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  • DE-79539 Lörrach
  • 07/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-57096)

Teichmatten - Wiese


  • Ankauf

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    wbp Landschaftsarchitekten GmbH, Bochum (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Rebekka Junge , Christine Wolf

    Mitarbeit
    Sebastian Sippel

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: dreibund architekten BDA ballerstedt | helms | koblank | PartGmbB, Bochum (DE)

    Erläuterungstext
    Konzept

    Das Entwurfskonzept für das Wettbewerbsgebiet sieht eine Dreiteilung der Fläche vor.
    Ein Quartierspark verknüpft den Neubau mit der umliegenden Bebauung Lörrachs. Zum Fluss hin erstreckt sich der Stadtpark welcher den Übergang vom Wohnquartier zum Flusspark an der Wiese bildet.
    Die entstehenden Landschaftsräume entwickeln sich vom privatem Quartierspark über den öffentlichen Stadtpark zum natürlichen Bild der Flussaue und wechseln ihre Erscheinung ganz nach Ansprüchen ihrer Nutzer. Die großen Parkachsen werden dabei durch kleinere Grünverbindungen miteinander verknüpft.

    Quartierspark

    Der höher gelegene Innenhof der neuen Wohnbebauung bildet den Start- oder Endpunkt des Quartiersparks der sich vom Mühlmattweg bis ins geplante Gebäude zu ziehen scheint. In den Gebäudeeinschnitten stehen kleinere Bäume die den Eindruck vermitteln, dass sich der Park bis in das eigentliche Gebäude erstreckt. Im Hof befindet sich ein dichter Baumhain dessen Raster sich langsam auf seinem Weg durch den Park auflöst. Ein ausladendes Sitzdeck begrenzt den Hof und die Spielpunkte, bietet einen Überblick über das Gelände, und lädt zum verweilen ein. Fahrradüberstände entlang der Grünflächen ermöglichen ein eingangsnahes Abstellen.
    Die Zugänge des Quartiersparks erfolgen barrierefrei über die Zuwegungen der angrenzenden Wohnbebauungen. Über Treppen oder Rampen gelingt die Verbindung zur Mühlestraße und dem Schulgebäude. Bänke entlang der Wegeachse schaffen weitere Treffpunkte und Aufenthaltsmöglichkeiten.

    Stadtpark Teichmattenwiese

    Eine großflächige Rasenstufenanlage an der Freiburger Straße bildet den Eingang zum Stadtpark. Der Vorplatz der Stufen mit integrierter Bushaltestelle lädt den ankommenden Besucher in den offenen Parkraum ein. Gerahmt von der großen Promenade mit der Platanenallee und der Rad- und Fußwegeverbindung des Dammweges befinden sich offene Rasenflächen. Die als Liege- und Picknickwiese nutzbaren Flächen sind mit einem Bolzplatz und Sandlinsen ausstattet. Kletterspiel, Skaten, und Sandspiel erweitern das Angebot für Kinder und Jugendliche. Dabei wird die vorhandene Topographie genutzt um das Angebot in den Park zu integrieren und die Spielbereiche attraktiv zu gestalten. Entlang der Promenade überbrücken Sitzstufen den Höhenunterschied der Wiesen- und Wegeflächen und dienen als Tribüne des Bolzplatzes. Am Ende der Veranstaltungshalle teilt sich die Promenade und läuft über Stufen in die Rasenflächen oder weiter als Weg entlang des Parkgeländes. Die Wegbegleitende Platanenreihe trennt den Raum der Stellflächen des angrenzenden Teichmattenweges und spendet schatten für die zahlreichen Sitzgelegenheiten.

    Gegenüber des Stadtparks zieht sich die Platanenallee bis in das umgestaltete Parkfeld. Hier entstehen im Grünen, unter locker gesetzten Bäumen, die restlichen Stellflächen für die Sporthalle und weitere Stellflächen für Parkbesucher. Die lockere Baumsetzung entlang des Dammweges setzt sich in diesem Bereich fort so dass sich der gesamte Parkraum über die Straße hin erstreckt.


    Flusspark an der Wiese

    Der Dammweg bildet die Grenze vom Stadtpark zum Flusspark mit seinen renaturierten Uferbereichen entlang der Wiese. Eine lockere Baumsetzung begleitet die übergeordnete Fuß- und Radwegeachse. An verschiedenen Kreuzungsbereichen der Verbindungswege entstehen Aussichtsbalkone die einen besonderen Blick auf die neu Gestaltete Wiese geben. Südlich des Dammes wird in den Naturraum nicht weiter eingegriffen, so dass sich Biotope und Uferbereiche frei entwickeln können.


    Außenanlagen Wohngebäude Markt

    Der Vorplatz zum Eingang des Marktes teilt sich in zwei Bereiche. Westlich des Markteinganges befindet sich die Zufahrt der überdachten Parkbereiche, der Anlieferung und fünf weitere Stellflächen entlang der Straße. Östlich des Einganges trennen wenige Stufen den Vorplatz vom Straßenniveau. Ein Solitärbaum und Sitzdecks laden als Treffpunkt ein und trennen den Marktbereich von den Wohnbereichzugängen.
    Entlang der Zuwegung des Innenhofes befinden sich die Müllstellplätze. Die Restlichen Grünflächen um das Gebäude sind mit lockeren Baumsetzungen bestückt. Der Innenhof wird durch seine Gestaltung zum privaten Teil des Quartiersparks und Treffpunkt der Mieter.

