loading
  • 1. Preis

    Aussichtshu?gel im Hortus conclusus

    Landschaftsarchitekten
    Valentien + Valentien, München (DE) Büroprofil

    Erläuterungstext
    Der neue Garten wird aus den vorhandenen räumlichen Strukturen entwickelt, die im Sinne der fernöstlichen Gartengestaltung weiterentwickelt und mit verschiedenen Gestaltungselementen ergänzt werden. Das Gelände wird in zwei gegensätzliche Gartencharaktere gegliedert: ein introvertierter „Hortus conclusus“ und ein informeller, offener Berggarten.

    Kleinere, fernöstliche Gärten sind häufig introvertiert, von Mauern und Hecken umschlossen, mit Toren und Schwellen eingefriedet. Der Besucher soll „die Welt außerhalb vergessen", damit „die positiven Ströme einmal gesammelt, nicht wieder auseinander getrieben werden. Aus diesem Grund waren die Gärten immer von Mauern umgeben“ (Rinaldi, Bianca: Der Chinesische Garten, 2011, S.49)

    Innerhalb der Mauern wird nur eine reduzierte Auswahl an Entwurfselementen eingesetzt. Überwiegend in Dreier-Kompositionen angeordnet, bestimmen sie den Raum und schaffen eine Atmosphäre der Ruhe und Entspannung. Jedes Element besitzt seine eigene Symbolik, fügt sich jedoch wie selbstverständlich in das Ganze ein.

    Demgegenüber steht der informelle, offene Berggarten mit unterschiedlichen Szenen und geschlungenen Wegen, dominiert von einem Kirschhain. Die Wege sind scheinbar zufällige Windungen.

    Während Blütenpflanzen im „Hortus conclusus“ entsprechend der traditionellen fernöstlichen Gestaltungsphilosophie nur sehr sparsam eingesetzt werden, bildet der weitläufige Kirschblütenhain im Berggarten den bewussten Gegenpol. Ein Innen und Außen, Tradition und Moderne werden hier inszeniert.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Es handelt sich um eine moderne Interpretation des Themas mit zwei gegensätzlichen Gartencharakteren, dem „hortus conclusus“ und dem „bewegten Berggarten“. Dabei liegt der Bergarten außerhalb des eigentlichen Bearbeitungsraumes. Positiv gewertet wird im „hortus conclusus“ die Sparsamkeit der Elemente mit dem hochgesetzten Wassertisch, dem Dreiklang der Elemente und der Ruhe, die ausgestrahlt wird. Die Pflanzung ist fast monochrom grün. Das Umfeld ist heterogen, was einen gewollten Kontrast erzeugt. Der Bergarten ist transparent, bunt und erlebbar. Detaillierte Inhalte im Berggarten werden nur angesprochen und sind noch zu definieren und zu entwickeln. Der Übergang zu „Kur vor Ort“ ist gut gelöst, Wegeanbindungen müssten überarbeitet werden. Das räumliche Grundgerüst ist vorhanden. Elemente wie ein Pavillon könnten aufgesattelt werden. Die Eingangsbereiche sind vorgegeben, wobei die Eingangssituation zur Kranichwiese mit dem Entréecharakter gut gelöst ist.
    Nutzungen durch „Kur vor Ort“ sind möglich. Da das Budget bei der notwendigen Zulieferungen von Natursteinmaterialien überzogen würde, müssen bei den Belägen und Bänken Einsparungen erarbeitet werden. Ca. 50% des Budgets werden für Mauern und Bänke verwendet. Das Budget ist für beide Bereiche auskömmlich. Dieser Entwurf bietet die größte Chance zu einer Anlage mit einem hohen Alleinstellungsmerkmal. Die Gestaltung findet sich im Grugapark (sogar wohl bundesweit) bisher nicht wieder und wird als innovativ und zukunftsweisend gewertet – allerdings besteht erhöhter Erklärungsbedarf den Besuchern gegenüber, die eine klassische Anlage erwarten.


INFO-BOX

Angelegt am 30.04.2012, 10:46
Zuletzt aktualisiert 03.05.2012, 09:53
Beitrags-ID 4-54653
Seitenaufrufe 558