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  • DE-74072 Heilbronn
  • 10/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-46999)

Bundesgartenschau Heilbronn 2019


  • 5. Preis

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    Stefan Fromm Landschaftsarchitekten, Dettenhausen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Krasimira Stoilkova

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE)
    Bauingenieure: ebök Planung und Entwicklung GmbH, Tübingen (DE)
    Wasserbauingenieure: menz umweltplanung, Tübingen (DE)

    Erläuterungstext
    Mitarbeiter: Florian Albarus, Andrea Berg, Lucie Junge, Simon Maichle, Krasimira Stoilkova, Ulrike Wahl, Nadine Waldmann, Nicole Weiß, Julia Zimmermann, Anthony Carimando, Meike Schanz

    GRUNDKONZEPTION

    Auf der Grundlage des Leitmotivs "Das neue Neckarprivileg" ist das wichtigste Ziel die Entwicklung eines durchgängigen öffentlichen grünen Neckarufers entlang des Altneckars vom Wertwiesenpark im Süden bis zur Wiedereinmündung in den Kanalhafen im Norden. Dabei wird ein grüner Bogen aufgespannt von der Süd- zur Nordspitze der großen Neckarinsel. In diese Grünkonzeption wird auch das Ostufer des Kanalhafens südlich der Eisenbahnbrücke einbezogen. Der nördliche Abschnitt des Kanalhafens spielt aufgrund seiner Funktion nur eine sehr untergeordnete Rolle im Freiraumsystem Heilbronns.

    Ebenso wichtig wie die Durchgängigkeit des Neckargrünzugs ist die Grünvernetzung zwischen den beiden Stadthälften östlich und westlich des Neckars. Die Stadtteile Böckingen und Neckargartach werden auf diese Weise v. a. für Fußgänger und Radfahrer besser an die Innenstadt angebunden.

    In diese Grünstruktur eingebunden ist das Konzept der "privilegierten Orte", die Teil des "Neuen Neckarprivilegs" sind. Dabei sollen vorhandene und neu geschaffene hervorgehobene Bauwerke am Neckar durch eine hochwertige Architektur und Umfeldgestaltung die Identität des Neckargrünzugs mit prägen und seine städtebauliche Lesbarkeit verstärken. Mit diesen besonderen Orten entstehen qualitätsvolle Plätze direkt am Neckarufer oder in seinem räumlichen Umfeld, die die Nutzbarkeit und die Erlebbarkeit des Neckars als zentrales Grünelement in Heilbronn weiter stärken.

    Grünes Neckarufer

    Durch das Freiwerden des Fruchtschuppenareals entsteht die Chance, neben Wertwiesenpark und Neckarpark einen dritten grünen Schwerpunkt am Neckar nördlich der Bahnlinie zu schaffen. Dabei sind die Grünräume, die im Zusammenhang mit dem neuen Stadtteil im Neckarbogen entstehen, differenziert zu betrachten.

    Der Neckaruferpark spannt sich entlang des Altneckar-Westufers zwischen der Friedrich-Ebert-Brücke im Süden über das Fruchtschuppenareal hinaus bis zur Insel-Nordspitze beim geplanten Containerhafen. Im südlichen Abschnitt wird der Neckaruferpark gestalterisch und funktional über die Kraneninsel mit dem bestehenden Neckarpark verflochten. Auf diese Weise entsteht ein großer zusammenhängender, hochwertiger innerstädtischer Grünraum an beiden Ufern des Altneckars mit der Kraneninsel als grüne Mitte. Nördlich der Karl-Nägele-Brücke - also im Bereich Wohlgelegen - nimmt die Gestaltungsintensität ab. Wichtig ist jedoch die durchgängige Neckaruferpromenade, die als Allee bzw. Baumreihe das prägende Verbindungselement entlang des Altneckarufers darstellt.

