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  • DE-88662 Überlingen
  • 10/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-108845)

Landesgartenschau Überlingen 2020


  • 2. Preis


    Landschaftsarchitekten
    faktorgruen, Freiburg im Breisgau (DE), Rottweil (DE), Heidelberg (DE), Stuttgart (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Stadtplaner: K9 ARCHITEKTEN Borgards.Lösch.Piribauer, Freiburg im Breisgau (DE)
    Visualisierer: draussen. IDEEN IN SICHT, Bodensee (DE)

    Erläuterungstext
    Landesgartenschau Überlingen 2020 – „Sonne des Südens“

    Gesamtkonzept
    Im Rahmen der Landesgartenschau besteht für Überlingen die einmalige Gelegenheit, ihre Wasserkante neu zu ordnen und zu definieren. Dabei entsteht ein durchgehendes Gestal-tungskonzept, angefangen vom Stadteingang im Westen bis hin zum Mantelhafen im Osten. Die vorhandenen Einrichtungen und Anlagen wie z.B. das Westbad, die Therme, der Kurpark sowie der Badpark werden in das Konzept einbezogen. Die ""Via del Sol"", ein Wegeband in einer einheitlichen und durchgängigen Gestaltungssprache, verknüpft die einzelnen Bereiche miteinander. An städtebaulich wichtigen Punkten entstehen markante Platzbereiche, angefangen von der Sylvester-Kapelle im Westen über den neuen Platz am Pflanzenhaus, dem Bahnhofsplatz, den zentralen Landungsplatz, dem Bereich des Mantelhafens bis hin zum Abschluss und Übergang in Richtung Ostbad und Yachthafen.
    Das Band gliedert sich dabei in Zonen unterschiedlicher Gestaltungsintensität, angefangen im Westen mit einer weichen Ufergestaltung und fließenden Übergängen zum Wasser bis hin zur Altstadt mit einer urban geprägten Kante zum See.
    Die „"Via del Sol"“ besteht aus einem robusten und markanten Wegeband aus Ortbeton, be-gleitet durch Mauern, Treppen und Stufen und Sitzbänken aus dem gleichen Material. Es entstehen jeweils ganz unterschiedliche und individuelle Situationen im Kontakt von Land und Wasser, von Stadt und See. Im Bereich der historischen Altstadt wird die Uferpromenade der "Via del Sol" über die vorhandenen Häfen mit den historischen Grabenanlagen verknüpft.

    Uferpark West
    Der Uferpark wird als ruhiger, grüner Bürgerpark verstanden und dient als Liegewiese mit freiem, ungestörtem Zugang zum Wasser. Das Uferband der "Via del Sol" bildet den Über-gang zwischen dem Park und dem See. Ein durchgängiger Promenadenweg stellt die schnelle Verbindung her und nimmt auch den Radweg auf, zum See hin bietet eine tieferlie-gende Ebene Raum zum Liegen, einzelne Treppen erlauben den direkten Zugang zum Was-ser. Der Park wird zur Straße hin leicht überhöht, es entsteht ein Sichtschutz der die vorbei-fahrenden Autos ausblendet und den Blick auf die Molassefelsen lenkt und inszeniert. Gleichzeitig erlauben die so entstehenden leicht geneigten Liegeflächen einen ungestörten Blick auf den See. Durch den artifiziellen Charakter des Parks wird seine Entstehung als künstliche Aufschüttung im Rahmen des Ausbaus der Stollen thematisiert. Einzelne niedrige Pflanzflächen gliedern den Park und bilden in Verbindung mit locker eingestreuten Bäumen den Rücken zur Straße.
    Am Schwerpunkt des neuen Parks entsteht mit dem Pflanzenhaus in Form einer Orangerie mit Gastronomie und Freiterrasse ein neues Entree für Überlingen. Von hier wird ein groß-zügiger Zugang zum See mit breiten Sitzstufen angeboten.
    Die Sylvester-Kapelle bildet den westlichen Abschluss des Promenadenbandes unter behut-samer Einbeziehung der historischen Bestandssituation und erhält ein neues Vorfeld.

