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  • DE-60311 Frankfurt am Main
  • 03/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-54188)

Bebauung Dom-Römer-Areal in Frankfurt am Main


  • 1. Preis Markt 32

    Dom-Römer-Areal in Frankfurt am Main, Tillmann Wagner, fd-ingenieure, Fassaden und Schnitt

    Bauingenieure, Bauphysiker, Brandschutzplaner, Tragwerksplaner
    fd-ingenieure, Dipl.-Ing. Frank Dröse, Tragwerksplanung, Brandschutz, Thermische Bauphysik, Berlin (DE), Braunschweig (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Frank Dröse

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Atelier Tillmann Wagner l Architekten, Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Das Haus gewinnt seine architektonische Identität und Gestalt, indem es den Archetyp des gestelztes Hauses über den Gassenknick seines städtebaulichen Ortes „konjugiert“: Diese Flexion generiert ein Formprinzip, welches die geschossweise Ausstaffelung aus dem vertikalen Wandern des Gassenknicks durch die Fassade und das Haus kontinuierlich generiert. Vorbild ist ein Detail des Hauses am Römer.
    Das durch das Baufeld hindurchgesteckte Haus tut dies zu beiden Seiten: Hinter dem Lämmchen wandert der konvexe Gassenknick durch die konvex gefaltete Fassade bis ins
    Zwechhaus und Dach, am Markt
    Konzept:
    Die architektonische Modulation des nach oben geschossweise gestaffelten („gestelzten“)
    Hauses über die stadträumliche Disposition des Gassenknicks generiert die maßgebliche
    Entwurfspartitur des Hauses für diesen Ort, welche die örtliche Bautradition in einen zeitgemäßen Haustyp transformiert, welcher der Sehnsucht nach malerischer Erscheinung und stadträumlichem Pochée entspricht.
    Prototyp:
    - Haus im Gassenknick historisches Foto
    - Privatfoto Fachwerkhaus nahe Main
    Im Innern sind subtil perspektivische Raumwirkungen prägend, die Hoffassaden sind ebenfalls gefaltet, um das Gegenüber auf kurze Distanz aufzulösen und ein wechselndes Spiegelbild der Glasoberflächen zu erreichen.
    Wohnungstypen:
    In den Normalgeschossen wird ein Durchwohnen durch den Block und um den Hof herum
    Der Aufzug ist in den dunkelsten Hausbereich am Markt 32 gelegt, so dass er bis ins Dach geführt werden kann und somit alle Ebenen barrierefrei erschlossen werden können.
    Materialität:
    Alle Holzelemente werden aus Zedernholz gefertigt.
    Der 3cm starke Außenputz wird aus Muschelkalk hergestellt: Der Vorputz wird mit einem
    rötlichen Ton hergestellt, der Endputz hellelfenbeinfarben mit gefilzter Oberfläche ausgeführt. Eine feine Putzlineatur zeigt den unterliegenden rötlichen Putzton als Schattenfugenfarbe. Die Außenfensterbänke sind aus gekanteten Alublechen mit farblichem Eloxal.
    Konstruktion:
    Das Gebäude ist eine Stahlbetonkonstruktion. Die Aussteifung wird durch die Decken und Wände realisiert. Die Decken sind in die Längswände eingespannt und sie bilden zusammen Stockwerksrahmen. Die Giebelwände am Ende der Längswände verstärken das Rahmenprinzip der Decken in dem sie selbst Rahmen darstellen.
    Die Horizontalkräfte werden über diese Rahmenwirkung je Geschoss in die benachtbarten Längswände eingeleitet. Zur Aussteifung werden nur die vom Auslober vorgegebenen Außenwände herangezogen

    Die Decken spannen im Wesentlichen von einer Längswand zur gegenüberliegenden Wand. Bei einer Spannweite von ca. 7m sind die Decken 25cm stark. Die Außenwände werden aus geklebten Porotonmauerwerk hergestellt. Die Witterungsschicht ist ein Kalkputz.
    Das Dach ist ein Pfettendach mit First- und Fußpfette. Die Firstpfette liegt auf den Stürzen der Stahlbetonkonstruktion auf und leitet ihre Vertikal- und Horizontalkräfte direkt in Massivkonstruktion ein. Das Dach

    Die Brandwände enden im Traufpunkt des Daches. Um den Feuerüberschlag zu verhindern, wird das Dach als F30B / F90-Konstruktion entwickelt. Im Überschlagsbereich wird die äußere Schalungsseite mit zementgebundener Spanplatte ausgestattet. Es ist davon auszugehen, dass der Nachbar ebenfalls eine Brandschutzmaßnahme gleicher Qualität vornimmt.

    Wärmeschutz
    Aus energetischer Sicht weist das betrachtete Gebäude optimale Geometrien auf. Die schmalen Giebelseiten, das Dach und eine kleine Hoffassade bilden die Wärmeverlustflächen. Der Rest grenzt an gleichtemperierte Gebäude.
    Obwohl die transmittierenden Fassaden bei den vorhandenen geometrischen Verhältnissen kaum ins Gewicht fallen, werden sie die Referenz- U-Werte der EnEV deutlich unterschreiten. Die hofseitigen Fassaden werden mit Dreifachverglasungen ausgestattet.
    Die diffusionsoffene Massivbauweise auch an den Außenwanden führt auch im Sommer zu einem angenehmen Klima. Die vorhandene Masse wirkt träge und kann Temperaturspitzen an Sommertagen im Innenraum abbauen.
    Im Dach wird eine Holzkonstruktion mit mineralischer Zwischensparrendämmung konzipiert. Die Mineralwolle dient neben der Funktion als Wärmedämmung auch der Brandschutzplatte.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 30.03.2011, 09:30
Zuletzt aktualisiert 31.03.2011, 17:29
Beitrags-ID 4-43695
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