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  • DE-20459 Hamburg
  • 06/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-99316)

Hebebrandquartier in Hamburg-Nord


  • 4. Preis

    kein Bild vorhanden
    Landschaftsarchitekten
    SINAI Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: ppp architekten + stadtplaner, Lübeck (DE), Hamburg (DE)
    Verkehrsplaner: M+O Masuch+Olbrisch Ingenieurgesellschaft mbH, Oststeinbek (DE)

    Erläuterungstext
    Mitarbeit:
    Stephanie Braconnier, Elena Emmerich, Sophie Holz, Maja van der Laan

    Ausgangslage
    Trotz seiner Insellage zwischen der Bürostadt "City Nord" / Stadtpark im Westen und der S- und Güterbahnstrecke im Osten, sowie den stark trennenden Hauptverkehrsstraßen Hebebrandstraße, Ring 2 und Alte Wöhr im Norden bzw. Süden, bildet das durch Kleingartenanlagen genutzte Gebiet bis heute einen wichtigen Erholungsraum für die Menschen in den Stadtteilen Barmbek/ Winterhude und einen wertvollen Rückzugsraum für Flora und Fauna. Wesentliche Ziele des städtebaulichen Entwurfes sind daher eine gute strukturelle Einbindung und Vernetzung mit dem übergeordneten städtischen Kontext und der größtmögliche Erhalt von Freiflächen für private und gemeinschaftliche Nutzungen.

    Leitidee
    Ziel ist die qualitative Verknüpfung von urbanem Wohnen mit unterschiedlichen Formen des privaten und gemeinschaftlichen Gärtnerns zu einem übergeordneten Leitbild einer neuen "Gartenstadt Hebebrand".

    strukturelle Einbindung
    Ausgeformt werden zwei kompakte Quartiere mit klaren räumlichen Kanten, die in der Lage sind, der offenen Stadtlandschaft der City Nord ein raumwirksames Gegenüber zu geben. Das Gewebe der Freiräume und Wegeachsen wird aus vorhandenen Strukturen entwickelt und überspannt bewusst die dominanten Ost-West-Barrieren. Es entsteht ein stadträumliches Kontinuum aus Quartieren, Parks und Gärten, das über Straßen und Schienen hinweg mit den angrenzenden Stadträumen vernetzt wird.
    Am westlichen Rand des Plangebietes wird der vorhandene Grünzug als Park mit Veloroute ausgebaut und verbindet die übergeordneten hochwertigen Grün- und Freizeiträume "Stadtpark" und "Alsterwanderweg" miteinander. Entlang der Bahnstrecke wird ein zweiter in Nord-Süd- Richtung verlaufender Grünzug, der im Süden an die Alte Wöhr und im Norden an die Sengelmannstraße anbindet, ausgebaut.
    Die zentrale Quartiersachse des nördlichen Teilgebietes wird als Verlängerung der historischen Baumallee nördlich der Hebebrandstraße vorgeschlagen und verknüpft somit die ehemalige FH mit dem neuen Quartier. In Ost-West- Richtung wird der nördliche Teilbereich durch zwei "grüne Fugen" gegliedert und mit dem Quartiersplatz als "Gelenk" über das Quartier hinaus an die Umgebung angebunden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Im Norden wie im Süden werden zwei ähnlich kompakte Baugebiete angelegt, die einerseits Gewähr für eine ausreichend große Kleingartenfläche und andererseits für rund 1.500 Wohneinheiten bieten. Während im südlichen Baugebiet die Park-Lane-Straße nach Norden verlängert und so eine Korrespondenz zu dem südlich der Alten Wöhr entstehenden Baugebiet hergestellt wird, erhält das nördliche Baugebiet eine eigene Note und verzichtet auf Übergänge zur City Nord. Der vermittelnde Grünraum ist hier allerdings sehr schmal. Die Eingänge zu beiden Baugebieten erfahren mit ähnlichen Gesten der Höhenakzentuierungen besondere Markierungen.
    Die beiden Quartiersplätze weisen jeweils eine gute Lage und Dimension auf und berücksichtigen die wichtigsten Verbindungen und Verknüpfungen. Hervorzuheben sind auch die schmalen, mit Entwässerungsmulden gestalteten Freiräume, die zusätzliche Verbindungen leisten. Es ist auch herauszustellen, dass in beiden Baugebieten insbesondere über analoge Bautypologien für das autoarme Wohnen Gemeinsamkeiten entwickelt werden. Auch der Versuch, über unterschiedliche Motive von Nutzgärten innerhalb der Baugebiete den Gegensatz der Kleingartenareale und der Baugebiete aufzuheben, ist zu würdigen. Dies wird allerdings sehr stereotyp gehandhabt. Wenn auch die Vorgaben im Wesentlichen Berücksichtigung gefunden haben, gibt es einige Fragezeichen und Kritikpunkte.
    Der Umfang und die Lage des autoarmen Wohnens werden kritisch gesehen. Eine Reduzierung hat ein verändertes Erschließungssystem zur Folge, das zu Lasten von GrünflaÅNchen geht. Auch die Realteilungsmöglichkeiten in den autoarmen Arealen im nördlichen und südlichen Teil sind eingeschränkt.
    Der Verzicht auf die bauliche und funktionale Schwerpunktsetzung an der Hebebrandbrücke wird kontrovers gesehen. Der Bauwagenplatz ist aber in keinem Fall eine Antwort auf die hohe Erschließungsgunst dieses Standortes.
    Das Konzept zeigt für den Raum an der Hebebrandstraße leider auch kein überzeugendes Freiraumkonzept. Die Option der Straßenverbindung in das Areal nördlich der Hebebrandstraße unter Nutzung der vorhandenen Unterführung wird weitgehend verbaut.