    Der Seepark liegt zwischen dem Westschenkel der neuen Bebauung im Neckarbogen und der Hafenbahn und wird geprägt von dem großen Freizeitsee als Reminiszenz an


    das frühere Hafenbecken. Durch den erforderlichen Lärmschutzwall zur Hafenbahn und zur geplanten Westrandstraße entsteht ein räumlich klar gefasster Grünraum. Durch eine eher extensive, landschaftliche Gestaltung erhält der Seepark eine eigene Prägung, die durch ein klares, zurückhaltendes Wegenetz, große ruhige Rasen- und Wiesenflächen, den See und die Geländemodellierung geprägt ist. Diese extensive Gestaltung schlägt sich auch in einer geringeren Pflegeintensität nieder.

    Ergänzt werden diese großen Parkflächen durch weitere neue Grünflächen, die das Konzept des grünen Neckarufers nach und nach vervollständigen:

    Mit dem Sportband zwischen Kanalhafen und Frankenstadion bzw. Theresienwiese wird eine Grünverbindung zwischen Wertwiesenpark und dem neuen Stadtteil im Neckarbogen geschaffen.

    Der Bahnpark am Gleisdreieck stellt die Freiraumanbindung über den Neckarkanal und die Neckartalstraße hinweg an die Neue Mitte Böckingen dar.

    Im Norden werden auf den zur Verfügung stehenden Flächen Grünfugen im Zukunftspark Wohlgelegen und der „Salzwerkpark“ neu geschaffen und über eine neue Fußgängerbrücke am Eingang des Kanalhafens an die vorhandenen Grünstrukturen in Neckargartach angebunden.

    Grünes Rückgrat am Altneckar

    Untereinander werden die Parks durch eine lineare Grünstruktur entlang des Altneckars verbunden, die die Südspitze mit der Nordspitze der großen Neckarinsel verbindet. Die beiden Inselköpfe werden dadurch zu wichtigen Orientierungspunkten und städtebaulich markanten Orten. Die verbindende grüne Achse wird durch eine durchgängige Baumallee bzw. Baumreihe geprägt und stellt somit das Rückgrat der Grünstruktur am Neckar dar.

    Vernetzung Ost-West

    Wichtigstes städtebauliches Element für die Ost-West-Vernetzung ist die Gestaltung der "Neuen Mitte Böckingen". Über eine neue Fuß- und Radwegbrücke über den Kanalhafen und den Ost-West-Grünzug durch die Wohnbebauung Neckarbogen wird die Anbindung an die Innenstadt hergestellt. Eine weitere neue Brücke am nördlichen Inselkopf stellt eine direkte Verknüpfung mit dem Stadtteil Neckargartach und eine Grünverbindung zum bereits vorhandenen Leinbachpark her. Im Osten werden die Verbindungsstellen zu den bereits in den Grundzügen angelegten "grünen Ringen" um die ehemalige Altstadt sowie im Süden und Norden der Innenstadt und am Salzwerkhafen herausgearbeitet und verbessert.

    Grundlage Grünleitbild

    Insgesamt wird die Grün- und Freiraumstruktur im zentralen Bereich der Stadt auf der Grundlage des Grünleitbildes der Stadt Heilbronn weiterentwickelt. Die grüne Flussachse wird durch die neuen Grünflächen deutlich gestärkt und die grünen Ringe werden besser angebunden.


    EINZELBEREICHE


    Bereich 1 - Neckarpark

    Durch die Verlagerung der Kranenstraße können auf der Kraneninsel zusätzliche Grünflächen erschlossen und ein zusammenhängender Grünraum unter weitgehendem Erhalt des alten Baumbestandes geschaffen werden. Experimenta und Biergarten werden - wie auch das Inselhotel auf der Hafenweiler-Insel und das ZEAG-Kraftwerk - über eine neue Brücke erschlossen. Der denkmalgeschützte Wilhelmskanal erhält durch die neue Neckaruferpromenade, die erweiterte Marina und die beidseitigen Sitzstufenanlagen zum Wasser eine neue Qualität.

