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  • DE-63762 Großostheim
  • 09/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-39235)

QUARTIERSZENTRUM Ringheim


  • 1. Preis


    Architekten
    o5 architekten bda - raab hafke lang, Frankfurt am Main (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: KuBuS Freiraumplanung GmbH & Co. KG, Wetzlar (DE), Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser wählen das Motiv der ehemaligen Landebahn als zentrales, gliederndes Freiraumelement, welches als Band mit Spiel- und Aufenthaltsangeboten die Geschichte des Ortes positiv interpretiert. Es entsteht eine klare Zonierung in einen nördlichen und südlichen Bürgerparkbereich. Durch die gewählte Positionierung in der Nordostecke bei kleiner Gebäudegrundfläche behält der Bürgerpark eine maximal mögliche Größe.

    Es wird ein kompakter und gleichzeitig gut gegliederter II-geschossiger Baukörper vorgeschlagen, bei dem die Nutzungen im EG und OG klare Zuordnungen zu großflächigen Freibereichen haben. Gut gelungen ist die baukörperliche Ausformung des Obergeschosses durch Einschneiden von Freiräumen und Dachterrassen, durch die die Proportionen der umgebenden Bebauung aufgenommen werden.

    Über einen großzügigen Vorbereich erschließt man von der Dresdner Straße kommend das Gebäude über eine lichtdurchflutete Halle als kommunikative Mitte, an der alle Nutzungsbereiche angeordnet sind. Im Erdgeschoss sind Café und Aktionsraum zusammenschaltbar und auch erweiterbar zur Mittelzone; die Caféterrasse liegt richtig nach Westen zum Bürgerpark orientiert. Der Versorgungsbereich ist zurückhaltend in der Außenpräsenz angeordnet und die Andienung erfolgt unprätentiös über die westliche Vorzone.

    Die Lage der II-geschossigen Bibliothek, orientiert zur Dresdner Straße und situiert neben dem Eingang, hat einladenden Charakter. Die transparente Fassade erhöht deren Attraktivität. Die Lesegalerie als Rückzugsbereich mit vorgelagertem Lesedachgarten im OG ist ein attraktives Angebot, die Lage des Büros der Bereichsleitung im OG ist jedoch aus Aufsichtsgründen unpraktikabel.

    Die Auffindbarkeit der Zentrumsleitung im OG ist ungünstig, wogegen die Lage von Therapie- und Beratungsräumen hinsichtlich der Privatheit der Klientel begrüßt wird. Der Seniorenbereich am südlichen Rand des Gebäudes im EG mit vorgelagerter Terrasse ist richtig organisiert und gut orientiert.

    Die Lage des Kinderbereiches direkt an der zentralen Mitte, orientiert zur bestehenden Spielfläche des Kinderbetreuungszentrums ist gut gewählt. Die Lage der Krippenräume im OG wird von Nutzerseite kritisiert, da die Betreuung der kleinsten Kinder (0 - 3 Jahre) erfahrungsgemäß einen erhöhten (Transport-) Aufwand mit sich bringt. Ein Tausch der Flächen Kindergarten und Kinderkrippe scheint jedoch grundsätzlich möglich. Die innere Gliederung des Kindergartens überzeugt bis auf die nur über die Halle belichteten Gruppennebenräume.

    Der architektonische Ausdruck wird durch die Wahl der Materialien der Fassade, Sichtmauerwerk und Fensteröffnungen mit Sichtbetonlaibungen, verstärkt. Die Materialien sind langlebig und wartungsarm.

    Trotz korrigierbarer Schwächen in Teilbereichen ist der vorliegende Entwurf ein innovativer und entwicklungsfähiger Beitrag zur Thematik Quartierszentrum als Mehrgenerationenhaus, der in seiner baukörperlichen Ausformung von innen und von außen höchste Attraktivität besitzt.