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  • 2. Preis

    Aufsicht Modell

    Architekten
    Kauffmann Theilig & Partner Freie Architekten PartGmbB, Ostfildern/ Kemnat (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Eurich Gula Landschaftsarchitektur, Wendlingen am Neckar (DE)

    Preisgeld
    13.000 EUR

    Erläuterungstext
    Städtebauliches Konzept

    Das Grundstück im Umfeld der Hiltenspergerstraße, Agnesstraße und Adelheidstraße ist geprägt von einer 5-geschossigen Block-randbebauung. Lediglich auf dem konkreten Grundstück für das neue Studentenwohnheim befinden sich solitäre Baukörper und bilden so eine „Störung“ im urbanen Kontext des Umfeldes.


    Unser Konzept schließt den Blockrand.

    Es schafft innerhalb dieser kontinuierlichen Abwicklung entlang der Adelheidstraße, der Agnesstraße und der Hiltenspergerstraße drei ablesbare, den Straßenraum gliedernde und identifikationsstiftende Baukörper.

    Es nutzt Freiheiten im Hinblick auf Besonnung und Orientierung zum und im Blockinneren.

    Es schafft einen sinnvollen 1. BA als vernünftiges Teilbild eines Gesamtkonzeptes.


    Erschließung und Parken

    Die drei neuen Gebäude sind im Straßenraum präsent, sie werden im Blockinneren erschlossen. Zwei Durchgänge – von der Agnesstraße und von der Adelheidstraße schaffen den Zugang vom öffentlichen Straßenraum zum halböffentlichen Blockinneren. Jede Hauseinheit ist dann mit einem zentralen Treppenhaus leistungs-fähig erschlossen.

    Unter allen Gebäuden befindet sich eine Unterflurgarage sowie die Technik- und Nebenräume zum Studentenwohnen. Die Einfahrt erfolgt über die Adelheidstraße. Ca. 100 Stellplätze (30 im 1. BA) sowie 200 Fahrradabstellplätze finden hier natürlich belüftet und belichtet und mit direktem Zugang zu den vertikalen Erschließungs-elementen Platz.

    Der Innenhof ist für die Notfallerschließung (Feuerwehr) zugänglich. Damit ist vollständig ein zweiter Rettungsweg garantiert.


    Das Studentenwohnheim

    Im 1. BA entsteht ein Gebäude für 146 Studierende auf 5 Wohn-ebenen. Es entsteht eine Traufhöhe auf 17,6 m und bindet sich so sehr selbstverständlich in das Umfeld ein. Die Unterflurgarage ist , wie erwähnt, um ca. 1 m aus dem Gelände herausgehoben; es wird so auch die Privatheit der erdgeschossigen Wohneinheiten gewährleistet.

    Die Abstände und Zwischenräume zu den noch bestehenden solitären Nachbarn sind gut koordiniert.

    Eine großzügige Laubengangerschließung im Blockinneren schafft gleichzeitig eine hohe kommunikative Aufenthaltsqualität für die einzelnen Appartements und Wohngemeinschaften. Differenzierte Geometrien über die einzelnen Ebenen schaffen räumliche Qualitäten. Ein zentrales Treppenhaus mit der Möglichkeit der Nachrüstung eines Aufzugs wird zu einem sehr ökonomischen und effizienten vertikalen Erschließungselement.

    Die Wohneinheiten sind nach Süden, Westen und Osten orientiert. Sie sind so organisiert, dass eine Staffelung vom halböffentlichen Laubengang zum öffentlichen Privatbereich (Wohnen, Essen) zum Privatbereich (Einzelzimmer, Schlafen) in allen Fällen gewährleistet ist.

    In der Summe entsteht folgender Wohnungsmix für den 1. BA:

    • 82 Zimmer in 20 Wohngemeinschaften (54 %)
    • 40 Appartements für 1 Person (29 %)
    • 10 Appartements für 2 Personen (15 %)
    • 3 behindertengerechte Appartements im EG (2 %)

    Auf den Ost- und Westseiten werden optional 2-geschossige Maisonetttypen für die Wohngemeinschaften angeboten.


    Gestalt und Material

    Die prinzipiell um einen innenhoforganisierten Baukörper löst sich zum Blockinneren auf, schaffen so eine optimale Belichtung und Besonnung von Süden und Westen und räumlich spannende Blickbeziehungen.

    Die Fassaden zu den Straßenräumen und zum Blockinneren sind moderat differenziert: großformatige Öffnungen mit raumhohen Verglasungen und Öffnungsflügel (franz. Balkons) schaffen hohe Wohnqualität.

    Die Baukörper in Massivbauweise bestehen in ihren tragenden und erdberührenden Bauteilen aus Stahlbeton mit einer zeitgemäßen Wärmedämmung und einer farblich leicht differenzierten Putzoberfläche (VWDS). Die Öffnungen sind mit Elementfenstern (Holz/Alu) in serieller Bauart geschlossen. Ein leistungsfähiger Sonnenschutz auf der Außenseite schafft sommerliche Behaglichkeit.

    Die Holzterrassen im Blockinneren in filigraner Bauart erzeugen einen Treffpunkt mit hoher Aufenthaltsqualität ohne die dahinterliegenden Wohneinheiten zu belasten.

    Die tragenden Wandelemente sind in allen Ebenen einschl. der Tiefgarage in ihrer vertikalen Lastabtragung koordiniert und lassen so eine wirtschaftliche Bauweise erwarten.

    Die weiteren Bauabschnitte werden (mit Ausnahme der Unterflur-garage) ohne Umbaumaßnahmen ergänzt.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Mit drei fünfgeschossigen Baukörpern wird die Blockhälfte sinnvoll ergänzt und geschlossen. Im Blockinnenraum entsteht ein wohlproportionierter und gut nutzbarer Hofraum. Unterschiedliche Niveaus gliedern diesen Hofraum und ermöglichen unterschiedliche
    Aktivitäten. Mit Einschränkungen gilt Letzteres auch schon für den ersten Bauabschnitt. Der Hofraum ist weitgehend frei von Unterbauungen und ist insofern vielfältig bepflanzbar.

    Die äußere Erschließung funktioniert gut sowohl im ersten wie im zweiten Bauabschnitt. Die Laubengangerschließungen in den Baukörpern sind schlüssig und sparsam nachgewiesen. Die Feuerwehrzufahrt zur Agnesstraße 31 würde über die vorgeschlagene
    Freifläche der Kinderkrippe führen, deshalb muss diese Freifläche verlagert werden. Die Tiefgarage liegt günstig, ist intern gut organisiert und lässt sich im zweiten Bauabschnitt problemlos erweitern.

    Die Studentenwohnungen erfüllen in Bezug auf Quantität und Qualität umfassend die Programmvorgaben. Die Grundrisse der Apartments und Wohngemeinschaften sind gut nutzbar. Die Zuordnung der unterschiedlichen Studentenwohnungen wird das
    Zusammenleben im Studentenheim fördern. Die Öffnung der Tiefgaragen innerhalb der Baukörper zum Erdgeschossniveau hin wird als sehr problematisch bewertet.

    Die Konstruktion in Massivbauweise ergibt sich logisch aus der Entwurfsidee und lässt eine wirtschaftliche Realisierung erwarten. Die Fassaden werden sowohl der Nutzung als Studentenheim als auch dem städtischen Umfeld gerecht. Das A/Ve – Verhältnis dürfte erhöhte Energieverbräuche nach sich ziehen.