    Der auf der Inselseite dem Ufer vorgelagerte Holzsteg bietet die Möglichkeit des Sitzens und des Aufenthalts in der Sonne direkt am Wasser, ohne dass in die denkmalgeschützte Ufermauer eingegriffen werden muss. Der historische Kran verbleibt an seinem Ort und wird in die neu gestaltete Ufersituation integriert. Ebenso wird die historische Wilhelmschleuse "freigelegt" und durch einen Uferweg zur platzartig gestalteten Inselspitze erschlossen.

    Auf der Ostseite wird der Park unter Beachtung der neuen Trasse der Kalistraße, der Mannheimer Straße, der neuen Bleichinselbrücke und des Rahmenplanes für das HIP weiter entwickelt. Die gewünschte Kletterarena des DAV wird in der vorhandenen orthogonalen Gebäudestruktur östlich der Rollsporthalle in die Gebäudekette eingefügt. Der Strand am HIP-Island wird in diesem Bereich neu verortet, so dass
    ein weiterer Nutzungsschwerpunkt des Freizeitsports entsteht, der über eine neue Fußgängerbrücke über die Insel mit dem Neckaruferpark auf der Westseite verbunden wird.

    Weiter nach Norden erschließt ein neuer Fußweg unter Beachtung des Hochwasserschutzes (Anhebung um ca. 70 cm) das entstehende HIP-Areal und das Neckarufer nördlich der Karl-Nägele-Brücke. Die ehemalige Werft des WSA wird zu einem kleinen "Hafenbecken" mit gebautem Ufer und einer Sitzstufenanlage zum Wasser ausgebaut.


    Bereich 2 - Fruchtschuppenareal und Wohlgelegen

    Auf der Grundlage des detaillierten Rahmenplanes für die Bebauung im Neckarbogen werden insbesondere die Grünbereiche auf allen drei Seiten des geplanten Wohngebietes weiterentwickelt.

    Die Grünflächen am Neckar (Neckaruferpark) sind Teil des grünen Rückgrates und werden daher durch eine Baumreihe geprägt. Auf den großzügigen Rasen- und Wiesenflächen werden multifunktionale Aktions- und Kinderspielflächen angeboten. Ein Weg direkt am Neckar erhöht die Erlebbarkeit des Wassers. Einen wichtigen Punkt stellt die Landspitze am Eingang der Marina dar, die als Platzsituation mit hoher Aufenthaltsqualität am Wasser konzipiert ist (Marinaeck). Die ehemalige Reederei Schwaben wird zu einem gastronomischen Anziehungspunkt in exklusiver Lage am Wasser entwickelt. Unter der Karl-Nägele-Brücke hindurch wird der neue Grünzug entlang des Neckars in den Bereich des Wohlgelegen weitergeführt.



    Zwei grüne Fugen erschließen den Zukunftspark und bindet diesen freiräumlich an die Neckaruferzone an. Der geplante Containerhafen verhindert die Fortführung am Wasser, so dass eine innere Grünverbindung bis zum Endpunkt am nördlichen Inselkopf führt. Von dort aus schlägt eine neue Brücke den Bogen über den Kanalhafen in die Neckarhalde in Neckargartach. Nach Osten wird über die bestehende Hafenbahnbrücke der neu gestaltete Grünbereich am Salzwerkhafen angebunden.

    Der Ost-West-Grünzug verbindet den Neckarpark mit der Neuen Mitte Böckingen. Er führt von der Kraneninsel über die historische Wilhelmschleuse entlang der geplanten Bebauung nördlich der Gleisanlagen weiter über einen neuen Platz bis zur neuen Fuß- und Radwegbrücke über den Neckarkanal. Über einen neuen langen Steg über die Gleisanlagen, an den auch die Bahnsteige angebunden sind, wird dieser Grünzug und damit der gesamte neue Stadtteil an den Bahnhofsplatz angebunden.

