine angenehme Korrespondenz zum Außenbereich angeboten. Die Lage des Multifunktionsraumes widerspricht der großzügigen Ausgestaltung des Foyers und weist einen beträchtlichen funktionalen Mangel auf.

    Nachteilig ist auch, dass das Foyer nicht den bestehenden Gebäudeteil einbezieht.

    Der relativ hohe Bruttorauminhalt kann bei dieser Arbeit durch die große Kompaktheit und die einfache Bauweise kompensiert werden. Die Kompaktheit begünstigt auch die vorgeschlagene Konzeption als Passivhaus.

    Insgesamt ein überzeugend gestalteter Entwurf, dessen funktionale Mängel in der Beurteilung zu größeren Abstrichen führten.