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  • DE-74072 Heilbronn
  • 10/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-46999)

Bundesgartenschau Heilbronn 2019


  • 2. Preis

    Lageplan

    Stadtplaner
    ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS GmbH, Köln (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn (DE), Hamburg (DE), Köln (DE), Mannheim (DE), Berlin (DE)

    Erläuterungstext
    Die Bundesgartenschau 2019 ist eine Chance für Heilbronn, weitere Bausteine einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu schaffen.

    Die Neckarvorstadt

    Die historische Hafenfigur wird durch zwei Wasserflächen als zentrales Freiraumelement in Szene gesetzt, wobei die Ausdehnung des Sees zugunsten des westlich angrenzenden Parks reduziert wird. Der See wird durch einen Fußgängersteg gegliedert und in Teilen mit Wasserpflanzen besetzt. Diese dienen der Wasserreinigung. Eingefasst in dieses klar definierte Freiraumgerüst kann sich der Stadtteil qualitätsvoll entwickeln. Das gesamtstädtische Grüngefüge ist unabhängig von der Gesamtfertigstellung des Areals. Die noch nicht realisierten Bauflächen sind auf reduzierter Basis nach der BUGA als temporäre Grünflächen nutzbar. Diese stufenweise geplante bauliche Entwicklung unter Vermeidung von großflächigem Baustellenflair soll zentraler Maßstab sein. Dies dient sowohl den frühen Bewohnern, den Nutzern der angrenzenden Freiflächen, der Vermarktung des Areals als auch dem gesamtstädtischen Erscheinungsbild. Dies setzt auch für die Planung der BUGA-Ausstellungsflächen einen abgestimmten Stufenplan mit dem Investor voraus. Der zentrale Marinaplatz wird als urbaner Stadtraum entwickelt. Die Fläche wird durch rampenartige sich verziehende Stufen gegliedert und zum Wasser geführt. Längliche Sitzelemente aus Holz sind in die steinerne Skulptur eingelassen. Locker gestreute Bäume gliedern die Stufen in sonnige und beschattete Abschnitte. Der Marinaplatz ist durch seitlich geführte Rampen sowohl barrierefrei als auch funktional erschlossen. Eine kleine Platzaufweitung am Fuße in direkter Wassernähe ermöglicht kleinere Veranstaltungen wobei die Stufen die Tribüne bilden. Die Materialausdehnung des Platzes überlagert rund um den Marinapavillon auch den angrenzenden Straßenraum. Aus dem Hafenplatz am Wasser wird so die Mitte der neuen Neckarvorstadt. Ergänzt wird die Erlebbarkeit des Hafenbeckens durch eine südlich gelegene kleinere Stufenanlage. Die Mündung der Hafenzufahrt in den Neckar wird baulich akzentuiert und steht somit als architektonisches Element in der naturnahen Flusslandschaft.

    Ein neuer Park für Heilbronn

    Die „Theresienwiese“ ist als große, innerstädtische Veranstaltungsfläche für Heilbronn von zentraler Bedeutung. Zwischen den einzelnen Veranstaltungen liegt die Fläche jedoch weitgehend ungenutzt. Mit diesem Flächen- und Nutzungspotenzial, der direkten Lage am Neckarkanal, der Anbindung der Fläche an den Bahnhof sowie der Verknüpfung mit dem neuen Stadtquartier erfüllt die „Theresienwiese“ alle Voraussetzungen für einen innerstädtischen Park. Folgerichtig wird die „Wiese“ auf die südliche Seite der Karlsruher Straße verlagert und dort dem Neckarstadion und dessen Infrastruktur zugeordnet. Der asphaltierte Kernbereich umfasst 20.000 m² und wird zwischen den Veranstaltungen für Spiel und Sport, aber auch als optionaler Pkw-Parkplatz genutzt. Je nach Bedarf können angrenzende Teilbereiche adaptiert werden. Durch dieses Flächenmanagement bleibt die Bodenversieglung auf ein gestalterisches wie auch ökologisches Mindestmaß reduziert.

    Nördlich der Karlsruher Straße entsteht ein neuer Park, in dessen Zentrum der historische Wever-Turm als Gastronomie-Standort zur Geltung kommt. Seine inhaltliche Ausprägung erhält der Park durch die Thematik Generationenpark. Kinderpiel ist in diesem Konzept ein selbstverständlicher Begleiter:
    Der östliche Rand zur Theresienstraße wird durch das Spielangebot für Kinder und Jugendliche – vis á vis der benachbarten Bildungseinrichtungen - definiert. An der westlichen Parkkante werden die erforderlichen Hochwasser-Schutzmaßnahmen dafür genutzt, die Stadt an das Wasser zu führen und die Uferkante erlebbar zu machen. Die Planung von Spundwänden ermöglicht in diesem Abschnitt eine Aufweitung des Leinpfades. Bei schönem Wetter werden Neckarbalkon und Stufenanlage in ihrer exponierten Lage zum Publikumsmagneten.


    Der Neckarpark

    Ganz ähnliche Akzente wurden bereits im Neckarpark realisiert. Mit Wegfall der Kalistraße sind die Freiflächen auf den Inseln in ihrer charakteristischen Abfolge von Wegen und Plätzen weiter zu entwickeln. Eine Fußgängerbrücke als Anbindung an die geplante Bahnhofspromenade ist dabei ebenso eine Ergänzung, wie auch der Kinderspiel- und Experimentierplatz auf der Bleichinsel.


    „Böckinger Bogen“ und „Böckinger Stadtufer“

    Im Hinblick auf eine nachhaltige Stadtentwicklung muss die Anbindung Böckingens als ein wesentliches Ziel der Gartenschau begriffen werden. Der Brückenschlag über den Neckarkanal bietet hierfür einen entscheidenden Lösungsansatz. Er verbindet Böckingen ohne Umwege mit den Stadtteilen nördlich und südlich der Bahntrasse.
    Die Arrondierung des Ortsrandes erfolgt im Norden durch eine städtebauliche Lösung, die die Straßenfluchten aufnimmt und in den „Böckinger Bogen“ übersetzt. Zum Rande hin sind reine Büronutzungen vorgesehen, welche im Inneren durch partielle Wohnnutzungen ergänzt werden. Im Westen befinden sich Gebäude mit Einzelhandelsnutzflächen. Der neue Stadtbaustein wird durch die achsiale Ausrichtung der Gebäude, ihre Geschossigkeit und Architektur akzentuiert. An markanten Positionen stehen zwei höhere Solitäre. In dem westlichen sind Gemeinschafts- und Sportnutzungen untergebracht sind. Er betont den Auftakt im Grünzug als Ende der langen Stadtachse. Das andere Gebäude bildet das Entrée zum Neckar - ein Zeichen nach Heilbronn.
    In Fortschreibung des dezentralen Spielplatzkonzeptes ist auch hier ein Angebot für Kinder und Jugendliche integriert. Die parallel verlaufende Grünverbindung dient gleichzeitig als Lärmschutz. Sie führt weiter zum Areal des Eisenbahnmuseums, welches über eine kleine Fußgängerüberführung direkt angebunden ist. Die Höhenkante des angrenzenden Siedlungsraums wird durch Aufschüttungen an den Gleiskörper verlagert. Hierdurch entsteht ein neuer grüner Siedlungsrand oberhalb der Gleistrasse, dies reduziert die Lärmimmission. Ähnlich der anderen Bereiche wird die breite Gleistrasse als „eiserner Flussraum“ interpretiert und Böckingen erhält ein neues grünes Ufer.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.