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  • DE-70176 Stuttgart
  • 07/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-60932)

Olga-Areal und Umgebung Stuttgart-West


  • Engere Wahl

    QUARTIERSPLATZ

    Architekten
    Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Anthony Carimando, Jan Gienau

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Stefan Fromm Landschaftsarchitekten, Dettenhausen (DE)
    Visualisierer: RENDERBAR 3D Visualisierung, Stuttgart (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebau

    Mit der städtebaulichen Neuordnung des Olga-Areals besteht die Möglichkeit, die heute durch Solitärbebauung geprägte heterogene Struktur des Gebietes stadträumlich klar zu definieren und das Areal in die gründerzeitliche Quartiersstruktur des Stuttgarter Westens einzubinden.
    Straßenräume erhalten klare Raumkanten. Das neue Quartier wird als, für den Stuttgarter Westen typische Blockstruktur erlebbar. Angrenzende Stadtquartiere und die Neubebauung wachsen zu einer, aus der Historie heraus definierten Quartiersstruktur zusammen.
    Der Gedanke eines verdichteten urbanen Stadtraums wird in das Quartiersinnere projeziert und weiterentwickelt. Durch die innere Gliederung des Stadtquartiers mit einem Quartiersplatz werden Nutzungsstrukturen für innerstädtisches Wohnen, Arbeiten und Dienstleistung aufgezeigt.
    Der öffentliche Raum wird über halböffentliche Bereiche bis zu privaten Zonierungen, Parzellierungen entwickelt. Der Quartiersplatz als innerer Mittelpunkt, Kommunikationsort gibt dieser urbanen Struktur eine eigenen Identität und Prägung.
    Durch die gewählte Gliederung, klar erlebbarer äußerer Block- und Raumkanten und einer inneren Gliederung durch den Quartiersplatz werden differenzierte räumliche und nutzungsrelevante Qualitäten geschaffen.
    Zur Bismarckstraße, gegenüber dem Gesundheitsamt, der neuen Kindertagestätte und der Kinder- und Jugendpsychiatrie werden öffentliche Nutzungen wie Büro, Dienstleitung, ein Lebensmittelmarkt und Gastronomie vorgeschlagen.
    Der aufgeweitete städtische Raum in der Gelenksituation der historischen Achse der Bismarckstraße, der Elisabethenanlage und dem neuen Stadtquartier schafft das Vorfeld, den Raum für diese Nutzungen.
    Innerhalb des neuen Quartiers werden städtische Mischnutzungen vorgeschlagen. Die, durch die gewählte innere Erschließungsstruktur entstehenden Quartiersbereiche werden in Anlehnung an die vorhandenen Nachbarquartiere und deren Körnung parzelliert.
    Es entsteht eine städtische Struktur für innerstädtisches Wohnen, Wohnen und Arbeiten, flexible Wohnformen und Wohntypologien.
    Die Quartiere ermöglichen eine hohe Flexibilität durchmischter Nutzungen. Durch die Gliederung der Quartiersbereiche entsteht ein lebendiger, verdichteter Stadtraum, der neue Nachbarschaften, Orte der Begegnung und private Grundstücksbereiche aufzeigt und ermöglicht. Kindertagesstätte, Spielplätze, Lebensmittelmarkt, gastronomische Einrichtungen, Dienstleistungen und Büros werden in diesen urbanen Kontext integriert.
    Das Quartiersinnere ist als autofreier Bereich geplant. Der ruhende Verkehr, die erforderlichen Stellplätze sind der vorhandenen Topographie entsprechend in zwei Tiefgaragen angeordnet, die über die angrenzenden Straßenräume erschlossen sind. Jedes Gebäude, jede Parzelle ist somit barrierefrei angebunden. Wohnformen für ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Mehrgenerationenkonzepte und betreute Wohnformen können somit umgesetzt werden.
    Durch die geplanten Nutzungsangebote im Olga-Areal entstehen Synergien zu den angrenzenden Quartieren und Platzbereichen.
    Über die klar definierten Straßenräume wird das Moltke-Areal räumlich funktional angebunden. Die städtischen Freiflächen wie Elisabethenanlage, Gartenhof der Jugendpsychiatrie, Kindertagesstätte und der Stadtpark an der Lindenspürstraße werden einbezogen, Wegeverbindungen aufgenommen und im Quartier weiterentwickelt.
    Die Bebauungsstruktur nimmt die, für die Gründerzeitbebauung typischen Trauf- und Gebäudehöhen auf. Durch eine differenzierte Höhenentwicklung von Außen nach Innen entstehen, den Orientierungen entsprechend, unterschiedliche Räume.
    Ebenerdige Nutzungsübergänge sind an der Bismarckstraße, in Teilbereichen der Hasenbergstraße und am Quartiersplatz geplant. Hochparterre-Situationen, teilweise vorgelagerte Gartenbereiche prägen die Wohn- und Mischnutzung innerhalb des Quartiers.

