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  • Anerkennung

    Dahlmannschule, Frankfurt/Main

    Architekten
    KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt am Main (DE), München (DE), Berlin (DE), Braunschweig (DE), Beijing (CN), Shenzhen (CN) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: HDK Dutt & Kist GmbH, Saarbrücken (DE)
    TGA-Fachplaner: brendel Ingenieure GmbH, Frankfurt am Main (DE)
    Tragwerksplaner: Breuninger Tragwerksplanung, Stuttgart (DE)
    Brandschutzplaner: hhpberlin - Ingenieure für Brandschutz GmbH, Berlin (DE), Frankfurt am Main (DE), München (DE), Hamburg (DE), Bremen (DE), Braunschweig (DE)

    Erläuterungstext
    Die geplante Neukonzeption für die Dahlmannschule verfolgt die folgenden übergeordneten Ziele:

    • Entwicklung eines kindgerechten und funktionalen Gebäudes.
    • Klare und ruhige städtebauliche Fügung.
    • Einbinden des geschützten Baumbestands in ein freiraumplanerisches Gesamtkonzept.
    • Effiziente Erschließung und differenzierte Raumfolgen.
    • Kompaktes Bauvolumen und nachhaltige, energieeffiziente Gebäudetechnik.
    • Nachhaltiges Gebäude durch flexible Tragstruktur.

    Städtebauliches Konzept:
    Das Grundstück an der Luxemburgerallee wird durch zwei einfache und kompakte Baukörper gegliedert. Ein klares, viergeschossiges Volumen zur Rhönstraße hin nimmt die Schulfunktionen auf und besetzt die Straßenecke unter Fortführung der Maßstäblichkeit der angrenzenden Baukörper. Der Baumbestand an der Rhönstraße wird erhalten und in den Außenbereich der Schule integriert. Durch dieses Zurücksetzen von der Rhönstraße kann unter den charaktervollen Bäumen eine Zone für Stellplätze, ein Eingang von der Straße und ein separater Vorhof für die Ganztagesbetreuung geschaffen werden. Nach Süden gelegen ist ein niedrigeres Volumen, das die Sport- und Schwimmhalle aufnimmt. Zwischen den Baukörpern ist der Schulhof angeordnet. Ein adäquater Abstand zur Wohnbebauung im Süden wird eingehalten und durch die Anordnung der Schwimmhalle im Untergeschoss wird das oberirdische Bauvolumen bewusst reduziert. Im Westen wird ein Freibereich für den Sportplatz vorgesehen, der auch als Pausenhof mitgenutzt werden kann.

    Gebäudekonzept:
    Die Schule wird durch eine zentrale Eingangshalle erschlossen, die von der Rhönstraße und vom Schulhof und der Luxemburgerallee gleichermaßen erreicht werden kann. Die Treppen sind zentral angeordnet, um den Zugang für die Schüler direkt und schnell zu gestalten. Im Erdgeschoss sind Gemeinschaftsbereiche und die Zonen für die Ganztagesbetreuung angeordnet. Die Lehrerzimmer und Verwaltung sind im ersten Obergeschoß effektiv organisiert. Die Klassenzimmer in den obersten zwei Geschossen sind den Jahrgangsstufen folgend gruppiert.
    An der zentralen Erschließungstreppe sind gemeinsam zu nutzende Zonen angelagert, die flexibel genutzt werden können. Von hier gelangt man in einen zentralen Verteilungsraum für jeweils eine Jahrgangsstufe. Von dort werden die einzelnen Klassenzimmer und Gardaroben erschlossen. Durch diese Gliederung der räumlichen Abfolge entstehen klar zonierte und identitätsstiftende Bereiche für die Kinder der unterschiedlichen Altersstufen. Kommunikation und Interaktion zwischen den Kindern werden in hellen und offenen Räumen gefördert und gleichzeitig kleinteilige Bereiche und Rückzugszonen geschaffen, die in ihrem Maßstab auf die jungen Nutzer abgestimmt sind.

    Energiekonzept
    Die Schule ist als kompaktes Gebäudevolumen geplant um ein optimiertes Energiekonzept zu ermöglichen. Die Schule ist in Passivhausstandard konzipiert.
    Aufgrund der sehr guten Wärmedämmung und der luftdichten Gebäudehülle ist der Wärmebedarf des Gebäudes sehr gering. Aus diesem Grund konnte auf ein herkömmliches Heizungssystem verzichtet werden. Die im Gebäude vorhandenen Wärmequellen, wie z. B. Sonneneinstrahlung, Geräteabwärme und Personenwärme, werden zur Beheizung der Passivhaus-Schule verwendet. In wenigen Wochen im Jahr wird die Zuluft nachgeheizt und ein Zusatzheizkörper aktiviert. Die Deckung des Restheizenergiebedarfs des Gebäudes erfolgt über eine zentrale Heizungsanlage auf Basis regenerativer Energieträger. Auf den Dächern des Unterrichtsgebäudes sowie der Turnhalle sind Solarkollektoren vorgesehen. Die Sonnenenergie wird für die solarthermische Unterstützung der Heizung und der Trinkwarmwassererwärmung im Schwimmbad, der Sporthalle, sowie für die Küche im Unterrichtsgebäude vorgesehen. PV Paneele werden zur Stromerzeugung vorgesehen.
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    Lüftungsanlage
    Die Außenluftversorgung der einzelnen Geräte erfolgt mittels eines im Erdreich verlegten Erdwärmetauschers, so dass die Außenluft temperiert den Geräten zugeführt wird. Im Sommer wird die Bauweise des Passivhauses zur "Kühlung" genutzt. Der Sonnenschutz verhindert ein Überhitzen der Räume. Nachtlüftung und Bauteilaktivierung sind Teil des Konzeptes. In der Turnhalle ist eine Fußbodenheizung (Leichte Bauart) vorgesehen. Für die Belüftung der Turnhalle ist eine Zentrallüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und Heizregister vorgesehen.

