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  • DE-81245 München
  • 05/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-96532)

Paul-Gerhardt-Allee


  • Anerkennung


    Landschaftsarchitekten
    Wamsler Rohloff Wirzmüller FreiRaumArchitekten, Regensburg (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Köstlbacher Miczka Architektur Urbanistik, Regensburg (DE)

    Erläuterungstext
    Städtebauliche Idee

    Im Wettbewerbsgebiet und den angrenzenden Quartieren finden sich keine bestehenden Strukturen, die als Basis einer städtebaulichen Grundidee dienen könnten. Das Areal wird daher als Quartier mit eigenständigen städtebaulichen Grundmustern entwickelt.
    Zentrales Element ist hierbei der große Quartierspark, der das Gebiet gliedert, eine adäquate Freiraumversorgung der einzelnen Entwicklungscluster gewährleistet und zugleich gemeinsam mit dem Grünzug entlang den Bahnlinien einen attraktiven Freiflächenverbund im Gebiet und zum großen Naherholungsraum des Nymphenburger Parks herstellt. Aus der Referenz der großen Durchsichten des Nymphenburger Parks wird dieser Freiraum von weitläufigen Rasenflächen und den begleitenden Baumkulissen geprägt. Ein Wasserband in Kombination mit einem A-Ha dient sowohl als Abgrenzung zu privaten Freiräumen in den Baumhainen als auch der Sammlung und Rückhaltung des anfallenden Oberflächenwassers.
    Bautypologisch gliedert sich das neue Quartier in drei Teilbereiche:
    Entlang der Paul-Gerhardt-Allee nimmt eine kleinteilige Bebauung den im Westen existierenden Maßstab auf. Sie lässt eine stufenweise mittelfristige Entwicklung auf bestehenden Flurstücken zu. Das Quartierszentrum rückt als Entree an die Straße.
    In einem großflächigen Baumhain frei angeordnete Punkthäuser mit bis zu 10 Geschossen bieten hochattraktive Wohnformen mit visuellem Bezug zum Nymphenburger Park in den oberen Etagen.
    Im Osten entsteht mit der Blockrandtypologie eine robuste Baustruktur, die Schallimissionen minimiert und in den Innenhöfen hochwertige gut nutzbare Freiräume anbietet.

    Ausgehend von der bestehenden Berdux- und Peter-Anders-Straße wird das Erschließungssystem flächensparend und logisch nach Süden ergänzt und über eine südlich verlaufende Ost-Westspange nochmals an die Paul-Gerhardt-Allee angeschlossen. Diese Erschließung bietet auch die Option, im Süd-Osten ein Teilstück der Berduxstraße aus dem Haupterschließungsnetz herauszulösen und anderweitig zu nutzen (Spielstraße, Parkierung etc.). Neben den Nord-Süd-Verbindungen im zentralen Park sind es vor allem die in Ost-West-Richtung verlaufenden Fuß- und Radwege, die die einzelnen Cluster des Gebiets verknüpfen und auch die Verbindung zu den übergeordneten Wegen östlich der Gleise herstellen.

    Die Freiräume im neuen Quartier definieren, unterstützen und ergänzen die Baustruktur. Ein großzügiger Baumhain aus Eichen und Kiefern, sowie an den Punkthäusern verstärkt mit Kirschbäumen und Walnüssen definiert den Charakter, bildet den Rahmen und die Grundstruktur für die frei angeordneten Punkthäuser. Er nimmt die gemeinschaftlichen Freiflächen und die notwendigen Infrastruktureinrichtung auf. Ein System aus Plätzen und Grünräumen bietet vielfältige Freiraumnutzungen in der östlichen Blockstruktur. Hier sind auch individuelle Freiraumnutzungen in Bezug zu den ostorientierten erdgeschossigen Wohneinheiten möglich. Entlang der Bahn entwickelt sich ein abwechslungsreicher Grünzug mit Aktivpark und Anschluss an den Nymphenburger Park.
    Eine Orangerie mit Cafe, Flächen für „urban gardening“ in Verbindung mit einer öffentlichen Nutzung der denkmalgeschützten Halle als Jugend- und Kulturzentrum bilden den südlichen Abschluss des zentralen Parks.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser schlagen eine klare städtebauliche Struktur mit einem großzügigen
    diagonalen Park vor. Die Dimensionierung der unterschiedlichen Blockstrukturen mit
    differenzierten Gebäudeteilen und Innenhöfen überzeugen. Der Übergang der orthogonalen
    Blockstruktur zur Pasinger Kurve ist gut gelöst. Im Inneren entsteht dadurch
    ein lärmberuhigter zentraler Park. Allerdings wird eine große Anzahl von Wohnungen
    durch den Lärm der Bahnstrecke belastet.
    Die Gestaltung des Parks mit dem Thema Wasser wird begrüßt, ist jedoch hinsichtlich
    ihrer technischen Umsetzung kritisch zu bewerten. Der Versuch, den Park durch die
    freie Setzung von 7-12 geschossigen Punkthäusern optisch zu erweitern, gelingt.
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