loading
  • DE-69215 Dossenheim
  • 05/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-114194)

Freiflächengestaltung Bahnhofsplatz


  • 1. Rang

    Lageplan

    Landschaftsarchitekten
    faktorgruen, Freiburg im Breisgau (DE), Rottweil (DE), Heidelberg (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Martin Schedlbauer

    Mitarbeit
    Marc Seeger, Markus Rötzer

    In Zusammenarbeit mit:
    Visualisierer: draussen. IDEEN IN SICHT, Bodensee (DE)

    Erläuterungstext
    „Willkommen in Dossenheim“

    Zentraler Entwurfsgedanke ist die Schaffung eines einladenden Entrees für Dossenheim. Der Neubau des BSC bildet in Verbindung mit einer Aufwertung oder Neubebauung des Ärztehauses zukünftig eine “Stadttorsituation“ in Richtung des historischen Ortskerns. Ein Raumfilter in Form einer signethaften Treillage entlang der Bundesstraße erzeugt in Verbindung mit der Mobilitätsstation die fehlende Raumkante und bildet die Funktion des Bahnhofsplatzes als „Marktplatz der Mobilität“ ab. Die neue Fahrradstation schafft ein Pendant zur Neubebauung des BSC und spannt einen freien Platz mit Aufenthaltscharakter auf.

    Strukturkonzept – Platzfolge

    Der Bahnhofsplatz reiht sich in die Platzfolge entlang der Achse Hauptraße - Bahnhofstraße ein und fungiert als Gegenpol zum historischen Ortskern im Osten. Er bildet den Eingang in den historischen Ortskern Dossenheims, daher kommt ihm eine zentrale Bedeutung in der Abfolge der Plätze zu. Hier wird Dossenheim als erstes erlebt und wahrgenommen, sowohl vom Autofahrer entlang der B 3 als auch vom ankommenden Besucher aus der Stadtbahn.
    Neben der Hauptachse des steinernen Bandes verknüpft ein weiteres, grünes Band den Bahnhofsplatz über den Raiffeisenplatz mit dem Ortskern. Der hier verdolte Bachlauf wird in Teilbereichen wieder offen gelegt und erlebbar gemacht.

    Fahrradstation

    Die Fahrradstation wird zum prägenden Element auf dem neuen Bahnhofsplatz, und gibt diesem seinen eigenen unverwechselbaren Charakter. Das Gebäude schließt den Raum nach Osten hin ab und verleiht dem Platz eine markante Raumkante. Die Fahrradstation wird als zweigeschossiger Baukörper ausgebildet, eine Rampe führt innerhalb des Gebäudes nach oben und schafft insgesamt Raum für ca. 75 Fahrräder. Als innovatives und zeitgemäßes Angebot können hier auch E-Bikes zum Verleihen angeboten werden, die Ladestation kann problemlos in das Gebäude integriert werden. Zusätzlich könnte noch über ein Angebot zum Thema E-car-sharing nachgedacht werden.
    Die Fassade der Fahrradstation wird in farbigem Glas in unterschiedlichem Tönen ausgebildet, um größtmögliche Transparenz zu erzeugen. Alternativ wäre aus Kostengründen auch eine Ausführung in transparenten und farbig gestalteten Lochblechen denkbar. In Richtung Bahnsteig sorgt ein auskragendes Dach für den Wetterschutz und Unterstand.

    Treillage „Stadtsignet“

    Eine moderne Treillage schafft die fehlende Raumkante zur Bundesstraße hin und fasst den Platz. Sie nimmt die Überdachung des Wartebereiches für die Nutzer der OEG –Bahn auf, in ihrer zeichenhaften Ausbildung bildet sie ein markantes Signet für Dossenheim, sowohl für die ankommenden Besucher mit der Bahn als auch für den Autofahrer auf der B3. Die Materialwahl und Gestaltung erfolgt analog zur Fahrradstation.

