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  • 1. Preis


    Landschaftsarchitekten
    wbp Landschaftsarchitekten GmbH, Bochum (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Zwischen Phönixsee und dem Landschaftspark Phönix West wird sich Hörde zu einem attraktiven Standort in Dortmund entwickeln.
    Neben der bereits entstehenden Ost-West- Verbindung entlang der Emscher wird vor allem die Nord-Süd-Verbindung an Bedeutung gewinnen.
    Die Hörder Brücke, heute noch vernachlässigter urbaner Ort, stellt dabei eine der wichtigsten Verknüpfungen zwischen der Hörder Innenstadt und den südlich an-grenzenden Stadtgebieten dar.

    Die Konzeptidee für diesen Ort soll folgenden Prämissen folgen:
    - schlicht und einfach
    - lebendig und attraktiv
    - erweiterbar

    schlicht und einfach
    mit schlichten Materialien werden die vorhandenen Strukturen so ergänzt, dass eine Attraktivierung schnell und ohne größere Baumaßnahmen erreicht werden kann

    lebendig und attraktiv
    die Aussengastronomie wird an ihrem Standort gestärkt, für die Passanten wird dennoch der Platz- und Strassenraum großzügig und offen gestaltet.
    Verweilpunkte auf dem Platz an der schlanken Mathilde und auf der Brücke schaffen unterschiedliche Aufenthaltsmöglichkeiten

    erweiterbar
    das Konzept ist als erste, in sich schlüssige Maßnahme zu verstehen, die jeder-zeit durch das Erneuern des Bodenbelags auf der Brücke und den angrenzenden Plätzen vervollständigt werden kann.

    ein Rahmen verbindet
    Die Hörder Brücke wird als verbindendes Element weiterentwickelt. Dazu spannt sich ein sogenannter Rahmen zwischen dem Platz an der schlanken Mathilde und dem Schildplatz über die gesamte Hörder Brücke auf.
    Der Rahmen nimmt den vorhandenen Höhenversprung auf der Brücke auf und nutzt diese Kante als Gliederungselement. Die Kante wird durch ein neues, gut wahrnehmbares, dunkles Betonfertigteil definiert - auf der Westseite als breites Band, das die Sitzelemente aufnimmt, auf der Ostseite als Stufe.
    Der Rahmen bindet die Zugänge von der Brücke zum Bezirksrathaus, dem neuen Center und dem Aufzug mit ein.

    Brückenbalkone
    Die Sitzelemente auf dem breiten Band werden als Holzmodule vorgeschlagen, die mit Holzdecks im Bereich der tiefer liegenden Bereiche ergänzt werden.
    Sitzelement und Holzdecks bilden die Brückenbalkone. Sie schaffen attraktive Aufenthaltsbereiche, bilden aber auch spannende Aussichtspunkte zu Phönix Ost und West sowie zu weiteren Wahrzeichen der Stadt.

    Die Holzdecks werden in den Übergangsbereichen zum Platz als verknüpfendes Element vorgesehen:
    Die Terrassen vor der Pizzeria und dem Eiscafe werden, dem Höhenverlauf fol-gend abgetreppt, mit Holzdecks neu gebildet. Nach Süden kann sich das Sitzmo-dul als Leitmodul bis zum Clarenberg weiterziehen.

    Der Schildplatz wird in seinem östlichen Bereich stärker als Aufenthaltsort ent-wickelt. Damit wird eine stärkere optische Verbindung zur Brücke über die tren-nende Strasse hergestellt. Langfristig können die Flächen niveaugleich ausgebaut werden, um den Platzcharakter zu stärken.


    Materialien und Farben
    Der Rahmen wird aus einfachen, dunklen Betonfertigteilen mit einer glatten, rutschfesten Oberflächenstruktur gebildet. Die Sitzmodule und die Balkone wer-den aus langlebigem und unempfindlichem Thermoholz vorgesehen.
    Das Geländer wird in einem warmen Grauton neu beschichtet. Die offen liegen-den Rohre erhalten ebenfalls eine Beschichtung in diesem Ton.
    Die Brückenunterseite wird mit einem warmen Goldgelbton aufgewertet.


    Lichtkonzept
    Das Lichtkonzept nutzt die bestehenden Leuchtenstandorte. Durch Ergänzung und Fortführung der Leuchtenreihe entsteht eine durchgehende Achse. Sie ist als weit sichtbares Gestaltungsmerkmal wahrnehmbar und zieht sich bis in den Vor-platzbereich der schlanken Mathilde hinein.
    Die schlichten Lichtstelen bilden dabei eine optische Führung entlang des gesam-ten Brückenbauwerkes und sorgen für Orientierung. Der bewusste Wechsel von der Siteco-Leuchte hin zur Lichtstele unterstreicht die Wirkung des (Gestal-tungs)Rahmen. Die mit Microreflektor ausgestattete Lichtstele wirft ihr Licht ge-richtet auf die Bodenfläche und leuchtet die Bewegungsbereiche optimal aus.
    Dezente Einbauleuchten in den Sitzbänke werten den seitlichen Sitzbereich auf und bilden Lichtinseln mit hoher Aufenthaltsqualität. Dabei erzeugen die linearen Leuchten spannungsvolles, rhythmisches Streiflicht auf den Holzdecks.
    Die seitlichen Aufweitungen in Höhe des Bahnhof-Neubaues und des Personen-aufzuges werden durch zurückhaltend wirkende technische Leuchten ausgeleuch-tet die sich formal zurücknehmen.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf schafft es mit wenigen schlichten Elementen und Materialien, die vorhandene
    Struktur zu ergänzen und damit eine attraktive und schlüssige Verbindung der beiden Punk-
    te „An der Schlanken Mathilde“ und „Schildplatz“ zu erreichen. Der Funktion, Zentrum Hör-
    de mit den südlichen Stadtquartieren zu verbinden, wird in hohem Maße Rechnung getra-
    gen.
    Die vorgeschlagene westliche Begrenzung des Platzes an der Schlanken Mathilde durch
    ein Baumdach ist sinnvoll, muss jedoch in seiner Dimension zwecks Bespielbarkeit des
    Platzes zurückgenommen werden.
    Die Holzdecks für die Außengastronomie nehmen Elemente der Gestaltungssatzung Hörde
    auf und stellen eine gute Lösung zur Überwindung der Höhen dar, ohne als Barriere im
    öffentlichen Raum zu wirken. Die Wegeführung hin zur Brücke wird optisch unterstrichen,
    die Orientierung erleichtert.
    Die Brückenbänke werten den Raum gestalterisch auf und bieten gleichzeitig attraktive Auf-
    enthaltsmöglichkeiten und Ausblicke. Unter Wahrung der Holzoptik ist das Bankmaterial auf
    Haltbarkeit zu überprüfen.
    Hinsichtlich der Brückenbeleuchtung sollte eine Anpassung an das Hörder Leuchtenkon-
    zept unter Nutzung der heute vorhandenen Standorte erfolgen.
    Bei den guten Ansätzen, den Schildplatz weiter zu entwickeln, steht im Entwurf die Straßen-
    verkehrsfunktion noch zu stark im Vordergrund. Hier ist deutlich die Platzsituation mit den
    heutigen und künftigen Fußgängerquerungen Rechnung zu tragen.
    Insgesamt stellt der Entwurf eine sehr gute Lösung zur Aufwertung des Verbindungsraumes
    zwischen Hörde-Zentrum und den südlichen Wohnquartieren dar.


INFO-BOX

Angelegt am 05.01.2012, 10:07
Zuletzt aktualisiert 09.01.2012, 11:03
Beitrags-ID 4-51851
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