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  • AT-1082 Wien
  • 11/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-90179)

Nordbahnhof Nordbahnstraße-Innstraße


  • 1. Preis


    Architekten
    StudioVlayStreeruwitz ZT-GMBH, Wien (AT), Graz (AT) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Agence Ter, Karlsruhe (DE), Paris (FR), Barcelona (ES)
    Verkehrsplaner: TRAFFIX Verkehrsplanung GmbH, Wien (AT)

    Erläuterungstext
    Bernd Vlay und Lina Streeruwitz

    FREIE MITTE – VIELSEITIGER RAND

    Die beeindruckende Offenheit des Nordbahnhofareals wird als zukünftiger Mehrwert für die umliegenden Viertel des 2. und 20. Bezirks gesehen. Anstatt das Areal zuzubauen, soll es als unverwechselbarer Freiraum der Stadt zurückgegeben werden. Damit wird gleichzeitig eine übergeordnete Identität für die Stadt formuliert: Volksgarten, Donauinsel, die zukünftige grüne Mitte am Nordwestbahnhof und der zentrale Parkraum des Nordbahnhofs bilden ein Archipel grüner Inseln, deren unterschiedliche Qualitäten höchste innerstädtische Lebensqualität garantieren.

    Um diesen Freiraum zu ermöglichen, konzentriert sich die gesamte bauliche Entwicklung an den Rändern des Areals und vermittelt als durchlässige Parkkante zwischen der bestehenden Stadtstruktur und dem neuen Freiraum. Seine Großzügigkeit und Weite bettet den Bahndamm in die weitgehend ruderale Parklandschaft ein, welche die bestehende Topographie aufgreift und mit ihren klaren Weglinien für eine einfache Orientierung und Einbindung in die Umgebung sorgt.

    Die konsequente Anordnung der Bebauung an den Rändern ermöglicht eine drastische Reduktion der für die Entwicklung notwendigen Erschließungsanlagen: alle Baufelder liegen an bereits bestehenden Straßen! Neue Straßen für den motorisierten Verkehr sind mit Ausnahme der bereits vorgesehenen Unterquerung der Taborstraße nicht vorgesehen. Zufahrten auf die Bauplätze werden im Zuge der Bebauung miterrichtet, der Park selbst ist mit Rad- und Fußwegen „sanft“ durchwegt.
    Damit formuliert das Projekt eine zukunftsweisende Strategie für eine Stadtentwicklung, die Ressourcen schont, indem sie gleichzeitig Mehrwert generiert: gerade die Ersparnis bei den öffentlichen Investitionen ermöglicht den für die innere Stadterweiterung so notwendige Freiraum.

    Die Bebauung selbst gliedert sich in 8 Teilbereiche, die hinsichtlich Typologie, Höhenentwicklung und Nutzungsspektrum auf die dahinterliegende Quartierssituation Bezug nehmen und den Übergang zum Park vielfältig gestalten. Die insgesamt 7 Hochpunkte liegen ausnahmslos an der Innenseite zum Park und sind von den bestehenden Straßen abgerückt. Jedenfalls begünstigt die erhöhte Dichte und exzellente Lage – alle Baugebiete liegen am Park - die Belebung der Erdgeschoßzone, während die Dachflächen als quartiersbezogene Freiräume zusätzliche Aufenthaltsqualität bieten.

    Stadtmilieus mit bestimmten atmosphärischen und programmatischen Qualitäten charakterisieren die einzelnen Teilbereiche, um Unverwechselbarkeit bei gleichzeitiger Offenheit hinsichtlich des strategischen Spielraums in der baulichen Festlegung zu erzielen: anstatt vordefinierter Bauvolumen soll ein strukturelles Regelwerk eine produktive Konkretisierung des Projektes in den folgenden Planungsphasen ermöglichen. Der Schulcampus am Kreuzungspunkt von Taborstraße und Bruno-Marek-Allee vernetzt das Quartier über die Grenze des Bahndamms hinweg, und schafft Potenzial für urbane Entwicklungen in diesem von Wohnbau geprägten Gebiet.

    Gerade über das Aufgreifen vorhandener Potenziale zeigt das Projekt auf, wie die wesentlichen, meist in Widerspruch stehenden Qualitäten heutiger Stadtentwicklung miteinander versöhnt werden können: Verdichtung und Freiraum, Ökonomie und Mehrwert, Identität und Offenheit.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.