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  • DE-73760 Ostfildern
  • 07/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-61144)

Stadteingang Parksiedlung


  • 3. Preis


    Landschaftsarchitekten
    HinnenthalSchaar Landschaftsarchitekten GmbH, München (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: STUDIO DIETZIG, München (DE)

    Erläuterungstext
    Ideenteil

    Die Stellplätze des bestehenden Garagenhofs werden auf dem gleichen
    Grundstück in einer Sammelgarage zusammengefasst. Diese teils eingegrabene
    Garage bildet einen Sockel für das neue „Stadtteil-Haus“, welches auf der
    Sockelkante zur Breslauer Straße und somit zum Stadteingang Parksiedlung
    sitzt. In seiner polygonalen Form markiert es nicht nur den neuen Stadteingang,
    sondern nimmt außerdem Bezüge zum Neckartal und zum Spielplatz auf.
    Gemeinsam mit den neuen, markanten Geschosswohnungsbauten an der
    Einmündung Breslauer/Danziger Straße erhält der Stadteingang Parksiedlung
    eine angemessene Eingangssituation mit einer entsprechenden Fernwirkung.
    Das Stadtteilhaus dient im Zusammenspiel mit den angrenzenden öffentlichen
    Gebäuden und dem neu gestalteten Grünraum als neuer Treffpunkt in Ostfildern.
    Ein Café mit großer Terrasse zum Mehrgenerationenspielplatz lädt zum Verweilen
    ein. Auch kulturelle Angebote wie Austellungen, Veranstaltungen, Markt etc.
    sind denkbar.
    Die Umlegung des Knotenpunktes Breslauer/Königsberger Straße ermöglicht es
    vor der Kirche St. Dominikus einen großzügigen Auftakt am Ortseingang
    Ostfildern zu schaffen, welcher im Zusammenspiel mit der Grünfläche im Westen
    nun eine Einheit bildet. Die Gestaltung des öffentlichen Grüns zieht sich dabei
    konsequent durch den gesamten Raum und umfasst neben repräsentativen
    Staudenflächen auch die Erweiterungen des Mehrgenerationenspielplatzes. Die
    entfallenen Stellplätze an der Königsberger Straße werden im Bereich westlich
    der Kirche angeordnet und von der Breslauer Straße erschlossen. Die
    Bushaltestellen werden neu organisiert und stärken zusammen mit der breiten
    Fussgängerüberquerung die Ost-West Verbindung und die Verknüpfung der
    Stadtteile.


    Realisierungsteil

    Die neue Wohnsiedlung fügt sich wie selbstverständlich in die topographischen
    Gegebenheiten des Grundstücks ein. Sie soll als eine Siedlung im Grünen mit
    weitem Ausblick über das Neckartal wahrgenommen werden.
    An markanten Punkten des Baugrundstücks werden die turmartigen
    Geschosswohnungsbauten - auf einem Sockel mit Gemeinschaftsgarage platziert
    - gesetzt. Ein einzelner Baukörper im Nordosten am Fuße des Grundstücks und je
    zwei Gebäude im Südosten und Südwesten. Diese markieren nicht nur die
    Grenzen der Siedlung sondern gehen auch auf die jeweilige Besonderheit des
    Ortes ein. Zwischen diesen drei „Eckpunkten“ spannen sich, entlang der
    Topographie, die individuellen Bauformen in Gestalt von versetzen
    Reihenhäusern auf. Jeweils vier Häuser bilden eine Einheit mit gemeinsamer
    Garage und Eingangsterrasse im Norden und privateren Hof- und Gartenflächen
    im Süden. Sie orientieren sich in ihrer volumetrischen und grundrisslichen Figur
    an der Topographie und Ausrichtung des Grunstücks. Im Gesamten entsteht eine
    adäquate Mischung aus Geschosswohnungsbau und individuellen Bauformen.


    Erschließung

    Als Haupterschließung der Siedlung dient die Danziger Straße. Von ihr aus führt
    im Südwesten eine Zufahrt auf das Grundstück,
    von der aus die beiden dort liegenden Geschosswohnungsbauten erschlossen
    werden. Stichwege, die von diesem Zufahrtsweg abgehen erschliessen - stets von
    Norden her - die Reihen-Einfamilienhäuser. Über die vorhandene Zufahrt an der
    Breslauer Straße im Nordosten kann man ebenfalls in die Siedlung gelangen.
    Durch eine durchdachtes Wegenetz innerhalb der Siedlung und die Anordnung
    von Orten und Freiflächen entsteht eine spannungsreiche Komposition von
    Wege- und Blickbeziehungen. Nahezu jede Wohneinheit profitiert von einem
    Ausblick über das Neckartal.


    Entwässerung

    Das Entwässerungskonzept für die neue Wohnsiedlung folgt dem Prinzip der
    „Naturnahen Versickerung“. Dabei soll das Wasser in seinem Weg „hangabwärts“
    inszeniert und bespielt werden, bevor es letztendlich im Bereich des Hangfußes
    in einer Versickerungseinrichtung dem Boden zurückgeführt wird.
    Das Niederschlagsabwasser wird dabei zwischen den einzelnen
    Reihenhaus-Einheiten gesammelt und in einer offenen Rinne geführt. Im Bereich
    der Wohnwege mündet jede Rinne in einem Tosbecken, die das Wasser zunächst
    beruhigen. Dort läuft es in ein mit Seerosen bepflanztes Becken weiter. Nach
    dem Überlaufprinzip bahnt sich das Wasser seinen Weg „hangabwärts“ und
    erreicht verzögert die Versickerungseinrichtungen. Jede
    Versickerungseinrichtung erhält einen Notüberlauf, der an das Kanalsystem
    angeschlossen wird. Für die Trockenmonate wird am Beginn jedes Wasserlaufes
    eine Zisterne installiert, die gegebenenfalls Wasser in das System nachspeisen
    kann.


    Bauabschnitte

    Die Ausführung in drei Bauabschnitten ermöglicht es zunächst alle bestehenden
    Gebäude zu erhalten. Nach und nach werden diese - zuerst Hotel und
    Autohandel, später dann Betriebsgebäude und Wohnhaus Raisch - durch neue
    Gebäude ersetzt.


    Materialität

    Als Material wird Klinker vorgeschlagen. Er ergänzt nicht nur das kubische
    Erscheinungsbild der Baukörper durch seine Feingliedrigkeit und Logik, er
    unterstreicht zudem auch als natürlich gewonnener Baustoff das Konzept des
    Wohnens in Landschaft und Natur.


    Energie

    Die kompakten Baukörper mit einem sehr guten A/V-Verhältnis sind energetisch
    günstig. Durch energieoptimiertes Bauen mit hochwertiger Wärmedämmung und
    Wärmeschutz-Verglasung wird ein geringer jährlicher Primärenergiebedarf
    erreicht. Das im Sockel der südwestlichen Gebäude untergebrachte
    Blockheizkraftwerk versorgt die Siedlung mit Energie und Wärme und wird durch
    Solarkollektoren unterstützt.

    Die neue Wohnsiedlung wirkt durch ihre besonderen aussen- und
    innenräumlichen, die Gemeinschaft stärkenden Qualitäten identitätsstiftend für
    die Bewohner. Ein offenes Miteinander innerhalb der Siedlung wird gefördert.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.