    Regenwassernutzung
    Für die Beregnung der Grünflächen wird eine Regenwasseranlage mit Zisterne vorgesehen.

    Tragstruktur
    Das Klassengebäude der Schule wird in Mischbauweise errichtet. Es wird eine einfache und klar gegliederte Tragstruktur gewählt. Als Deckentragwerk werden Spannbetonhohldielen (h = 40 cm) gewählt, die in Gebäudelängsrichtung spannen. Diese werden auf Stahlträger gelagert. Durch Verguss wird ein Stahlverbundträger (h = 40 cm) geschaffen. Er spannt in Gebäudequerrichtung und wird auf den Stützen bzw. den Außenwänden aufgelagert. Unterseitig ist eine hochwertige Brandschutzbekleidung des Verbundträgers vorgesehen. Die Stützen werden als Stahlverbundstützen (a/b = 30/30 cm) ausgeführt. Die Außenwände werden als großformatige Stahlbetonfertigteile konzipiert. Die Außenwände übernehmen neben dem Vertikallastabtrag auch die Aussteifung des Gebäudes. Das Untergeschoss wird in Stahlbetonbauweise mit Halbfertigteilen errichtet. Unter- und Erdgeschoss des Gebäudes für Sport- und Schwimmhalle werden in Stahlbetonbauweise vorgesehen. Als Dachtragwerk wird ein Stahlträger in Vierendeelbauweise (Obergurt HEB 400, Pfosten HEA 400, Zuggurt Rundrohr 101,6) mit einem Achsabstand von 6 m gewählt.

    Landschaftsplanerisches Konzept
    Ein zentraler Hof bildet die Mitte der beiden Gebäudekomplexe Grundschule und Sporthalle. Baumreihen, eingefasst in einem Betonsockel mit Sitzmöglichkeiten, unterteilen den Raum in 3 Zonen und geben ihm zusätzlich zu den beiden Gebäudefassaden eine dritte Raumkante. Jede Altersgruppe kann so ihren eigenen kleinen Pausenhof wählen und nutzen. Der Belag entlang der Fassade und im Haupteingangsbereich ist homogen und geht in die Sportflächen über. Diese Bereiche dienen der fußläufigen Erschließung der Sport- und Pausenhofflächen. Die inneren Hofflächen dienen als Aufenthalts- und Spielflächen mit eingelassenen Spielfeldern. Der zentrale Hof ist zur Luxemburgerallee offen gehalten, so dass eine direkte Zuwegung bei Pausenzeiten zum dortigen Spielplatz möglich ist. Ein weiterer Hof befindet sich an der Röhnstraße. Hier haben die Kinder der Vorklassen und der Ganztagsbetreuung direkten Zugang von ihren Klassen in den Außenbereich.

    Einfriedung
    Ein Metallrahmen mit einem `Vorhang´ aus Metallgewebe stellt das Grundmodul der Einfriedung der Schulanlage dar. Je nach Art der Nutzung, die von der Rahmenkonstruktion eingefriedet wird, wird der `Metallvorhang´ mit Grünaspekten versehen, so dass ein Wechselspiel zwischen dem blanken Metallgewebe und begrünten vertikalen Scheiben entsteht. So werden zum Beispiel die Metallelemente, welche die Sportflächen wie die Laufbahn und das Sportfeld begrenzen, mit Kletterpflanzen berankt, die einerseits einen Sichtschutz bieten andererseits auch geringfügig als Schallschutz dienen. Im Bereich der Andienung und Parkflächen begrenzen Heckenreihen die Stellplätze. Eine Besonderheit stellt der Außenbereich für die Kinder der Ganztagsbetreuung und Vorklasse dar. Hier ist dem Metallelement ein Hochbeet vorgelagert, das eine experimentelle Gartennutzung in den Beeten ermöglicht. Unterteilt wird das Hochbeet von Sitzelementen aus Holz. Hier können sich kleinere Gruppen zusammenfinden und auf diese Weise den Unterricht nach draußen verlagern.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.