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  • DE-71063 Sindelfingen
  • 07/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-80836)

Neubau Pflegeheim Sindelfingen


  • 1. Preis

    Lageplan

    Architekten
    Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Anthony Carimando, Jan Gienau

    Erläuterungstext
    Erläuterungen

    Der Neubau des Pflegeheims wird als solitärer Baukörper in den städtischen Park eingefügt, integriert. Der Landschaftsraum mit seinen , den Ort prägenden Großbäumen umspült das neue Pflegeheim. Eingerückt von der Wolfstraße im Norden und der Oberen Vorstadt im Osten wird der Park für die angrenzende Wohnbebauung erlebbar.
    Die, vom Auslober vorgeschlagene Bauabschnittsgrenze wird berücksichtigt, sodass während der Bauphase 27 Pflegeplätze im Altbau erhalten bleiben.
    Übergeordnete Entscheidungen für den Entwurfsansatz ist es das Bauvorhaben nicht in zwei Bauabschnitten umzusetzen sondern als „Eine“ Baumaßnahme zu realisieren. Grundstück, Erschließung und Raumprogramm bieten diese Option, die dem Auslober einen zweiten Bauabschnitt und somit Interims-, Zwischenlösungen und Provisorien ersparen. Unter dem Gesichtspunkt einer wirtschaftlichen Nutzungs- und funktionsoptimierten Realisierung können nach Fertigstellung alle 96 Pflegeplätze und die Tagespflege sofort genutzt werden.
    Die vorhandene Topografie wird im Entwurf aufgenommen, um den Baukörper in die Südhangsituation einzubinden. Auf der Park- und Gartenebene verzahnen sich Landschaftsraum und Gebäudefunktionen. Der Park durchströmt das Gebäude.
    Von der Oberen Vorstadt, von Osten erschlossen bildet ein großzügiger Platzbereich den Eingang, die Adresse für das Pflegeheim. Über der Erschließungsebene, in der die gemeinschaftlichen Räume wie Empfang, Cafeteria, Foyer, Andachtsraum, Tagespflege und Verwaltung eingestellt sind schwebt ein 3-geschossiger, ein atriumbildender Baukörper. Der Landschaftsraum wird in eine ruhige grüne Innenhofsituation weiterentwickelt. Es entstehen differenzierte Freiraumqualitäten. Introvertierte, geschützte Ruhezonen und zum Park offene Bereiche werden geschaffen.
    Cafeteria und Andachtsraum lassen sich in die Eingangshalle integrieren, zuschalten. Das vielfältige Nutzungsangebot des Pflegeheims kann optimal umgesetzt werden. Die Nutzungs- Einstellungen in die Eingangshalle lassen Durchblicke zu, ermöglichen Orientierungen und bieten Raum für offene und geschützte Aktivitäten. Die Eingangshalle, als Gelenk zwischen öffentlichem und privatem Raum. Nahtstelle, Adresse im Park an der Oberen Vorstadt.
    Niveaugleich schließt die erste Wohnbereichsebene im Norden an das umgebende Parkgelände an. In dieser Ebene sind die Wohnbereiche für dementiell erkrankte Bewohner geplant. Ein direkter geschützter Zugang in den „Garten“ wird ermöglicht. Auf je einer Ebene ist ein Wohnbereich mit 32 Plätzen in 2 Wohngruppen zu je 16 Pflegezimmern geplant. Die Aufenthaltsbereiche lassen sich gemeinsam oder getrennt nutzen, sodass für das Pflegepersonal Optionen von gemeinschaftlichen Aktivitäten gegeben sind.
    Alle Zimmer orientieren sich nach außen in den Park. Die Erschließung erfolgt ringförmig, sodass Rundgänge, „Spaziergänge“ um den grünen Innenhof, das Atrium gegeben sind und Ausblicke, Begegnungsorte, Ruheorte angeboten werden. Ein Spannungsfeld von introvertiertem und offenen gemeinschaftlichen Räumen. Durch die Gebäudetypologien eines Atriums entstehen lichtdurchflutete Erschließungs- und Aufenthaltszonen. Der Landschaftsraum, der Park, der grüne Innenhof sind immer präsent und schaffen Identität, Unverwechselbarkeit.
    Aufweitungen in den Erschließungsbereichen bilden die Zugangszonen für die Pflegezimmer. In diesen „Nischen“ entsteht durch Wechsel in Materialität und Farbgebung Orientierung und Vorfeld für das eigene Zimmer.
    Nach Süden und Westen wird die Fassade geschichtet gestaltet. Durch die ablesbaren überkragenden Deckenebenen entsteht ein konstruktiver Sonnenschutz. Der Charakter der Fassade wird durch diese horizontale Gliederung, das Zurückspringen der Fensterelemente leicht und transparent.
    Auf der Gartenebene werden die jeweiligen Nutzungen wie selbständige Bausteine, Räume eingestellt. Die Einbauten der vorhandenen Produktionsküche werden in den Neubau übernommen. Vom Platzbereich entsteht eine separate, direkte Anlieferung, sodass ein störungsfreier Ablauf für die neue Küche gegeben ist. Im Bereich der Anlieferung werden ebenfalls die erforderlichen Stellplätze in die Hangsituation nach Norden integriert. Baumüberstellt wird dieser Bereich neben Bushaltestelle, Vorfahrt und Besucherstellplätzen in den neuen Platz eingebunden.
    Die Freiflächen unterstützen durch gezielte Baumstellungen und abgestufte Freiraumqualitäten die gewünschten Raumbildungen. Die Öffentlichkeit des Freiraums nimmt von innen nach außen zu.
    Innenhof – Gartenbereich – Parkbereich
    Das vorhandene Fuss- und Radwegenetz des Parks und der angrenzenden Wohngebiete wird in die Gesamtkonzeption aufgenommen, weiterentwickelt und arrondiert.
    Die Dachflächen werden extensiv begrünt. Durch Stellung und Ausrichtung des Neubaus ist eine optionale Nutzung für eine Photovoltaikanlage gegeben. Zur energetischen Versorgung wird eine Geothermieanlage als nachhaltiges und umweltverträgliches Energiekonzept vorgeschlagen, welches durch Sonnenkollektorflächen ergänzt werden kann.
    Die gewählte Bautypologie eines Atriums, mit 3 gleichen, übereinanderliegenden Wohnbereichen, die einem Bauabschnitt erstellt werden, lässt einen äußerst wirtschaftliche Umsetzung, Realisierung des Projektes erwarten.
    Mit dem Neubau des Pflegeheims für die Württembergische Schwesternschaft vom Roten Kreuz entsteht an der Oberen Vorstadt eine neue Adresse, die den städtischen Park integriert, die nachbarschaftlichen Wohngebiete berücksichtigt und durch seine eigene Architektursprache Identifikation für die Menschen in Ihrem neuen Umfeld schafft.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.