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  • DE-07703 Jena
  • 10/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-108004)

Neugestaltung Ernst-Abbe-Platz


  • 2. Preis

    Nachtperspektive - Ernst-Abbe-Platz

    Lichtplaner
    DAY & LIGHT LICHTPLANUNG, München (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Stefan Vetter, Frank Vetter

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh, München (DE)

    Preisgeld
    10.200 EUR

    Erläuterungstext
    Jena – Ernst-Abbe-Platz - Lichtkonzept

    Die Beleuchtung auf dem Ernst-Abbe-Platz schafft eine angenehme Atmosphäre mit einem lockeren Licht- und Schattenspiel. LED-Strahler mit einer warmen Lichtfarbe an frei positionierten Leuchtenmasten schaffen helle Zonen und Akzente. Baumkronen und Teile der Sitzdecks werden punktuell angestrahlt, wodurch der Material-Charakter der Holzdecks zur Geltung kommt und gleichermaßen eine lauschige Atmosphäre durch die Verschattung der Bäume entsteht.
    Die Sitzdecks werden durch eine Unterleuchtung mit blauer Lichtfarbe in Szene gesetzt und prägen dezent die Lichtidentität des Ortes.
    Die Skulpturen auf dem Platz werden durch eine engstrahlende Lichtverteilung von den Leuchtenmasten aus hervorgehoben, um somit die Plastizität der Form zur Geltung zu bringen.
    An den Zugängen des Platzes steigert sich die Lichtintensität, um die Wegeführung und Orientierung zu verbessern.
    Entlang der Tramlinie wird der gleiche Leuchtentyp mit einer optimierten Lichtverteilung eingesetzt, um die Verkehrsfläche gleichmäßig auszuleuchten.
    Alle Strahler werden mit direkt strahlender LED-Technik ausgestattet. Somit wird eine wirtschaftliche Beleuchtung geschaffen und Lichtsmog weitestgehend vermieden.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Der Entwurf überrascht durch zwei Anmutugen: eine reliefartige Flächenstruktur und ein Baumdach aus Feldahorn, dass sich darüber ausbreitet. Dadurch wird ein eindrucksvoller Kontrast zur Umgebungsbebauung hergestellt.

    Die Platzoberfläche ist klar strukturiert und reliefartig sanft modelliert. Es entstehen interessante Teilräume, ohne die großzügige Gesamtfläche zu stören.

    Die Autoren schaffen es, den Raum zu gliedern und gleichzeitig in einer Einheit zusammenzufassen. Positiv hervorzuheben ist, dass die Teilräume eine variable Nutzung zulassen. Insbesondere die von Dauerschatten betroffenen Räume entlang der Goethe Galerie werden durch das Konzept sehr gut aufgenommen und integriert.

    Die Straßenbahnlinie ist sinnfällig in das Relief einbezogen. Die angeschliffenen Flächen aus großen, mit Kalksteineinstreuung versehenen Betonplatten stellt eine Beziehung zu dem ehemaligen Werkhof dar. Die helle Farbe des Belags wirkt sich günstig auf das Mikroklima aus. Die Gestaltung nimmt die vielfältigen Wegebeziehungen zwischen den Gebäuden und Zugängen auf und betont die an den niedrigsten topografischen Linien liegenden Laufrichtungen. Die Geländemodellierung begünstigt eine gute Entwässerungsführung.

    Die Stella-Skulpturen finden vor den Baumgruppen eine freizügige Aufstellung: Sie werden in einen natürlichen Kontext gesetzt und können so ihr Selbstverständnis besser entfalten. Durch die geneigte glatte Oberfläche, den natürlichen Hintergrund und die Art ihrer Aufstellung wirken sie sehr gut inszeniert.

    Die Möblierung in Form von Sitz- und Liegedecks ist stimmig an den Reliefkanten angeordnet. Das Angebot von Fahrradabstellplätzen ist deutlich zu gering.

    Der als Baum vorgesehene Feldahorn kommt dem Platzkonzept durch seinen bizarren Wuchs, seine Höhenausbildung und seine Wachstumseigenschaften entgegen.

    Das Lichtkonzept ist funktional ausgelegt, es kann allerdings der übrigen Gestaltungsqualität nicht folgen. Von der Unterleuchtung der Sitz- und Liegedecks wird deutlich abgeraten.

    Die Befahrbarkeit des Platzes ist deutlich eingeschränkt.

    Die Tiefgarageneingänge werden durch filigrane Stabgeländer in ihrer Wirkung deutlich
    zurückgenommen.

    Der Entwurf vereint die vielfältigen Nutzungsansprüche an den Platz mit einer neuen
    charakteristischen Qualität und Atmosphäre.