    Im Bereich des neuen Seeparks zwischen Baugebiet und Hafenbahn wird der schon detailliert ausgearbeitete Lärmschutzwall aus dem Rahmenplan weitestgehend übernommen, das Wegesystem wird dagegen neu geordnet.

    Die Marina in der Mitte des Baugebietes bleibt in ihrer Form erhalten. Sie erhält eine umlaufende Promenade, die in einen unteren Weg am Wasser und einen oberen Weg geteilt ist. Im Bereich des zentralen Marinaplatzes führen grüne Sitzstufen zum Wasser. Ein Café/ Bistro belebt den Platz und unterstützt die hohe städtebauliche und freiräumliche Qualität des Ortes.


    Bereich 3 - Neue Mitte Böckingen

    Aus dem Fruchtschuppenareal führt die neue Fuß- und Radwegverbindung direkt in den städtebaulichen neu strukturierten Bereich im Bahnbogen. Eine zentrale Grünachse, in der auch der offen gelegte Wolfsgraben wieder in Richtung Neckarkanal verläuft, führt zur neuen Mitte von Böckingen. Eine Platzsituation mit Einkaufszentrum spannt sich zwischen Fußwegverbindung im Westen und neuer Straßenunterführung im Osten und nimmt auch die neue S-Bahn-Haltestelle mit auf.

    Die vorgeschlagene Bebauung nimmt die vorhandenen Wohngebäude entlang der Großgartacher Straße auf und fügt diese in neue Stadtquartiere am südlichen Ortsrand ein. Zum Bahngelände hin werden punktuelle Solitärgebäude als Büro- und Dienstleistungsnutzung im Grünzug vorgelagert, die einen markanten, aber in der Körnung angemessenen, städtebaulichen Abschluss zum Bahngelände bilden.

    Vom neu gestalteten Vorplatz des Eisenbahnmuseums aus führt eine durchgängige baumbestandene Wegeverbindung am östlichen Ortsrand von Böckingen entlang bis zum Alten Böckinger Friedhof und weiter bis zur bestehenden Bahnunterführung und zur Stadteinfahrt von der Neckartalstraße aus. Damit wird ein neuer Grünzug zwischen Ortsrand und Gleisanlagen geschaffen, der Teil des Grünsystems und der Freiraumvernetzung innerhalb des Wettbewerbsgebietes ist.

    Den Böckinger Brückenkopf der Erwin-Fuchs-Brücke bildet eine neue Freizeitanlage v. a. für Jugendliche mit einer Dirtbahn für BMX-Räder und einem kleinen Gebäude ("BMX-Lounge"). Diese Anlage stellt den nördlichen Kopf der Sportanlagen Obere



    Viehweide dar und bildet das Gelenk zu den nördlich angrenzenden Eisenbahnergärten.

    Bereich 4 - Frankenstadion und Theresienwiese

    Eine großzügig angelegte Platzsituation am südlichen Inselkopf bildet den Auftakt und gleichzeitig den Gelenkpunkt zum grünen Rückgrat entlang des Altneckars.

    Wichtigstes Ziel in diesem Bereich ist die Schaffung eines durchgehenden öffentlichen Ufersteifens am Neckarkanal in Verlängerung des Wertwiesenparks über die Theresienwiese bis zum Ost-West-Grünzug nördlich der Bahnunterführung.
    Durch die Umlagerung der Rasenspielfelder im Frankenstadion kann ein großzügiger öffentlicher Grünzug mit Freizeitsportanlagen entlang des Kanalhafens angelegt werden.

