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  • 2. Preis

    Modellfoto

    Landschaftsarchitekten
    arbos Freiraumplanung GmbH, Hamburg (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Peter Köster Verkehrsplanung: GRI, Berlin Bodo Fuhrmann Modellbau: Ralf Pawlitzky, Berlin

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: Winking · Froh Architekten GmbH, Berlin (DE), Hamburg (DE)

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht


    Dreiklang

    Erläuterungen
    Ziel unserer Planung für die Kurfürstenanlage, die als ehemalige Gleisanlage und heutiges Behördenzentrum eine Barriere und offene Naht darstellt, ist das Zusammenführen der Stadt.

    Sowohl durch die Ausbildung einer feinkörnigen städtebaulichen Verdichtung, als auch durch die Schaffung von dimensionalen Freiräumen werden die angrenzenden Quartiere konsequent miteinander vernetzt.

    Die Städtebauliche Struktur sieht eine Kette aus sieben Baufeldern vor.
    Ihr Charakter orientiert sich an der Altstadt mit ihren Nord-Süd Gassen ebenso wie an den Blockstrukturen der gründerzeitlichen Quartiere der Weststadt im Süden und an den Solitären Bergheims nördlich der Kurfürstenanlage.

    Die Bahnhofstraße wird zurück gebaut und erhält durch eine neue 5-geschossige traufständige Bebauung ein für das Quartier typisches Profil. Von hier führen Gassen und zwei großzügige Plätze auf die Kurfürstenanlage, in den Park und hinunter zum Neckar.

    Die Kurfürstenanlage wird in ihrem östlichen Teil als innerstädtischer repräsentativer Straßenraum ausgebildet. Die Bauflucht der neuen 5-geschossigen Bebauung orientiert sich bewusst nicht an den Bestandsgebäuden im Osten sondern springt zurück, um einen attraktiven Eingang in die Stadt zu bilden. Im Westen wird die Mittelachse als grüne Promenade gestärkt.

    Der Römerkreis mit seiner heute schon stadtbildprägenden elliptischen Form wird zugunsten der stadträumlichen Ausformung leicht gedreht und zum reinen Kreisel modifiziert ohne an Kapazität einzubüßen. Seine Weitläufigkeit bildet den Auftakt und das Thema der Bebauung der Kurfürstenanlage.

    Die „Römerterrassen“ bilden ein kaskadenförmiges Eingangsbauwerk. Mit dem neuen Wasserbassin des Römerkreises im Vordergrund und dem Gaisberg im Hintergrund interpretiert es morphologisch den „Heidelberger Dreiklang“ von Fluss, Berg und Stadt. Hier könnte ein „Welcome-Center“ Gäste der Stadt empfangen. Die Terrassen sind über Außentreppen öffentlich zugänglich und werden mit Wein berankt.

    Die Höfe werden durch eine kleinteilige gemischte Nutzung gebildet. Entlang der Kurfürstenanlage entstehen differenzierte fünfgeschossige Geschäftshäuser für Büros und Ladennutzung im Erdgeschoss. Die Gassen erhalten eine reine Wohnnutzung in Form von viergeschossigen, abgestaffelten „Townhouses“. An der Bahnhofstraße sind fünfgeschossige Wohnhäuser geplant. In den Erdgeschossen sind weitere Ladenflächen, Büros oder Gastronomie möglich. Die Höfe werden „mühlenförmig durch Tordurchgänge geöffnet.
    Die Mühlenform findet sich auch in der Höhendifferenzierung der Bauten als Spiel zwischen offener und geschlossener Bauweise wieder.

    Das Behördenzentrum wird konsequent überplant. Die vorgeschlagenen drei mittleren Geschaftshäuser an der Kurfürstenanlage könnten als Ersatzflächen dienen, indem die Gebäude durch das Überbrücken der Gassen untereinander verbunden werden. Der Solitär auf dem östlich gelegenen Platz könnte das Gericht aufnehmen.