    Gestaltungskonzept

    Ein durchgehender und einheitlicher Platzbelag bindet die unterschiedlichen Bereiche zu einem neuen und ablesbaren Bahnhofsplatz zusammen. Die vorhandenen Nutzungen und Funktionen, wie die Erschließungsstraßen sowie die notwendigen Stellplätze werden in den Platz integriert. Durch prägnante und eigenständige Ausstattungselemente erhält der Platz seine Identität und Unverwechselbarkeit.

    Platzbelag

    Als Platzbelag wird in Anlehnung an den für Dossenheim charakteristischen Porphyr-Steinbruch ein Pflasterplattenbelag in Porphyr vorgeschlagen. Die Formatigkeit liegt im Bereich zwischen den herkömmlichen Großpflasterformaten und einem Plattenbelag, in Bahnen mit einer Breite von ca. 25 cm und freien Längen zwischen 25 und 40 cm. Die Oberfläche ist gesägt und geflammt oder feingestockt, dadurch wird eine optimale Begehbarkeit für alle Bevölkerungsgruppen sichergestellt. Der vorgeschlagene Belag verbindet die Vorteile einer großzügigen Platzgestaltung durch Plattenformate mit der Befahrbarkeit für sämtliche Verkehrsarten des Pflasters.

    Brunnen „Porphyr-Steinbruch“

    Ein bodenebener und begehbarer Brunnen bildet ein belebendes und spielerisches Element auf dem Platz und greift das Thema des Steinbruches wieder auf. Er thematisiert die Gewinnung der Porphyrsteine aus dem gewachsenen Felsen. Felsblöcke verteilen sich locker im Wasser, Fontänen sprudeln daraus hervor.

    Ausstattung

    Auch die Ausstattung mit Bänken nimmt das Materialkonzept des Platzes wieder auf. Massive Steinbänke aus Porphyr bilden Linien auf dem Platz und schaffen eine deutliche Zonierung von Geh- und Fahrbereichen. Die Bänke erhalten eine Sitzauflage aus Holz, teilweise ist diese mit Lehnen versehen, insbesondere im Wartebereich der OEG-Haltestelle.

    Erschließung und Parkierung

    Der gesamte Platz wird als verkehrsberuhigter Bereich vorgeschlagen, die Fahrbahnen werden durch beidseitige Rinnen abgesetzt, die zugleich die Entwässerungsfunktion übernehmen. Die baurechtlich notwendigen sowie die privaten Stellplätze werden in den Platzbelag integriert. Die derzeit vorhandenen Park- and Ride-Parkplätze werden östlich in Verlängerung der Beethovenstraße angeboten, weitere Stellplätze befinden sich an der Straße Im Bangert, so dass auch in Zukunft ausreichend Parkplätze in unmittelbarer Bahnhofsnähe vorhanden sind .

    Beleuchtung

    Die Beleuchtung wird zurückhaltend in das Platzkonzept integriert. Der Platz wird durch eine Reihe von schlichten Lichtstelen gerahmt, die Platzkanten werden dadurch betont und die Mitte wird freigehalten von störenden Einbauten. Daneben werden die zentralen Gestaltungselemente wie der Brunnen, die „Stadttreillage“ sowie die Fahrradstation durch eine eigene Beleuchtung inszeniert und bilden Lichtakzente auf dem Platz. Gleichzeitig tragen sie zur zusätzlichen Ausleuchtung bei.

    Info - Leitsystem

    In Anlehnung an die Architektursprache von Fahrradstation und Stadttreillage wird ein Informations- und Leitsystem vorgeschlagen. In ihrer zeichenhaften Ausbildung bilden die Glasstelen markante Skulpturen, diese können entlang der Hautachse immer wieder auftauchen und an den wichtigen Stellen Informationen zu Dossenheim geben.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.

INFO-BOX

Angelegt am 19.07.2012, 14:57
Zuletzt aktualisiert 23.07.2012, 12:00
Beitrags-ID 4-56710
Seitenaufrufe 594