    Der Hochwasserschutzdamm wird in diesem Zuge aus Gründen des Hochwasserschutzes erhöht. Um die äußere Baumreihe zu erhalten, wird die notwendige Erhöhung auf der Landseite des heutigen Weges angeordnet. Zum Sportband hin wird die Böschung abgeflacht. Die Spielfelder liegen auf einem Zwischenniveau als Terrasse über dem Frankenstadion. Auf Höhe der Theresienwiese führt ein ca. 30 m Grünstreifen bis zur Bahnunterführung, die aus wirtschaftlichen Gründen nicht verbreitert, jedoch gestalterisch aufgewertet wird (z. B. durch Farb- und Lichtgestaltung). Wichtiger noch ist die Aufweitung der Gehwege und die Öffnung des Raumes auf der Südseite der Unterführung.

    Über eine Neuordnung des Straßenraumes wird von hier aus der Bahnhofsplatz über eine schmale Grünverbindung angebunden, die in der Fortsetzung nach Osten bis zum Wilhelmskanal führt. Dadurch wird die Grünvernetzung südlich der Gleisanlagen vervollständigt.


    AUSSTELLUNGSKONZEPT


    Die Kernbereiche der Bundesgartenschau 2019 liegen überwiegend in den neu angelegten Parks und Grünflächen des neuen Neckargrünzuges. Aber auch der bestehende Neckarpark mit der Kraneninsel und den Sporteinrichtungen spielt eine bedeutende Rolle.

    Heilbronner Wege

    Die BUGA wird über 4 Eingänge erschlossen und besteht aus einem großen eingezäunten Kernbereich und einigen nicht eingezäunten Ergänzungsbereichen. Herzstück ist das Fruchtschuppenareal mit den zentralen gärtnerischen Ausstellungsbereichen, die überwiegend auf den späteren Bauflächen angeordnet sind.

    Aus den verschiedenen neu gestalteten Bereichen entlang des Neckars führen insgesamt vier "Heilbronner Wege" mit unterschiedlichen Themen in dieses Zentrum und treffen sich dort im Neckaruferpark.




    Diese vier Themenwege werden durch ein durchgängiges Farbkonzept gekennzeichnet, das sich im Leitsystem und der Farbgestaltung der temporären Architektur, aber auch im Wechselflorkonzept niederschlägt. Auf diese Weise wird die Orientierung für den Besucher auf konzeptionell anspruchsvolle, aber auch spielerische Weise erleichtert, ohne dogmatisch sein zu wollen. Die den Gartenbau

    ergänzenden städtischen und regionalen Themen werden vorrangig im Rahmen dieser "Heilbronner Wege" angeboten.

    Ein Rundgang erschließt das gesamte Gelände. Dieser wird ergänzt durch ein Shuttleboot auf dem Altneckar, das an zahlreichen Anlegestellen Halt macht. So können auf angenehme Weise auch lange Strecken auf dem Wasserweg überwunden werden. In einigen Abschnitten ist auch die Verwendung von Leihbooten (Solarboote) vorstellbar, die vom Besucher selbst gesteuert werden.


    ENERGIEKONZEPT NECKARBOGEN


    Der Energiebedarf des neuen Stadtteils Neckarbogen soll vollständig aus erneuerbaren Energien und in einem möglichst geschlossenen Energiekreislauf gedeckt werden. Das Energiekonzept setzt daher beim Energieverbrauch und auf Seiten der Energieträger auf mehrere Säulen. Wohn- und Gewerbegebäude sollen im Passivhausstandard auf einen möglichst geringen Energieverbrauch ausgelegt sein. Durch Sonnenkollektoren auf den Gebäudeflächen tragen die Gebäude selbst zur Gewinnung von Heizwärme und Strom bei. Die Abwärme des Abwassers und die Energie aus organischen Abfällen sollen rückgewonnen werden.