    Außenanlage Schule

    Die Zugänge der Sport-, Versammlungshalle und der Schule werden durch einen Pflasterteppich der sich bin ins Gebäude erstreckt kenntlich gemacht. Nach Süden ziehen sich die Erweiterungen des Veranstaltungsraumes und des Jugendraumes in voneinander getrennte Terrassenbereiche. Die Platanen grenzen dabei die Flächen zur Promenade hin ab. Der Schulhof wird durch einen Schulgarten ergänzt. Nördlich des Gebäudes befinden sich die benötigten Stellflächen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die städtebauliche Leitidee, den Markt direkt der Mühletrasse zuzuordnen, die Wohnbebauung maßstabvoll am halböffentlichen Grünzug des bestehenden Wohngebietes zu orientieren und diesen Grünzug aufzunehmen um die Verknüpfung zum Wiese-Vorland herzustellen, ist überzeugend.
    Die vorhandenen Höhendifferenzen werden genutzt, um die gewünschte funktionale Trennung zwischen Einkaufsmarkt und Wohnbebauung zu belegen.
    Die optionale Schulerweiterung, die Sporthalle sowie das zugeordnete Vereinsheim und der Jugendraum sind konsequent der Schule und dem Wiese-Vorland zugeordnet. Ihre
    Orientierung ermöglicht und nutzt die vorgegebenen Abstandsflächen zum Fluss ohne den naturnahen Freiraum zu beinträchtigen.
    Der Markt im Sockelgeschoss der Wohnbebauung ist von der Mühlestrasse wahrnehmbar
    ohne die Bebauung zu dominieren. Die zugeordneten überdeckten Stellplätze sind gut
    erreichbar, jedoch durch die Anlieferung zum Teil beeinträchtigt. Die durch
    Anlieferungsfahrzeuge bedingte Überhöhe des Stellplatzgeschosses wird durch die logische Fortsetzung der Geschosshöhe des Marktes aufgefangen und kann somit von den darüberliegenden Wohnungen als private Freiflächen genutzt werden. Der Übergang zum angrenzenden, südlich gelegenen Grundstück bedarf der Überarbeitung.
    Die geplante Wohnbebauung gliedert sich in drei Gebäude mit jeweils eigenen
    Erschließungskernen. Die Gebäudefugen werden für großzügige Hauszugänge geschickt
    genutzt. Die öffentliche Nutzung des Innenhofes wird kritisch gesehen.
    Die Orientierung der Wohnungen ist auf Grund der Gebäudeanordnung positiv zu werten. Die etwas großen Erschließungsflächen außerhalb und innerhalb der Wohnungen bedürfen der näheren Betrachtung.
    Private Stellplätze werden ausreichend im Untergeschoß angeboten. Sie werden von der
    Tiefgarage der vorhandenen Wohnbebauung erschlossen. Diese Verknüpfung ist jedoch für den barrierefreien Zugang des Wohngebäudes insoweit nachteilig, als sowohl von der
    Mühlestraße als vom Wiesevorland ein Höhensprung überwunden werden muß. Die
    Wegeführung ist geschickt in die Freiraumgestaltung eingebunden, leider ist der Jugendraum nicht vom gedeckten Umlauf gefasst.
    Der Jugendraum ist richtigerweise dem Wiesevorland zugeordnet, überschreitet jedoch die einzuhaltende Abstandsfläche zur „Wiese“ geringfügig. Die der öffentlichen Nutzung
    vorgelagerte Aktionsfläche ist angemessen dimensioniert und erlaubt in Verbindung mit dem Wiesevorland entsprechende Freiraumaktivitäten, ohne dass angrenzende Nutzungen beeinträchtigt sind. Die Erschließung der der öffentlichen Nutzung unmittelbar zugeordneten 18 Stellplätze von der Freiburger Straße kann akzeptiert werden, da Fußgängerbeziehungennicht beeinträchtigt sind.
    Die Gestaltung der Fassaden, soweit erkennbar, ist wenig innovativ.
    Besondere energetische Maßnahmen werden nicht dargestellt. Der Hinweis auf die
    Abhängigkeit der Realisierung von Bauabschnitten ist nicht sachgerecht, zumal Markt und
    Wohnbebauung bereits aus bautechnischen und wirtschaftlichen Gründen gemeinsam
    realisiert werden müssen.
    Der Entwurf hat seine Stärken in den städtebaulichen Aussagen. Die Verknüpfung mit dem Bestand, die Freiraumgestaltung sowie die Gliederung und Zuordnung der Nutzungen ist überzeugend. Leider fehlen Aussagen zur Gestaltung und energetischen Versorgung in gleicher Qualität.