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  • DE-03185 Peitz
  • 08/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-100672)

Seehafen Teichland


  • 2. Preis


    Stadtplaner
    yellow z urbanism architecture, Zürich (CH), Berlin (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Oliver Bormann

    Mitarbeit
    Mario Abel, Simone Risse

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: häfner jiménez betcke jarosch landschaftsarchitektur gmbh, Berlin (DE)

    Preisgeld
    5.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Arbeit 1520
    Die Verfasser schaffen mit ihrem Entwurf, ausgehend von der zukünftigen
    Wasserkante, mit fünf Raumzonen eine klare Gliederung.
    Die durchgehende geschlossene Uferlinie des Ostsees bleibt weitgehend
    unangetastet und bildet von der Wasserseite ein geschlossenes Bild mit dem
    breiten durchgehenden Strand, dem zu erhaltenden Dünenwald und der
    eingebetteten Bebauung.
    Die Vorgaben zur Anbindung an die vorhandene Infrastruktur wurden
    aufgegriffen. Ausgehend von der „Neuen Mitte“ sind die Teilbereiche gut
    erreichbar. Das gewählte System erlaubt eine Realisierung in Schritten.
    Einzelheiten z. B. zur Erschließung der Promenadengrundstücke bleiben aber
    unklar.
    Die „Neue Mitte“ wird als städtisch anmutender weitläufiger Platz strategisch
    richtig am Verbindungsknoten zum Altdorf eingeordnet. Der neue Ortsteil
    am zukünftigen Ostsee ist dadurch mit dem Dorf auf hervorragende Weise
    verbunden. Ausgehend von der ideal platzierten „Neuen Mitte“ im Nordwesten
    ist eine schrittweise Entwicklung in Richtung Südosten möglich. Die räumliche
    Anbindung des Technikparks und der anderen nordwestlich geplanten Nutzungen
    an den neu geschaffenen Platz ist nicht konsequent gelöst.
    Die vorgegebenen Nutzungen sind ausgewiesen. Das „hochwertige Wohnen“
    besitzt nur einen visuellen Bezug zum Wasser, berücksichtigt aber die bereits
    bestehenden Höfe. Die Verortung des Winterlagers bedarf einer Überprüfung.
    Das Hafenbecken, welches nur durch zwei schmale in das Ufer regelrecht
    eingeschnittene Kanäle mit dem See verbunden ist, bildet einen sich nur dem
    neuen Ortsteil zuwendenden „Binnensee“. Der Hafen wendet sich dadurch freilich
    vom Ostsee ab. Die Chance, die weitläufige Wasserfläche in die Inszenierung des
    Hafens einzubinden, wird nicht genutzt.
    Die zu erwartenden erheblichen Schwankungen des Wasserstandes wurden,
    wie die gegebenen Geländeunterschiede berücksichtigt. Das „Höhenproblem“
    wird konsequent innerhalb von Grünflächen, die auch den Charakter der
    Uferpromenade prägen, und das Schaffen von „Topographie“ auf dem die „Neue
    Mitte“ bildenden Platz gelöst. Unterstrichen wird dieses Konzept durch die
    natürlich anmutende Gestaltung des Hafenbeckens.
    Der Hafen bietet durch sein Design ausreichend Schutz gegen Wind und
    Wellen. Die entlang der Seeachse führende Einfahrt ist aus nautischer Sicht zu
    hinterfragen, da sie zwar eine sichere Einfahrt aber kein leichtes Ansteuern des
    Hafens bietet.
    Es wird eine moderne Gestaltsprache der Architektur angeboten, wobei der
    Beitrag die Einzelheiten nicht ausformuliert. Bauformen und -typen werden nur
    ansatzweise dargestellt. Sie orientieren sich aber an dorftypischen kleinteiligen
    Strukturen.
    Die klar angelegte Uferpromenade verbindet die „Neue Mitte“ und die Seeachse.
    Sie setzt sich bewusst in Kontrast zur „naturbelassenen“ Inselseite.
    Das Führen der Seeachse über das Hafenbecken verschafft dieser zentralen
    Verbindung vor ihrem Endpunkt im See ein zusätzliches Erlebnis. Sie
    stimmt facettenreich auf das Erlebnis Ostsee ein. Das dadurch abgegrenzte
    kleine Hafenbecken bildet eine eigene Qualität und schafft Angebote für
    wassergebundene Übernachtungsmöglichkeiten.
    Die Verfasser schaffen mit der klaren Struktur öffentliche Zonen mit einer
    hohen Qualität. Es bedarf freilich zweier Brücken, um die Lösung konsequent
    umzusetzen.
    Die Autoren haben es versäumt, den Hafen und damit den gesamten neuen
    Ortsteil mit dem Ostsee zu verbinden. Es wurde verkannt, dass die Qualität mit
    dieser Beziehung steht und fällt. In der Gesamtsicht ist es den Autoren dennoch
    gelungen, die Aufgabe in hervorragender Weise kreativ umzusetzen.