loading
  • DE-02704 Löbau
  • 09/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-102526)

Neubau eines Gerontopsychatrischen Zentrums (GPZ)


  • Anerkennung

    Patientengarten

    Architekten
    baum - kappler architekten gmbh, Nürnberg (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Andreas Baum

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: ADLER & OLESCH Landschaftsarchitekten GmbH und Stadtplaner, Nürnberg (DE), München (DE)
    Visualisierer: buero4, Dresden (DE)

    Preisgeld
    4.000 EUR

    Erläuterungstext
    Ortsraum
    Der Ortsraum gliedert sich zum einen durch die gewachsene Struktur des Landschaftsparkes mit seiner singulären Bebauung, den Blick- und Grünachsen [Alleen] von Nord nach Süd und Ost nach West sowie die denkmalpflegerische Qualität der bestehenden Einzelgebäude.
    Das Wettbewerbsgrundstück, mit seiner leichten Hanglage nach Südosten, beschreibt ein für das Gesamtareal typisches, von orthogonal angeordneten Straßen umfasstes, Baufeld. Markant ist der wertvolle Baumbestand. Beide Elemente, Hanglage und Baumbestand, bilden den Ausgangspunkt unseres Entwurfes.
    Erschließung
    Die bestehenden Erschließungsstrukturen sollen erhalten, ergänzt und gefördert werden. Die behutsame Wiederherstellung der gründerzeitlichen Strukturen ist das definierte Entwurfsziel.
    Eine Zufahrt von der Bundesstraße mündet auf die bestehenden internen Erschließungsstrukturen. Unter Ausnutzung der bestehenden Höhensituation wird ein Sockelgeschoß mit übergeordneten klinischen Funktionen und der Tagesklinik geschaffen. Die Pflegestationen entwickeln sich auf Höhenniveau des Patientengartens zwischen Neubau und bestehenden Haus 26 mit direktem Zugang zu diesem geschützten Grünraum. Im Bereich des Haupteingangs wird ein großzügiger Vorplatz geschaffen. Wesentlich ist die Schaffung eines Haupteinganges von Südosten, der sowohl das Gerontopsychiatrische Zentrum wie auch die Tagesklinik erschließt. In diesem Bereich werden auch die Behindertenstellplätze, Fahrradparker und Motoradstellplätze verortet. Weitere PKW-Stellplätze sind im Verlauf der östlichen Straße angeordnet und fördern somit die Doppelnutzung auch für gegenüberliegende Gebäude.
    Die fußläufigen Erschließungen werden zum Neubau geführt. Der Patientengarten als, den Pflegepavillons direkt zugeordneter Freibereich, wird mit dem Landschaftspark verknüpft. Somit wird der Neubau in die bestehenden Strukturen des Klinikstandortes aufgenommen.
    Freianlagen
    Die Freianlagen gliedern sich in Innenhöfe bzw. in halboffenen Innenhöfe und den Patientengarten. Der halboffene Innenhof zur Straße erschließt den Neubau mit dem Haupteingang. Durch eine Baum und eine Bank wird der Eingangsinnenhof auch zum Aufenthaltsort.
    Die vier Innenhöfe des Gebäudes können von den Stationen aus betreten werden und bilden mit Holzdecks, kleinkronigen Bäumen und Rasenflächen einen grünen Aufenthaltsraum. An der Ost- und Westseite des Gebäudes sind nochmals geschlossenen Gärten angelagert, welche ebenfalls mit Holzdecks, Bäumen und Rasenflächen einen angenehmen Freibereich auch für die Tagesklinik bilden.
    Der Therapiegarten liegt zwischen dem Neubau und dem Bestandsgebäude. In die großzügige Rasenfläche zwischen den Gebäuden legt sich die Gestaltung der Freiflächen. Vom Neubau aus wird der Garten über einen weiteren halben Innenhof erschlossen. Ein befestigter Weg bildet eine direkte fußläufige Verbindung zum Bestandsgebäude. Ein teilweise baumüberstandener Rundweg mit Aufenthaltsplätzen bildet das gestalterische Hauptelement des Therapiegartens. Die Plätze sind mit Sitzgruppen ausgestattet, welche so angeordnet werden, dass kommunikative Bereiche durch Gruppenbildung aber auch Rückzugsbereiche geschaffen werden. Die ruhige Gestaltung legt sich sanft über die topographischen Gegebenheiten.