    In einer Energiezentrale soll dieser Kreislauf durch mehrere Kleinkraftwerke, die mit unterschiedlichen Energieträgern beschickt werden, verwirklicht werden. Da der Neckarbogen in mehreren Phasen städtebaulich entwickelt wird, muss auch das Energiekonzept darauf ausgelegt werden. In Phase 1 und 2 ist der Endzustand der Bebauung noch nicht erreicht, dementsprechend fallen weniger organische Abfälle und Abwärme an. In dieser Phase stellt Biomasse, die in einem Biomasseheizkraftwerk verwertet wird, den Hauptenergieträger dar. Bis zur BUGA wird ein Teil der Biomasse auf dem ungenutzten Gelände selbst gewonnen (z.B. Kurzumtriebsplantage oder Anbau von Silphie). In Phase 3 ist der endgültige Grad der Bebauung erreicht, daher kommen hier die Nutzung von Abwärme aus Abwässern und Biogas aus den organischen Abfällen als zusätzliche Energiequellen hinzu und der Kreislauf wird geschlossen. Je nach Energiebedarf der zukünftigen Nutzungen ist es möglich, der Heizzentrale externe Energieträger zuzuführen. Primär erfolgt dies durch die Zufuhr von Biogas und Biomasse, eine externe Zuspeisung von Strom aus dem überörtlichen Netz ist ebenfalls möglich. Die Vielfalt der Energieträger erlaubt eine bedarfsorientierte Energielieferung und kann Marktschwankungen bei der Rohstofflieferung ausgleichen.

    Erneuerbare Energien auf der BUGA

    Die BUGA bietet die Möglichkeit eine Integration erneuerbarer Energien in die Stadt- und Freiraumgestaltung darzustellen. Als dauerhafte Energieträger ist die Anlage von linearen Solarkraftwerken entlang der Hafenbahn vorgesehen. Innerhalb des Parkgeländes soll entlang der neuen Westrarandstraße eine Energieachse entstehen


    in der Solar-Mover im Verbund mit den vertikalen Gestaltungselementen des Grünraums angeordnet werden.

    Auf dieser Energieachse soll auch das vielfältige Feld der nachwachsenden Rohstoffe den Besuchern der Ausstellung beispielhaft vor Augen geführt werden. Dabei wird der Schwerpunkt auf die Steuerung und Gestaltung des eintretenden Landschaftswandels
    durch den Anbau von NaWaRo gelegt. Es soll aufgezeigt werden, welche Ver-änderungen zu erwarten sind und wie diese gesteuert werden können um die

    Landschaft als Natur- und Erholungsraum zu erhalten. Hierzu wird ein Landschaftsausschnitt angelegt in dem die unterschiedlichen Rohstofflieferanten angebaut und beispielhaft so angeordnet werden, dass ein zukunftsfähiger Erholungs- und Naturraum entsteht.

    Freizeitsee

    Aufgrund der Höhenlage ist einen Abdichtung des Sees erforderlich. Die Speisung erfolgt über Grundwasser und Dachflächenwasser. Die Wasserqualität des Freizeitsees ist durch hohen Nährstoffgehalt des Wassers, Sauerstoffzehrung und sommerliche Wärmebelastung gefährdet. Um dem entgegenzuwirken ist vorgesehen, das sauerstoffarme und nährstoffbelastete Tiefenwasser des Sees abzuleiten und über eine Röhrichtzone, in der Nährstoffe abgebaut und Sauerstoff angereichert wird, dem See wieder zuzuführen. Starke Sauerstoffzehrung kann zusätzlich durch Luftzufuhr im Wasserkörper behoben werden.

    Naturnahe Gestaltung des alten Neckars

    Die vorhandene Uferbefestigung soll an gering strömungsbelasteten Stellen beseitigt werden. Durch die Anlage von Dreiecksbuhnen am Mittelwasserufer entstehen unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten, Fließtiefen und Unterstände. Im Strömungsschatten der Buhnen kann kiesiges und sandiges Substrat eingebracht werden. So entstehen Lebensräume für die aquatische und amphibische Flora und Fauna.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.