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  • 1. Preis


    Architekten
    KSP Jürgen Engel Architekten, Frankfurt am Main (DE), München (DE), Berlin (DE), Braunschweig (DE), Beijing (CN) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Tragwerksplaner: imagine structure GmbH, Frankfurt am Main (DE), Köln (DE)
    TGA-Fachplaner, Bauphysiker, Energieplaner: Pfeil & Koch ingenieurgesellschaft GmbH & Co. KG, Stuttgart (DE), Köln (DE)

    Erläuterungstext
    Der Entwurf von KSP Jürgen Engel Architekten sieht vor, das bestehende Schul-Ensemble um 3 Gebäude zu ergänzen. Das Gymnasium Thusneldastraße wird um folgende Gebäude erweitert:
    - ein Klassen- und Verwaltungsriegel mit Dreifachsporthalle
    - eine Mensa und Räume für den Ganztagsbereich
    Das Berufskolleg Deutzer Freiheit erhält folgende Erweiterung:
    - Einfeldsporthalle

    Die vorgesehenen Maßnahmen sollen das Schulgelände städtebaulich neu ordnen und hochwertige Aufenthaltsqualitäten schaffen. Alle Erweiterungsbauten werden gemäß der Energieleitlinie der Stadt Köln als Passivhaus errichtet. Jürgen Engel, Architekt, beschreibt die Qualitäten des Entwurfs wie folgt: „Städtebaulich sollten sich die neuen Erweiterungsbauten in das vorhandene Schul-Ensemble harmonisch einordnen. Architektonisch aber sollen es individuelle Häuser sein, welche die unterschiedlichen Aspekte einer zeitgemäßen Schule zu einer konstruktiv und formal schlüssigen Lösung zusammenführen.“

    Klassen- und Verwaltungsriegel mit Dreifachsporthalle
    Ein 3-geschossiger, kompakter Riegel schirmt das Schulgelände gegenüber der Straße ab. Er beherbergt verschiedene Klassen- und Werkräume und den Lehrer- und Verwaltungsbereich im 1. Obergeschoss. Um einfache Abläufe und möglichst kurze Wege zu gewährleisten ist der Erweiterungsbau in allen drei Obergeschossen an den Bestand angebunden.
    Unter dem 3-geschossigen Klassen- und Verwaltungsriegel befindet sich eine Dreifachsporthalle, die über das Erdgeschoss barrierefrei zugänglich ist und um ein Geschoss ins Erdreich abgesenkt ist. Die Absenkung ermöglicht, das große Hallengebäude städtebaulich gut auf dem Schulgelände zu integrieren. Die Dreifachsporthalle wird über ein Fensterband entlang der Ostfassade natürlich belichtet, so dass sich ein heller, freundlicher Raumeindruck ergibt. Das Dach der Sporthalle ist begehbar und wird als Erweiterung des Pausenhofes und des Schulgartens genutzt.

    Mensa und Räume für den Ganztagsbereich
    Um die Eigenständigkeit des neuen Ganztagsbereichs zu unterstreichen, wird dieser in einem 2-geschossigen Baukörper zusammengefasst – losgelöst von den übrigen Teilen der Schule. Die Mensa im Erdgeschoss kann im Sommer bei Bedarf auf den Schulhof erweitert werden. Die Aufenthaltsräume befinden sich im Obergeschoss.

    Hofbereich und Außenraum
    Durch die Anordnung der neuen Gebäude wird eine Hofsituation geschaffen. Der Hof wird in unterschiedliche Bereiche gegliedert und erhält unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten: Bewegungsflächen, eine „grüne Nische“ als Rückzugsort und rund um die Platane soll ein „Kommunikationshof“ mit Bänken zum Verweilen geschaffen werden.

    Fassade und Materialien
    Für die Fassadenflächen ist ein heller Ziegel vorgesehen. Das beständige Material verleiht der Schule einen freundlichen und ruhigen Eindruck. Große, versetzt angeordnete Fenster sorgen für eine optimale und natürliche Belichtung der Klassenräume. Die Fenster werden mit farbigen Laibungen akzentuiert. Die Mensa ist ebenfalls mit Ziegel verkleidet, der jedoch in einem anderen Mauerverband verarbeitet wird. Durch diesen feinen Unterschied sind die Gebäude zwar klar als zusammengehörig zu erkennen, differenzieren sich aber entsprechend ihrer unterschiedlichen Nutzungen voneinander.

    Einfeldsporthalle für das Berufskolleg Deutzer Freiheit
    Das Berufskolleg Deutzer Freiheit soll ebenfalls durch einen Neubau, einer Einfeldsporthalle, erweitert werden. Die Halle ist als Holzbaukonstruktion konzipiert. In Anlehnung an den Bestand wird für die Fassade Ziegel und Gussglas vorgeschlagen. Die einfache und klare Form stellt damit eine neue Interpretation der vorhandenen Halle des Berufskollegs dar.

    Energiekonzept Passivhausschule
    Grundvoraussetzung des Konzepts ist die Minimierung des Energiebedarfs. Auf eine „wärmebrückenfreie“ Konstruktion der thermischen Hülle sowie auf eine kompaktes A/V-Verhältnis wurde daher besonders geachtet. Das Energiekonzept setzt konsequent auf Energiesparmaßnahmen durch die Gebäudehülle kombiniert mit reduzierter und hocheffizienter Anlagentechnik. Um äußeren Lasten entgegenzuwirken, kommt daher ein außenliegender Sonnenschutz zum Einsatz. Die Wärmeversorgung erfolgt über das Fernwärmenetz der Stadt Köln mit einem sehr guten Primärenergiefaktor. Neben der Errichtung der Erweiterungsbauten im Passivhausstandard besteht der Wunsch nach einer energetischen Ertüchtigung und nach einer Generalinstandsetzung der zu erhaltenden Gebäude.


    Daten
    Projekt: Erweiterung des Gymnasiums Thusneldastraße, Köln
    Bauherr: Gebäudewirtschaft der Stadt Köln
    Architekt: KSP Jürgen Engel Architekten, Köln
    Tragwerk: Imagine Structure GmbH, Frankfurt/Köln
    TGA: Pfeil & Koch GmbH, Köln
    BGF: 8.070m² (Schule inkl. Dreifachhalle) / 875m² (Einfachhalle)
    Wettbewerb: 11/2012, 1. Preis

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.