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  • DE-07545 Gera
  • 09/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-65011)

Campus Goethe-Gymnasium Gera / Rutheneum seit 1608


  • 3. Preis


    Landschaftsarchitekten
    Büro Grün plan, Hannover (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: MOSAIK Architekten BDA, Hannover (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf zeigt einen kompakten Campus, der großzügig im Westen und Süden vom Grünraum umrahmt wird. Der dem Stadtinneren zugewandte Campus wird folgerichtig als städtischer Platz verstanden. In selbstverständlicher Weise führen die Neubauten die westliche Baukante fort und bilden nach Süden einen großzügigen Stadteingang in die Burgstraße. Der neue Kubus vervollständigt als Südflügel die barokke Anlage und würdigt in zurückhaltender Kubatur die historische Bausubstanz. Dadurch wird der Ehrenhof in seiner ursprünglichen Dimension weitgehend nachempfunden und bildet zugleich einen der geforderten Schulhöfe. Die unterschiedlichen Niveaus der beiden Bestandsgebäude werden geschickt über einen Erschließungstrakt verbunden und gewährleisten den barrierefreien Zugang.
    Regierungsgebäude und Neubau sind wohlproportioniert über eine Glasfuge miteinander verbunden und halten gleichzeitig respektvoll Abstand. Der Neubau mit seiner klaren Geometrie und minimalistischer Formensprache tritt selbstbewusst, aber nicht auftrumpfend zu den denkmalgeschützten Gebäuden. Einzelne Linien werden sensibel aber bestimmt aufgenommen. Die baulichen Eingriffe in den Altbau konnten dank der intelligenten Neubaulösung auf ein vertretbares Maß reduziert werden. Allerdings wird die Unterbringung von Fachunterrichtsräumen in den Altbau als problematisch eingeschätzt.
    Die Sporthalle wurde so als eigenständiger Baukörper platziert, dass sie das Ensemble ergänzt und zugleich unkompliziert als späterer Bauabschnitt realisiert werden kann. Zwischen dem neuen Schulgebäude und der Sporthalle verläuft folgerichtig die gewünschte öffentliche Durchwegung zwischen Reichs- und Burgstraße ohne den Schulbetrieb zu beeinträchtigen. Weitere abgegrenzte Höfe, der Pausenbalkon sowie der Schulgarten befinden sich auf der Westseite mit guter und direkter Verknüpfung zum Freiraum der Vogelinsel. Allerdings wirkt die mäanderförmige Durchwegung der Vogelinsel zu wenig differenziert.
    Auch wenn die Verkehrsflächen im Neubau relativ knapp bemessen sind, erscheint die Funktionalität gewährleistet. Trotz großzügiger Öffnung des Haupteingangs zum Ehrenhof wird die Belichtung des Erschließungsraumes in den Obergeschossen teilweise als nicht ausreichend erachtet. Augrund der Kompaktheit des Neubaus und der relativ geringen Flächeninanspruchnahme kann eine wirtschaftliche Realisierung erwartet werden.