loading
  • DE-86150 Augsburg
  • 06/2010
  • Ergebnis
  • (ID 2-35396)

Neugestaltung der Augsburger Fußgängerzone


  • Engere Wahl


    Landschaftsarchitekten
    birke · zimmermann landschaftsarchitekten, Berlin (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Die zukünftigen Besucher, Einwohner und Gewerbetreibenden erwartet eine moderne und zurückhaltende Material- und Formensprachen. Als wichtigstes Ziel gilt es, die zusammenhängende Wirkung des Stadtgefüges als wahrnehmbare Einheit in der Stadt zu definieren. Insbesondere den besonderen historischen Baudenkmälern mit ihren schmucken Fassaden wird so der notwendige Rahmen und Plattform gereicht, um die Architekturen und Räume zu einen.

    Die Innenstadt soll weiter als vielfältiger Ort verstanden werden, in der das Einkaufen als selbstverständlich empfunden wird und keine vordergründige Handlung darstellt. Die große Konkurrenz der einnehmenden Konsumzentren an den Peripherien deutscher Städte sind allein Grund hier eine moderne und großzügige Gestaltung entgegenzusetzen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen die Innenstädte ihre guten Stuben aufwerten und vor allem mit Leben füllen.

    Folgende Anforderungen müssen erfüllt werden:
    • ungestörtes Flanieren auf gehfreundlichen Oberflächen
    • ungehindertes Queren von einer zur anderen Seite beim Einkaufen
    • ausreichend Sitzmöglichkeiten zum Verweilen und Konsumieren
    • Aufstellplätze für Gastronomie
    • attraktive und führende Lichtgestaltung für die dunklen Tages- und Jahreszeiten
    • Wasserspiele zum Abkühlen in den heißen Sommermonaten auf dem Rathausplatz
    • ausreichend Raum für Sonderveranstaltungen auf dem Rathausplatz
    • Fahrradabstellmöglichkeiten
    • Kunst im öffentlichem Raum

    Die Oberflächen
    Für die hierarchische Systematik der Oberflächen werden hellbeige Granitsteinmaterialien in den belebten Fußgängerpassagen Annastrasse, Steingasse, Philippine-Wesel-Straße und Fuggerstrasse verwendet, während die ca. 1,00 bis 1,50m breiten Traufbereiche vor den Häuserfassaden mit Granitkleinsteinpflaster belegt werden. Die Traufbereiche und Verbindungsgassen bzw. Verbindungspassagen erhalten bewusst die gleiche Pflasterung und bilden so eine einheitliche Grundfläche auf dem die unterschiedlichen Architekturen der Bebauungsblöcke ruhen. Die Granitplatten verlaufen in Bändern unterschiedlicher Größe im Halbverband, um den dynamischen Bewegungen der Stadtstruktur zu entsprechen. Die Platzbereiche werden durch großformartige Beton- oder ggf. Granitsteinsteinplatten als besondere Orte betont. Denkmäler werden ebenfalls mittels besonderen Pflasterungen betont.

    Das Lichtkonzept
    Analog zur klaren Zonierung des Stadtraums durch die Wahl der Oberflächen wird durch den gezielten Einsatz unterschiedlicher Leuchtkörper eine klare Gliederung und Hierarchie der Räume erzeugt:
    • Die dynamischen Bereiche der Annastrasse, Steingasse, Philippine-Wesel-Straße und Fuggerstrasse erhalten Überspannungsleuchen und betonen in ihrer Führung den schwungvollen Verlauf der Fußgängerzone.
    • Um die Besucher der Fußgängerzone auf sämtliche Verbindungsgassen und Passagen aufmerksam zu machen, verlaufen hier ins Pflaster eingelassene Lichtbänder und laden zum Entdecken der intimeren Bereiche der Stadt ein. Darüber hinaus wird die Durchquerung der Stadtstruktur in ostwestlicher Richtung erleichtert.
    • Für die Inszenierung der Stadtplätze mit seinen bedeutenden Denkmälern schweben die Sitzmöbel auf Lichtpolstern und sorgen so für ein dezentes indirektes Licht, und geben den Denkmälern die notwendige Bühne.
    • Die Raumaufweitung der Annastrasse wird ebenfalls mit illuminierten Sitzmöbeln akzentuiert.
    • Der Rathausplatz als Ort für unterschiedliche Bespielungen und Veranstaltungen wird im Verlauf der ehemaligen historischen Bebauungskante durch moderne Leuchtmasten gefasst, hält jedoch seine Mitte frei.
    • Besondere historische Fassaden und Denkmäler werden zum Teil mit Bodeneinbauleuchten betont.
    .
    Gestaltungsmatrix
    Sämtliche Ausstattungsgegenstände wurden durch uns mit dem Ziel einer klaren Gestaltungslinie und Nachhaltigkeit entwickelt. Die Sitzmöbel bestehen aus hochverdichtetem Weiß- bzw. Faserbeton mit eingearbeiteten Schriftzügen der wichtigen Protagonisten aus der Augsburger Puppenkiste und sind im Sockelbereich mit Leuchtkörpern ausgestattet. Sämtliche Ausstattungselemente und Einbauten wie Leuchtmasten, Fahrradständer und Abfallbehälter aus Stahl erhalten eine Anthrazitfarbene Schuppenpanzerfarbe.

    Besondere Einbauten
    Am nördlichen Eingang der Annastrasse wird im Bereich der Gabelung zur Steingasse ein Pavillon mit integriertem Kiosk und Toilettenanlage vorgesehen.

    Als bespielbare Skulptur, soll im Bereich des Abzweigs Unter Dem Bogen eine stilisierte Gliederpuppe der Augsburger Puppenkiste für Kinder und Touristen eine besondere Attraktion angeboten werden.

    Der Rathausplatz erhält mit einem bodenebenen Fontainenfeld eine bespielbare Wasserattraktion für Jung und Alt und kann jederzeit bei Bedarf bei Veranstaltungen überstellt werden.

    Barrierefreiheit und Generationen
    Um den Bedürfnissen der unterschiedlichen Generationen und den körperlich eingeschränkten Menschen gerecht zu werden, sind unterschiedliche bauliche Maßnahmen und Ausstattungsgegenstände geplant:
    • Einbau von Sitzbänken mit einer erhöhten Sitzposition
    • Einbau von Aufstehhilfen an den Sitzbänken
    • Gestaltung von barrierefreien und rutschfesten Bodenbelägen. Für die Zugänge zu den einzelnen Geschäften sollen Schwellen oder Stufen vermieden werden. Bereiche in denen ein direkter Anschluss des Plattenbelags nicht durchführbar ist erhalten eine technische Lösung die mit den einzelnen Geschäften abzustimmen sind.

    Mitarbeit: Christine Moritz, cand. Arch.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.