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  • DE-79098 Freiburg
  • 10/2011
  • Ergebnis
  • (ID 2-89419)

Evangelische Montessori Schulen Freiburg


  • 1. Preis

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    Krause Landschaftsarchitekten, Freiburg (DE)

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Spiecker und Sautter Architekten BDA, Freiburg (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Das Konzept eines langen dreigeschossigen Gebäudes mit kammartigen Öffnungen nach Süden ist städtebaulich angemessen und passt sich gut in die Umgebung ein. Die drei geforderten Bauabschnitte sind einfach zu realisieren und funktionieren jeder für sich gut.

    Der Haupteingang liegt an der Merzhauser Straße und ist die angemessene Adresse für die Schule. Die großzügige Eingangshalle ist einladend; gemeinsam mit dem erweiterten Vorplatz entsteht ein schönes Entrée. Die innere lineare Erschließung über die gesamte Gebäudelänge ist gut gelöst; sie ist durch die Einblicke in die Höfe und die
    Clusterbereiche abwechslungsreich, kleinteilig gegliedert und doch klar strukturiert, ohne die gewünschten Rückzugsbereiche zu vernachlässigen. Das Gebäude ist im Inneren angenehm rhythmisiert und gut nutzbar. Insbesondere sind die Cluster gut für das schulische Konzept ausgebildet und mit großzügigen Vorbereichen, Leseecken und direkt zugeordneten Terrassen ausgestattet. Der Andachtsraum für diese evangelische Schule ist im 1. OG wenig eingebunden und zu abgelegen. Ob der eine Aufzug
    ausreichend ist, ist fraglich.

    Die Zusammenschließbarkeit der Aula mit Speisesaal und Musikraum ist sehr positiv und bietet gute Nutzungsmöglichkeiten. Allerdings ist bei Abtrennung der Räume die Aula nur eingeschränkt nutzbar und wirkt wie ein reiner Verkehrsbereich. Die
    eigenständige Erschließbarkeit der Sporthalle ermöglicht und unterstützt eine Fremdnutzung.

    Das Erscheinungsbild zur Straße wird von der überkragenden Turnhalle stark dominiert; die Ausbildung der Fassaden ist insbesondere an dieser Stelle wenig stimmig, die
    Fensterbänder nach Süden und Osten sind für eine Sportnutzung kaum geeignet. Auch sind die Fassaden der langen Nordfront sowie die Klassenbereiche mit den unregelmäßig gesetzten Fenstern eher lieblos und austauschbar. Die Wahl der Materialien und die Tiefe der Detaillierung sind noch nicht befriedigend.

    Im Süden der Schule verbleibt ein sehr großzügiger und verhältnismäßig tiefer Freibereich mit differenzierter Bepflanzung, der hervorragend geeignet für Schulgärten und Bewegung im Freien ist. Die Höfe zwischen den Clustern sind angenehm kleinteilig und bieten Intimität und Aufenthaltsqualität. Die Anzahl der angebotenen Stellplätze ist nicht ausreichend; eine Durchfahrung des Grundstücks erscheint möglich, ist aber nicht gewünscht. Der große Vorplatz ist gestalterisch zwar sehr reizvoll, lädt aber leider zum kurzzeitigen Halten ein.

    Das Gebäude lässt eine gute Wirtschaftlichkeit in Erstellung und Betrieb erwarten. Die
    Flächenvorgaben sind sehr präzise eingehalten und nur in Bereichen wie Schülerbücherei und Leseecken teilweise deutlich überschritten; dies allerdings dient der Qualität und Nutzbarkeit.

    Das Energiekonzept für den Winter ist schlüssig. Die Sommernachtlüftung kann
    allerdings mit der vorgeschlagenen Lüftungsanlage nicht realisiert werden. Mir der vorgeschlagenen Photovoltaikanlage ist ein Nullemissions-Gebäude im Sinne der EPBD 2010 möglich.

    Insgesamt handelt es sich um eine gut konzipierte Schulanlage mit schönen und gut nutzbaren Räumen, die für das Montessori Konzept gut geeignet sind; die äußere Hülle allerdings wird den inneren Qualitäten so noch nicht gerecht.