    Gebäudekonzept
    Abgeleitet aus den landschaftlichen Gegebenheiten und der topografischen Höhenentwicklung wird das Erdgeschoß [1.Pflegeebene] des Neubaus auf 285 m ü.NN, auf Niveau des Patientengarten, angeordnet. Das bestehende Gelände überfließt den Sockelbereich. Dieser öffnet sich mit tagesbelichteten Raumnutzungen nach Süden und Osten bzw. zu abgeschirmten Patientengärten. Die intensiv begrünte Dachebene der Innenhöfe wird als abgeschirmter Patientengarten im Herzen der Stationen entwickelt, der den Pflegebereichen im 1. und 2.Obergeschoß direkt zugeordnet ist.
    Das Gebäude wird östlich über den Vorplatz und das Haupttreppenhaus mit Aufzug zentral erschlossen. Der vorgelagerte Allgemeinflur verbindet Ebenen übergreifend Haupteingangsbereich und Patientengarten. An diesen Bereich lagert sich die Haupterschließungsmagistrale für Patienten und Besucher an, die die angelagerten Funktionsbereiche der Untersuchung / Behandlung im Sockelgeschoß von Nord nach Süd, sowie die Tagesklinik und den Bereich EKT Behandlung erschließt. Die Tagepflegeeinrichtungen werden auf kurzem Wege vom Haupteingang erschlossen. Es besteht die Möglichkeit, den Eingang der Tagesklinik zu separieren bzw. zeitlich versetzt zu nutzen. Die Tagesklinik entwickelt sich mit den Aufenthaltsbereichen nach Süden. Diesen vorgelagert ist ein ruhiger Innenhof mit Terrasse und Wasserfläche. Stützpunkt und Funktionsräume befinden sich im Stationszentrum , unter Beachtung kurzer Wegeführungen für Personal.
    Die zentralen Aufnahmebereiche, die Notfallbehandlung sowie der klinische Arztdienst befinden sich in Nähe des Haupteingangs. Im Sockelgeschoß wird für alle Funktionsbereiche durch eingeschnittene Lichthöfe Tageslicht angeboten.

    Wesentlich für die Struktur der Pflegebereiche ist ebenfalls der direkte Tageslichtbezug sowie die Übersichtlichkeit für das Personal. Die Stützpunkte befinden sich zentral innerhalb der Stationen mit direkter Zuordnung der Funktionsräume. Die Stationen sind in 2 Wohngruppen gegliedert, alle Pflegezimmer orientieren sich zum Landschaftsraum, Nebenräume zu den Innenhöfen. Somit werden gegenüberliegende Patientenzimmer vermieden. Die Baukörper gliedern sich nach den massstäblichen Vorgaben des Gesamtensembles. Die Raumspangen werden 1 hüftig entwickelt, die Flurbereiche werden somit zu hochwertigen Aufenthaltszonen. Der Speise- und Aufenthaltsraum bildet das Herzstück der Station und ist direkt dem Wohngruppeninnenhof zugeordnet. Somit wird die Station nach Nutzungsintensität in ruhigere und belebtere Zonen gegliedert.

    Gestaltung
    Bedingt durch das umzusetzende Raumprogramm und die zur Verfügung stehende Grundstücksfläche haben wir das Hauptaugenmerk auf die massstäbliche Einordnung und Gliederung des Baukörpers gelegt. Die maximal zusammenhängenden Fassaden sind kleiner 25m, die Gliederung erfolgt über Innenhöfe.
    Die Materialität der umgebenden Bebauung wird aufgenommen und neu interpretiert. Der gelbe Klinker ist das prägende Material. Die Oberfläche wird durch 2 Klinkerformate profiliert. Es ergibt sich eine Korbgeflecht ähnliche Struktur mit interessanten Licht- und Schattenwirkung. Patientenzimmer erhalten großformatige Holzfenster als Festverglasung, um dem Sicherheitsaspekt der geschlossenen Stationen Rechnung zu tragen. Im Bereich von Öffnungsflügeln ist die Klinkerschale, durch Entfall jedes 2. Steins, perforiert. Gleiches gilt für die Abschirmung von Außenbereichen, z.B. der Loggien im Obergeschoß. Alle verglasten Fassadenbereiche verfügen über einen außenliegenden Sonnenschutz. Dieser ist in den horizontalen, geschoßtrennenden Sichtbetonfertigteilen integriert, die den Baukörper horizontal gliedern.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    liegt nicht vor.