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  • DE-38440 Wolfsburg
  • 09/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-103071)

Erweiterungsbau und Neustrukturierung des Hauses A der Berufsbildenden Schulen


  • Ankauf


    Architekten
    Architekten BDA Feldschnieders + Kister, Bremen (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Gasse|Schumacher|Schramm, Paderborn (DE), Bremen (DE)

    Erläuterungstext
    Landschaftsplanung

    Der in die Jahre gekommene Bestand wird geprägt von einer eher zweckmäßigen
    Architektur sowie von funktionalen Freiräumen welche jedoch die gewünschte
    Aufenthaltsqualität vermissen lassen. Der geschlossene Gebäuderiegel bewirkt die
    Isolierung der innenliegenden Flächen vom Rest des Viertels, sodass eine Interaktion
    der Räume unterbunden wird. Künftig sollen insbesondere drei Zuwegungen
    die Vernetzung des Quartiersplatzes sicherstellen. Dazu werden die bestehenden
    Zugänge in Seiler- und Tischlerstraße umgestaltet sowie der neu geschaffene
    Durchgang im Erweiterungsbau in das Freiraumkonzept integriert. Für den Entwurf
    ergeben sich daraus folgende Kernbereiche, der Hauptzugang an der Heinrich-
    Nordhoff-Straße, der repräsentative Vorplatz am Schachtweg sowie der zentrale
    Quartiersplatz. Da langfristig unter dem geplanten Quartiersplatz eine Tiefgarage
    entstehen soll, macht es aus gegenwärtiger Sicht wenig Sinn den Platz mit kostenintensiven u. festen Einbauten auszustatten.

    Vor diesem Hintergrund wurde Wert auf eine leichte bewegliche Ausstattung gelegt,
    die auch nach Realisierung der Tiefgarage wieder aufgestellt und weiter genutzt
    werden kann. Als wesentliches Grundelement fungiert die „Cargo-Box“.
    Hergestellt aus einem Metallrahmen und Fassadenplatten bietet die Box einzeln, als
    Gruppe oder als Zeile arrangiert schier endlose Optionen zur individuellen Raumkomposition. Die angebotenen Grundfunktionen der Box sind beliebig erweiterbar
    und können benutzerspezifisch adaptiert werden. Sie bieten beispielsweise Raum
    für Entspannung und Aufenthalt, dienen als Veranstaltungsort oder werden als mediale
    Projektionsflächen für den Austausch von Wissen und Information zwischen
    Bildungseinrichtung, Quartier und Wirtschaftsunternehmen genutzt.
    Die ebenfalls beweglichen Sitzelemente kurz „Big-Bags“ greifen diesen Entwurfsgedanken
    auf und ergänzen die Interpretations- u. Kombinationsmöglichkeiten der
    „Cargo-Box“. An der Heinrich-Nordhoff-Straße bildet ein Element aus übereinandergestapelten „Cargo-Boxen“ ein weithin sichtbares und für das Quartier identitätsstiftendes Raumzeichen. In diesem Bereich wurden die die störenden Dächer an den Eingängen zu Tor 17 zurückgebaut und durch leichte Glas/Metall-Konstruktionen
    ersetzt.

    Die benachbarten Freibereiche wurden großzügig geräumt und geben den Blick auf
    den Neubau sowie auf den angelegten Vorplatz frei. Die Pflasterung angelehnt an
    einen Strichcode sowie die Sitzelemente „Wirtschaft“, „Verwaltung“ u. „Gesundheit“
    nehmen Bezug auf die Themenkomplexe und Berufsfelder der Bildungseinrichtung
    und unterstreichen durch hochwertige Materialien den repräsentativen Charakter
    des Vorplatzes. Die Grundidee für die Bepflanzung in Form von linsenförmigen
    Grünflächen basiert auf der Wiederbelebung der letzten vorhandenen Grünfläche im
    Pausenhof.

    Diese bildet den Impuls für die anderen Grünflächen die sich wellenartig aus dem
    Innenhof heraus in die angrenzenden Straßenbereiche bewegen. Durch Form,
    Bepflanzung und Bodenmodellierung der Grünflächen werden die Räume so strukturiert,
    gegliedert und betont, dass die für einen Quartiersplatz benötigte Aufenthaltsqualität
    geschaffen wird.