    Das Verkehrskonzept basiert auf den Vorgaben des vorhandenen und geplanten ÖPNV. Die Trassen auf der Kurfürstenanlage erhalten ein Rasenbett. Die Bahnhofstraße wird als Anwohnerstraße konzipiert und erhält einseitig zwischen den geplanten Baumstandorten Senkrechtstellplätze.
    Die Goethestraße wird durch das Quartier an die Kurfürstenanlage geführt. Die Kurfürstenanlage erhält an den beiden Haltestellen und den Plätzen Fußgängerüberwege.
    Die Nord-Süd Verbindungen werden in Form von Gassen und Strassen hergestellt. Die Straßenräume erhalten oberirdische Stellplätze, während die Gassen verkehrsberuhigt sind.

    Der ruhende Verkehr wird dezentral und blockweise in Tiefgaragen angeordnet. Eine Tiefgarage unter den „Römerterrassen“ im Westen und unter dem östlichen Platz ersetzten die Stellplätze des heutigen Parkhauses.

    Die öffentlichen Räume werden zu charakteristischen Orten umgebaut, die neben der Neubebauung das zukünftige Gesicht der Kurfürstenanlage prägen werden.

    Der Römerkreisel wird zum attraktiven Wasserplatz in der Stadt. So wie in Rom die Piazza Navona ab dem 17. Jahrhundert im Sommer geflutet wurde, so wird der Römerkreis im Zentrum als Wasserplatz ausgebildet. Die Straßenbahnen fahren über die großzügige Wasserfläche, eine Attraktion, die sicher jedem Besucher der Stadt in Erinnerung bleiben wird. Auf seiner Ostseite werden 36 Sprinklerstangen aufgestellt, die durch eine Induktionsschleife nach jeder Straßenbahndurchfahrt in Gang gesetzt werden.

    Die Kurfürstenanlage wird im Westen zur „Rambla“. Das breite Mittelband zwischen den beiden Fahrbahnen wird von zwei Platanenalleen gesäumt. Zwischen den beiden Alleen wird eine Promenade mit kleinen Cafes oder Kiosken angelegt. Die Kioske werden jeweils an den Enden der zweigeteilten Anlage positioniert, so dass zwischen Ihnen ein lang gezogener Raum aufgespannt wird. Die Lindenpromenade verbindet den Bahnhof mit dem neuen Quartier an der Kurfürstenanlage.

    Zwei Stadtplätze werden durch den Rhythmus der Baublöcke im neuen Quartier an der Kurfürstenanlage geformt. Um den Charakter der beiden Plätze als wichtige Verbindungen zwischen Bergheim und der Weststadt zum Ausdruck zu bringen, werden Fibonacci-Bänder in den Abständen der Fibonacci-Zahlen auf dem Platz in Ost-West-Richtung verlegt. Die sich vergrößernden Abstände werden auf beiden Plätzen gegenläufig angeordnet, um die die Verbindung in beide Richtungen zu betonen. Auf dem westlichen Fibonacciplatz werden über den Plattenbändern 7 Blauglockenbäume (Paulownia tomentosa) gepflanzt. Auf dem östlichen Fibonacciplatz werden 7 Trompetenbäume (Catalpa bignoides) gepflanzt. Dem Solitärbaukörper wird auf der Südseite eine leicht angehobene Terrasse aus großen Natursteinplatten vorgelagert. Durch die Südexposition wird diese Stadtterrasse bald zum idealen Ort der Außengastronomie werden. Beide Baumarten werden durch ihre auffällig großen Blätter und die intensive Blüte den Plätzen ein unverwechselbares Gesicht geben.

    Die Platanenallee an der Kurfürstenanlage und an der Bahnhofsstraße wird im Bereich der Fibonacci-Plätze unterbrochen, um die stadträumlichen Bezüge zwischen den Stadtteilen zu stärken.