    Das Olga-Areal als erlebbare, gesetzte Blockstruktur im Kontext zu den umgebenden gründerzeitlichen Quartiersstrukturen.
    Das Olga-Areal als innerstädtischer, urbaner Stadtraum, als robuste Struktur für ein lebendiges, vielfältiges, durch Mischnutzung geprägtes Stadtquartier. Soziale Vielfalt, flexible Gebäudetypologien und Wohnformen für Familien, Singles, ältere Menschen, Bau- und Wohngemeinschaften. Ein Quartier von eigener Prägung und Identität.

    Freiflächenkonzept

    Übergeordnetes Ziel des Freiraumkonzeptes ist die Einbindung des Olga-Areals in die Grünstrukturen des Stuttgarter Westens sowie die freiräumliche Vernetzung mit dem städtebaulich wichtigen Bereichen wie Moltke-Areal, Elisabethenanlage und Bismarckplatz.
    Hierzu wird in den entsprechenden Straßen (vor allem Bebelstraße und Breitscheidstraße) eine Neuordnung des Straßenraumes und die Anlage einheitlicher Baumreihen vorgeschlagen.
    Der neuen Gebäudeflucht an der Bismarckstraße entsprechend wird hier eine neue geradlinige Baumreihe entlang des Straßenzuges Schlosstraße/Bismarckstraße geplant.
    Das Olga-Areal selbst wird auf diese Weise von Baumreihen umgeben und erhält dadurch einen grünen Rahmen. Die windmühlenartige Durchwegung des Areals wird von privaten Grünbereichen (Vorgärten und Gartenzonen) begleitet. Das Zentrum des Areals bildet ein multifunktionaler, öffentlicher grüner Platzbereich mit Bäumen, der Spielangebote, Aufenthalts- und Kommunikationsmöglichkeiten anbietet.
    Die durch die zurückgenommene Bauflucht zwischen Gebäudekante und Straßenkante Bismarckstraße entstehende Freifläche wird als gegliederter und strukturierter öffentlicher Raum verstanden. Den EG-Zonen mit Gastronomie und Läden wird ein breiter Gehbereich ohne Stufen vorgelagert, auf dem sich auch Außengastronomie entwickeln kann. Zur Straße hin folgt eine grüne Mittelzone. Der Parkierungsstreifen an der Bismarckstraße wird durch einen parallel verlaufenden schmaleren Gehweg erschlossen.
    Der Charakter dieses großzügigen Freiraumes wird südlich der Bismarckstraße im Vorbereich des Gesundheitsamtes fortgesetzt, wobei eine öffentliche Nutzung der EG-Zone wünschenswert wäre. Die in der Achse Bismarckstraße verlaufende Mauer wird dazu teilweise abgebrochen.
    Der Topographie des Straßenverlaufs entsprechend werden hier flache Stufen in Gehrichtung vorgeschlagen, die zur Gebäudekante durch eine Mauer begrenzt werden (Zugänge).
    Die Gesamtanlage zwischen Gesundheitsamt und Kinder- und Jugendpsychiatrie wird neu geordnet und der klaren Formensprache des Freiraumkonzeptes angepasst. Unter Erhalt und Auslichtung der charakteristischen und prägenden Gehölzstruktur entsteht ein großzügiger, jedoch introvertierter öffentliche Grünraum mit zentraler Platzsituation. Der Kindertagesstätte wird im Westen der gewünschte Außenbereich hinter der historischen Umfassungsmauer vorgelagert.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.