    Pflanzenhaus/Limonaria
    Das Pflanzenhaus stellt sich als langgestreckter, transluzenter Kubus dar, der durch seine Lage an der Bahnhofstraße eine markante Stelle der Stadteinfahrt bildet. Die Hülle besteht aus großformatigen Milchglasscheiben, so dass die exotischen Pflanzen sowohl von der Straßen- als auch der Uferseite aus erahnt werden können und das Interesse der Besucher geweckt wird. In der Gestaltung ordnet sich das Café dem Thema des Landschaftsparks unter, das Dach wird als begrüntes Band weitergeführt und fügt sich an den konträr ausfor-mulierten Kubus an. Das Pflanzenhaus wird über zwei Eingänge erschlossen, die durch einen Rundweg miteinander verbunden sind. Durch die öffenbaren Elemente zwischen Café und Pflanzenhaus wird eine direkte Verbindung ermöglicht und dadurch die Nutzungsmög-lichkeiten ergänzt. Die weit auskragende Überdachung des Cafés schafft einen geschützten Sitzbereich im Freien mit Ausblick über die Promenade auf den See. Zusätzliche Dachein-schnitte ermöglichen eine ausreichende natürliche Belichtung im Café. In Verbindung mit dem ganzjährig genutzten Café bildet das Pflanzenhaus auch im Sommer einen kulturellen Anziehungspunkt für Besucher.
    Variante Campingplatz
    In der Variante "Erhalt des Campingplatzes" wird das Promenadenband der "Via del Sol" entlang des Seeufers fortgeführt. Durch den Höhenversprung von ca. 1,30 m entsteht eine vom Campingplatz deutlich abgesetzte öffentliche Zone, die den Übergang zum See herstellt und zum Flanieren, Sitzen und Verweilen einlädt.

    Mantelhafen
    Die historische Bedeutung des Mantelhafens als Endpunkt des Grabensystems wird unter Beibehaltung der geschützten Mauern wieder herausgearbeitet und deutlich gemacht. Der Stadtboden wird platzartig bis an die Hafenmauern herangeführt, vorgeschlagen wird ein warmer, gelblich-beiger Natursteinbelag als Großsteinpflaster mit gesägter und feingestockter Oberfläche. Dadurch wird sowohl eine gute Begehbarkeit als auch die Befahrbarkeit mit PKW und Lieferverkehr gewährleistet. Die Schanzenanlage erhält nach Osten hin eine neue Raumkante in Form einer Mauer mit Rampen- und Treppenaufgängen und wird wieder ab-lesbar gemacht. Als Belag wird eine durchgehende wassergebundene Decke vorgeschlagen, locker mit Bäumen überstellt unter Einbeziehung des vorhandenen Baumbestandes. Die Fläche bietet sich zum Treffen und Boule-Spielen an, kleine Spielpunkte bilden Angebote für alle Generationen und Altersgruppen. Der Kopf wird als Aussichtspunkt inszeniert und mit einer Brüstungsmauer versehen. Das Band der "Via del Sol" bezieht den Mantelhafen in die Gesamtuferkonzeption mit ein.

    Uferpromenade Bereich Altstadt
    Im Bereich der Altstadt erhält die "Via del Sol" einen urbanen, steinernen Charakter. Der Stadtboden des Natursteinpflasters wird bis an die Uferkante herangeführt, das Promena-denband aus Beton bildet in Form von Treppen, Mauern und Sitzstufen den Übergang zum Wasser. Blühende Staudenbänder begleiten die Uferpromenade, die vorhandenen Bäume werden in das Band integriert.

    Ausstellungskonzept
    Im Rahmen der Ausstellung wird die besondere Lage von Überlingen mit seiner einzigartigen Altstadt und den Befestigungsanlagen herausgearbeitet und thematisiert. Die Besucher kön-nen mittels eines Shuttle-Bootes zwischen den einzelnen Ausstellungsschwerpunkten pen-deln. Die Fahrt auf dem See wird zur Attraktion und zu einem Erlebnismoment, gleichzeitig können die Wasserlabors auf dem See einbezogen und angesteuert werden.
    Drei Themenbereiche bilden die inhaltliche Programmatik der Ausstellung: Die gärtnerischen Ausstellungen mit Schwerpunkt im eingezäunten Bereich sowie entlang der Promenade, die schwimmenden Ausstellungsinseln in Form von Wasserlabors auf dem See, sie vermitteln Einblicke in das Leben in und um den Bodensee, sowie die Lern- und Erlebnisboxen entlang der historischen Anlagen. Diese machen die Geschichten sowie die Geschichten der Stadt erlebbar. Die Inhalte der gärtnerischen Ausstellungen drehen sich um die regionalen Themen Weinbau, Obst und Handel mit Getreide als historische Grundlagen der Stadtentwicklung Überlingens. Die Grundsätze der Citta Slow finden sich in der Präsentation regionaler Produkte sowie in der Einbeziehung der vorhandenen Gastronomie wieder.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.