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  • DE Frankfurt/Main
  • 09/2005
  • Ergebnis
  • (ID 2-2859)

Neubau des Technischen Rathauses


  • 3. Preis

    Stadtpläne Axonometrie

    Architekten
    Kramm & Strigl Architekten und Stadtplanergesellschaft mbH, Darmstadt (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Die Stadt Frankfurt beabsichtigt, das Technische Rathaus durch einen Neubau zu ersetzen und die nähere Umgebung aufzuwerten. Das Nutzungskonzept sieht eine Mischung aus einem Hotel, Wohnungen, Büros, Einzelhandels- und Gastronomieflächen sowie den Neubau einer Stadtbibliothek vor.
    Das Wettbewerbsgebiet umfasst die historische Keimzelle der Stadt Frankfurt zwischen Braubachstraße, Domstraße, Dom, Saalgasse und Römerberg. Der Stadtgrundriss hat sich von 1851 bis 2005 vielfach gewandelt.
    Die städtebaulichen, infrastrukturellen, verkehrlichen sowie funktionalen Anforderungen haben die räumliche Stadtstruktur nachhaltig verändert.

    Der zweidimensionale Figur-Grundplan des Stadtplanes von 1851 zeigt eine feinziselierte Raumfolge aus engen Gassen, Strassen, Durchgängen, Plätzen und Innenhöfen. In der abstrakten Version einer Überlagerung des heutigen Stadtplanes entsteht eine Musterbildung die auf dem Prinzip der „Selbst¬ähnlichkeit“ beruht. Ein Muster das sich wiederholt ohne jedoch gleich zu sein. Diese „Collage“ aus historischer und heutiger Situation macht sich im Grundriss Gassen- Führungen und Platzbildungen (Hühnermarkt) räumlich wieder erkennbar!
    Die räumliche Volumenfassung erfolgt durch eine Fassadengestaltung, die einem dem Fachwerk abgeleiteten Fassade-Algorithmus folgt, wobei zwischen Innen und Außenraumfassaden unterschieden wird.


    60 Jahre nach Kriegsende und etlichen städtebaulichen Bemühungen etwas wie eine „Mitte“ wieder herzustellen, versuchen wir, einen prägnanten Ort mit seiner Geschichte räumlich wieder aufleben zu lassen.
    Die Überplanung des Areals – Technisches Rathaus- Archäologischer Garten- sowie die Einbindung der Kunsthalle Schirn ist der Versuch eines Städtebaus der das „Jetzt“ und die “Zukunft“ umsetzt, ohne jedoch auf die räumlich haptischen Zitate der Geschichte zu verzichten. Bewusst soll kein historisierendes Stadtbild als Replik einer vergangenen Zeit entstehen.

    Die Einbindung in die Umgebung sowie ein zentraler historischer Bezug ist die Schaffung einer gegliederten Dachlandschaft. Die hier vorgeschlagene volumetrisch subtraktive Interpretation des Schrägdachthemas schafft einerseits eine Kleinmaßstäblichkeit und zieht andererseits die Volumen als übergreifendes Thema zu einem komplexen Cluster zusammen.
    Die Dachlandschaft entsteht durch die Substraktion inverser Steildächer mit kubischen Volumen. So wird die Anmutung einer Häuserreihung erreicht, obwohl keine Häuser auf der eignen Parzelle entstehen können. Diese Maßstäblichkeit weckt Erinnerungen an „die schöne alte Welt“. Auf konventionelle Steildachformen wurde bewusst verzichtet, da diese weder vom Inhalt noch durch die nicht vorhandene Parzelle begründbar sind.

    Es wird bei der Wegeführung und der damit zusammenhängenden Nutzung bewusst zwischen privatem und öffentlichem sowie zwischen Räumen, die mit Glasoberlicht geschlossen oder offen sind, unterschieden. Passagen und Höfe können, müssen aber nicht, um 24Uhr geschlossen werden. Dieses Thema der zusammenhängenden Wege- Räume - Höfe kann durch einen einheitlichen Steinbelag mit unterstützt werden. Die klare funktionale wie räumliche Zuordnung zeichnet sich im EG-Grundriss wie auch in der fünften Ansicht ab.

    Die sich von schmal bis breit, von offen bis geschlossen nach oben abstufenden Innenräume der Höfe erzeugen eine differenzierte Raumqualität. Das so entstandene Raumgefüge nimmt Bezüge zur historisch gewachsenen Dichte der alten Fachwerkstadt auf. Sie ist ein Beitrag zur Unverwechselbarkeit und Identität des Ortes.

    Die Gebäudevolumen werden aus sich überlagernden Raumschleifen erzeugt: eine sehr räumliche Konstruktion, die den skulpturalen Ansatz der Innenraumgestaltung noch steigern soll. Dieses Konzept ermöglicht es auch, hohe und stützenfreie Räume für wechselnde Nutzungen (Laden, Galerie, Gastronomie etc.) zu erhalten (EG- 1.OG). Über diese Schicht legt sich eine Geschoss mit Dienstleistungsangebot. Darüber sind die Wohnungen angeordnet (2-5.OG). Das Art-Hotel ist im separaten Ost-Flügel untergebracht (EG – 5.OG)

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.