    Entwurfskonzept und städtebauliche Einbindung

    Der bestehende Mittelbau der Haus A mit Haus B verbindet wird zunächst abgebaut.
    An seine Stelle tritt der neue Erweiterungsbau für die BBS I.
    Da die Belichtung des ursprünglichen Foyers von Haus A durch den Rücksprung
    der Fassade unzureichend war, werden die beiden Häuser durch eine gemeinsame
    Fassade miteinander verbunden. Es entsteht ein gemeinsamer Sockel und eine
    einheitliche Erdgeschosszone für Haus A und den Neubau. Ein neuer Haupteingang
    und die neue Mitte der Schule werden definiert.
    Auf diesem Sockel stehen nun die beiden Gebäude – eigenständig und doch miteinander
    verbunden. Dabei orientiert sich der Anbau an der Kubatur und Fassade des
    Altbaus, so dass städtebaulich ein harmonisches Ensemble entsteht.
    Die gleichzeitige Trennung und Verbindung der beiden Häuser wird durch eine Glasfuge
    gelöst, die als Übergang fungiert und zudem in jedem Geschoss Aufenthaltsbereiche
    für Schüler und Lehrer bereitstellt.

    Erschließung und Funktionsanordnung

    Die Erschließung erfolgt durch zwei Treppenkerne sowie einen Aufzug. Die bestehende
    Treppe in Haus A entspricht nicht mehr den aktuellen Brandschutzbestimmungen und
    wird durch eine neue Treppe ersetzt. Ein weiterer Kern befindet sich im süd-östlichen
    Teil des Gebäudes und bildet mit seiner Glasfassade das Gegengewicht zur Verbindungsfuge im nördlichen Teil. Des weiteren wird im 2. und 3. Obergeschoss an Haus B mittels eines Verbindungsganges angebunden.
    Das Erdgeschoss ist der Treff- und Angelpunkt der Schule. Mit Caféteria, Forum, Internetcafé und freien Arbeitsplätzen wird es zum öffentlichen, freien Bereich des Hauses.
    Alt- und Neubau verschmelzen zu einem Raum und können nicht mehr voneinander
    unterschieden werden. Die Caféteria als Treffpunkt, wird nach oben durch einen Luftraum
    akzentuiert und kann im Sommer rückseitig zum Schulhof hin erweitert werden.
    Der kompakte Baukörper erlaubt es die vorgegebenen Raumzusammenhänge in jedem
    Geschoss zu erfüllen. Dabei zieht sich die Raumstruktur effizient durch alle Geschosse
    nach oben hin durch. Der Verwaltungstrakt im ersten Obergeschoss befindet sich im
    Neubau; der erweiterte Lehrerbereich im Altbau. Es folgen die Berufsfachschule Bürodienstleistungen im 2. OG, die Berufsfachschule allgemein im 3. OG und die Berufsfachschule Handel im 4. OG. Alle Trakte werden durch einen Mittelflur erschlossen, der nordseitig in Aufenthaltsbereichen mündet und von der Südseite belichtet wird.

    Material- und Farbkonzept

    Die Schule soll ein seriöser und gleichzeitig freundlicher Ort mit einer offenen Atmosphäre
    werden. Zu diesem Zweck wurden größere oder wichtigere Räume auch
    nach innen verglast. Wände und Decken werden in hellem Sichtbeton ausgeführt, die
    verglasten Räume erhalten gemäß Farbkonzept farbige Scheiben um Akzente zu setzen
    und Orientierungspunkte zu schaffen. Das Farb- und Materialkonzept wird sowohl in
    der Fassade als auch in den beiden Treppenkernen fortgeführt. Das Haupttreppenhaus
    erhält eine Sichtbetonhülle mit einer farbigen Treppe, das Nebentreppenhaus
    umgekehrt eine farbige Hülle mit einer Sichtbetontreppe. Die Fassade setzt sich aus
    horizontalen Betonbändern, Glas und chronisch zulaufenden Paneelen aus eloxiertem
    Aluminium zusammen, welche sich nach Innen durchdrücken.

    Konstruktion und energetisches Konzept

    Der Neubau wird in Stahlbetonbauweise errichtet. Eine drei-Scheiben-Verglasung sowie
    die effizient gedämmten Paneele garantieren den zu erreichenden Passiv-Haus-Standard.
    Als aussen liegender Sonnenschutz werden Aluminium-Raffstores eingesetzt.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.