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  • Preisgruppe


    Projekt
    Tellergericht

    Architekten
    Christhard Kunze

    Erläuterungstext
    Ausgemergelte, vertrocknete Fische befreien sich aus einem wabbeligen, in sich zerfallenen Monster und vereinen sich mit feisten Würstchen und einer Gemüsebeilage aus Brechbohnen zu einem gesamtdeutschen Tellergericht.
    Das Ganze ist mit heißer Luft überbacken.

    Sperrig und simpel zugleich sind die Zutaten, der Geschmack ist auf jeden Fall einmalig. Wohl bekomm´s.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Jury ließ sich dieses „Tellergericht“ auf der Zunge zergehen. Ausgemergelte, vertrocknete Fische (Bürger der DDR) befreien sich aus einem wabbeligen, in sich zerfallenen Monster (DDR) und vereinen sich mit feisten Würstchen und einer Gemüsebeilage aus Brechbohnen (Bürger der BRD) zu einem gesamtdeutschen Tellergericht. Ein Bild, das der Satirezeitschrift Titanic würdig wäre.

    „Das hatten wir so noch nie!“ So der Vorsitzende des Preisgerichts. „Ich muss immer wieder hingucken!“ Dieser Eindruck prägte die ersten beiden Rundgänge, in denen dieses „Tellergericht“ zu entsetzter Erheiterung führte. Oder anders ausgedrückt: Über keinen Entwurf wurde so viel gelacht.

    Erst im dritten Rundgang kam es zu heftigen Attacken gegen das Tellergericht: „Das ist ekelhaft!“ – „Zum ersten Mal seit Jahren denke ich an den Kindheitsspruch: Mit Essen spielt man nicht! Das stimmt!“ Das Tellergericht ging aus dem Rennen mit dem Hinweis, die Einheit sei etwas Schönes, dieser Entwurf verfehle somit das Thema. Der Planer habe im übrigen eher gekocht und weniger gebacken. Die Jury war nicht überzeugt davon, dass die Bohnen, Sardinen und Würstchen aus Zucker sind. Nach einem Rückholantrag eines Sachverständigen wurde das Tellergericht neu diskutiert und kam doch noch unter die ersten 10.