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  • 3. Preis

    Erdgeschoß

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    Architekten
    me di um Architekten Roloff . Ruffing + Partner, Hamburg (DE)

    Mitarbeit
    Peer Hillmann Michael Specht Julia Strunk Tobias Reinhardt

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: architekten prof. klaus sill, Hamburg (DE)
    Landschaftsarchitekten: WES LandschaftsArchitektur Schatz Betz Kaschke Wehberg-Krafft Rödding, Hamburg (DE), Oyten (DE), Berlin (DE), Düsseldorf (DE), Shanghai (CN)
    Bauingenieure: ASSMANN BERATEN + PLANEN AG, Berlin (DE), Braunschweig (DE), Dortmund (DE), Dresden (DE), Frankfurt (DE), Hamburg (DE), Leipzig (DE), Magdeburg (DE), München (DE), Stuttgart (DE), Moskau (RU), Teheran (IR)

    Erläuterungstext
    Städtebauliches Konzept
    Der Entwurf orientiert sich am historischen städtebaulichen Leitbild Mannheims, die Individualität des Einzelgebäudes dem Ziel der Einheitlichkeit der Gesamtstadt unterzuordnen. Was als Beschränkung verstanden werden könnte, verkehrt der Entwurf des neuen Werkhauses ins Gegenteil. Es eröffnet sich die Chance einer spezifischen, auf diesen besonderen Ort zugeschnittenen baulichen Lösung. Im Schnittpunkt unterschiedlicher städtebaulicher Strukturen liegend, nimmt das Werkhausgrundstück in der Gesamtstadt eine besondere Position ein. Die lineare, geradlienige Baustruktur der Collinistrasse, der auf den Innenstadtring ausgerichtete „Bogen“ der Mozartstrasse, sowie die unmittelbare Nachbarschaft zum klassisch, symmetrischen Gebäude der ehemaligen Liselotteschule, sind Bezugspunkte, auf die das Werkhausgebäude reagiert.
    Gerade dass der Neubau auf die unterschiedlichen Situationen eingeht, führt zur Konsequenz, dass er sich als Kubus aus der städtebaulich dienenden Funktion lösen und zum besonderen Gebäude, dem StadtSolitär, werden kann. Alle drei Gebäudeecken übernehmen dabei wichtige Aufgaben. Der langgestreckte Atelieraufsatz des Malersaals sowie seine Auskragung, betonen die lineare Struktur der Collinistrasse. Das Einschwenken der Fassade in der Mozartstrasse stellt einerseits den Giebel des historischen Altbaues frei und gibt gleichzeitig einen Hinweis auf den Platzbereich, der zwischen Alt- und Neubau entstanden ist. Der trichterförmige Verlauf der Neubaufassade auf der Südostseite verschafft dem Altbau den notwendigen Vorbereich und verengt im weiteren Verlauf den neu entstandnen Platzraum zur Gasse. Diese schließt den Raum optisch zur vielbefahrenen Collinistrasse. Der artifiziell gestaltete Raum zwischen Alt- und Neubau wird der Stadt als öffentlicher, multifunktionaler Platz zurückgegeben, der auf vielfältige Art genutzt werden kann.


    Gebäudekonzept
    Die Funktionsverteilung der einzelnen Arbeitsbereiche sieht vor, dass Schlosserei, Tischlerei und Montagehalle ebenengleich im Erdgeschoss, mit direkter Anbindung an die Anlieferzone angesiedelt werden. Plastiker, Dekoabteilung und Malersaal befinden sich in der Ebene darüber. Der 9 m hohe Malersaal wird als aufgesetzter Atelierraum mit Nordbelichtung als Sonderbauteil behandelt. Im Zwischengeschoss, die Differenz der unterschiedlichen Raumhöhen nutzend, befinden sich Personal- und Büroräume. Mit der vorgeschlagenen Stapelung können alle Arbeitsprozesse, unter Überwindung lediglich eines Geschosses, rationell und schnell abgewickelt werden.

    Neben der über drei Geschosse gestapelten Funktionsstruktur, wird das Gebäude wesentlich durch eine kreuzförmige Transport und Verteilerspange, in Längs- wie in Querrichtung, charakterisiert. Im Zusammenspiel mit dem großen Lastenaufzug erzeugen die Verkehrsspangen kürzeste innere Wege und damit optimale Verbindungen der Werkstätten untereinander.
    Die An- und Ablieferung der LKW’s befindet sich im Gebäude. Ein quer durch das Werkhaus geführter Verkehrsstich ermöglicht einerseits wettergeschützte Be- und Entladevorgänge und garantiert andererseits den Emissionsschutz der direkten Nachbarschaft. Ein weiterer Vorteil dieser inneren Verkehrszone liegt darin, dass ü-ber großformatige Tore zu den Werkstätten, diese Fläche temporär und wechselseitig von den Werkstätten mitgenutzt werden kann.
    Die notwendigen Technikflächen werden in Abhängigkeit der einzelnen Funktions-einheiten im Bereich der Längsspange angesiedelt. Zum einen im Kellergeschoss und zum anderen in einer Zwischenebene. Durch die thematisch definierte dezentrale Technikanordnung werden kurze Wege der technischen Installationen geschaffen. Mit dem Vorteil einer wirtschaftlichen Erstellung und einer optimierten Wirkungsweise im laufenden Betrieb.

    Analog zur funktionalen Struktur entwickelt sich das Konstruktionssystem. Ebenfalls kreuzweise überlagern sich Primär- und Sekundärtragwerk. Die durchgehende innere Kernwand sowie geschosshohe Trennwände als Tragglieder ermöglichen im Zusammenspiel mit vorgespannten Unterzügen die geforderte Stützenfreiheit der Großräume. Die gesamte Konstruktion ist in Fertigteilbauweise konzipiert und somit schnell und wirtschaftlich zu errichten. An Konstruktion wird nur gebaut, was aus statischen bzw. brandschutztechnischen Gründen erforderlich ist.
    Die innere, minimalisierte Tragstruktur wird außen mit einer durchlaufenden transluzenten Glashaut umhüllt. Die umschließende Glashülle sorgt für ein kubisch, flächiges Erscheinungsbild des Gebäudes. Lediglich die Großräume des Malersaal und der Montagehalle werden gestalterisch herausgearbeitet. Alle anderen Funktionsbereiche liegen hinter der durchscheinenden Haut. Das Innenleben ist von außen nur schemen- bzw. schattenhaft erkennbar, das Arbeiten und die Erzeugnisse bleiben geheimnisvoll und werden erst auf den Bühnen des Nationaltheaters veröffentlicht. Zur Belichtung und Belüftung wird die Fassade partiell mit Klargläsern bzw. Lüftungsklappen und Lamellen ausgerüstet. Die Nordfassade des Malersaal fungiert als Ankündigungsfläche für des Nationaltheater Mannheim. Großflächige Planen und Vorhänge geben Hinweise auf das Programm der Großen Bühnen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

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