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  • 1. Rang 1. Preis


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    Architekten
    Boltshauser Architekten AG, Zürich (CH)

    Verfasser
    Roger Boltshauser

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Mettler Landschaftsarchitektur, Gossau (CH), Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Die ETH plant ein neues Forschungsgebäude (GLC) in Zürichs Zentrum. Es sollen verschiedene Forschungsbereiche im neuen Departement „Health Science and Technology“ (D-HEST) zu einer Lehr- und Forschungseinheit vereint werden. Zum D-HEST gehören Bewegungswissenschaften und Sport, Medizintechnik, Neurowissenschaften sowie die Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften. Ziel ist, dass verschiedene Forschungsgruppen unter idealen Bedingungen disziplinenübergreifend mit dem Universitätsspital und der Universität Zürich arbeiten können und so ein intensiver Austausch gefördert wird.

    Der Neubau fügt sich an die bestehenden Gebäude an der Gloriastrasse an und übernimmt deren strengen Geometrien, so dass eine neue Gesamtanlage um einen zentralen Hof entsteht. Die neue Hofsituation zentriert die Gesamtanlage und knüpft gleichzeitig an bestehende Bebauungsmuster an. Durch eine enge Vertstrickung vom Neubau mit dem Bestand wird dieser ebenfalls aufgewertet und Synergien zwischen den verschiedenen Instituten und Departementen können maximal genutzt werden. Einem Kreuzgang eines Klosters ähnlich, fasst der Neubau einen Hof und den mittig liegenden, bestehenden Hörsaal. Eine hochentwickelte Welt aus verschiedenen Labortypen, Technologie-Plattformen und Büroräumen umkreist einen innneren Garten; tiefe Erde und den über ihr liegenden Himmel. Hochstämmige Schnurrbäume, mit ihren lichten Kronen, gliedern den chaussierten Hofbereich. Dieser grosszügige Hofraum wird zum öffentlichen Gemeinschaftsgarten des Schulungs- und Forschungsortes. Der Innenhof wirkt wie eine Inseln zwischen den Gebäudekörpern. Die entstehende Gesamtanlage ruht als Ganzes auf einem hohen Sockel aus den 70er Jahren. Eine grosszügig angelegte Aussentreppenanlage wird diesem steinernen Sockel herausgeschlagen und wird so zum wichtigen verbindenden Element vom Strassen- zum Terrassen- und Hofniveau. Sie übernimmt dabei auch die Adressfunktion, indem sie durch ihre grosszügigen Dimensionen auf die Öffentlichkeit der zu erschliessenden Institutionen verweist. Die breite Treppe führt zu den Eingängen und schafft gleichzeitig Aufenthaltsfläche.

    Die Verwendung von Glasbausteinen als Fassadenprinzip hat bei Industrie- und Hochschulbauten der Moderne eine lange Tradition. Gerade die Nähe zu bekannten Bildern motiviert uns, dieses Fassadenprinzip gestalterisch, technisch wie auch energetisch neu zu denken. Die neu entwickelte Doppelhautfassade erzeugt mit einer Variation der Klarglasanteile unterschiedliche Transparenzen und generiert damit verschiedene Lichtstimmungen im Innenraum. Die kassettenartig zusammengefügten Glasbausteinelemente erlangen einen reliefartigen Ausdruck. Durch die Verwendung unterschiedlicher Formate entsteht eine differenzierte Tiefenwirkung, welche das Fassadenbild zusammen mit den Fensterelementen rhythmisiert und in Spannung ver- setzt. Die gläserne Fassade erlangt dadurch eine erhabene Schwere, die dem repräsentativen Charakter des Gebäudes gerecht zu werden sucht. Das Schul- und Forschungsgebäude soll zum eigentlichen „Maison de Verre“ werden und dabei technisch wie auch ökologisch gesehen, den heutigen Ansprüchen an Energie und Nachhaltigkeit in höchsten Massen genügen.Die Reduktion und Robustheit der eingesetzten Materialien und Elemente entsprechen der städtebaulichen Grundhaltung.

    Über den neu angelegten Innenhof erreichen die Benutzer die neue Eingangshalle im Erdgeschoss. Die Haupttreppenanlage, eine Doppelhelix, erschliesst vom Erdgeschoss aus sämtliche Geschosse auf grosszügige Weise. Eine sehr offene Raumstruktur, die durch die Setzung einiger mächtigen Kernen rhytmisiert wird. Das ringartige Erschliessungssystem des Neubaus ermöglicht auch innenräumlich die direkte Erreichbarkeit sämtlicher angrenzender Gebäude. Dazwischen spannen sich Grosslabore und Büroräume auf, Stützen mit grossen Spannweiten betonen zusätzlich die horizontale Offenheit. Die Innenräume des geplanten GLC können sich dadurch immer wieder von neuem mit ihrem Hof und der umliegenden Stadt Zürich in Verbinung setzen.



    Projektteam

    Roger Boltshauser
    Nicola Nett
    Urs Ringli
    Thierry Aggeler
    Hanna Wüthrich
    Matthias Wehinger
    Oliver Wenz

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

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