loading
  • CH Igis
  • 10/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-129323)

Erneuerung und Erweiterung Schulanlage Igis


  • 1. Preis


    Tragwerksplaner
    EiSat GmbH, Eisenloffel, Sattler + Partner, Berlin (DE) Büroprofil

    In Zusammenarbeit mit:
    Architekten: moeller raupach architekten, Berlin (DE)
    Landschaftsarchitekten: bbz landschaftsarchitekten, Berlin (DE), Freiburg (DE), Bern (CH)
    TGA-Fachplaner: Beag Engineering AG, Winterthur (CH)

    Preisgeld
    20.000 EUR

    Erläuterungstext
    Liegt nicht vor.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die bestehende Schulanlage kann mit dem Abbruch des Gebäudes aus den 80er Jahren und die Anordnung von zwei verschieden grossen Neubauten als Campus weitergebaut und auf überzeugende Weise vervollständigt werden. Es entstehen angemessene und differenzierte Aussenräume, wie der Pausenplatz, der Allwetterplatz und der geschützte Gartenplatz des Kindergartens, welche in einer sinnvollen Raumfolge miteinander verbunden sind.
    Durch die klare geometrische Zuordnung der Neubauten zum Bau der 60er Jahre, weist das alte Schulhaus als einziges Gebäude eine eigene Geometrie auf, was seinen Charakter als besonderer Einzelbau mit eigenem Vorplatz im Sinne der Denkmalpflege angemessen hervorhebt und stärkt. Der kleinere Neubau im Osten des Areals vermag zudem auf elegante Weise zum Massstab der angrenzenden Wohnbauten überzuleiten.

    Die Nutzungsverteilung der Neubauten ist grundsätzlich gut gewählt und die räumlichen Anordnungen sorfältig gestaltet. Während die Klassen- und Haupträume die Ecklagen mit einer zweiseitigen Befensterung belegen, sind die kleineren Gruppen- und Nebenräume dazwischen angemessen angeordnet und nur mit einer Fensterseite ausgestattet. Ausser der guten Proportionierung der einzelnen Räume sind die differenzierten Erschliessungsräume hervorzuheben, welche auf die Hanglage schön abgestimmt sind und gute, charaktervolle Innenräume erzeugen.

    Ebenso sind der Hauptzugang vom nördlichen Pausenplatz, wie die weiteren Zuganssituationen sinnvoll angeordnet, Hingegen fehlen erkennbare, klare Bereiche der Garderoben, die vor den Klassenzimmern angeordnet sein sollten.

    Um auf die verschiedenen Anforderungen an die Konstruktion differenziert zu antworten, wird eine hybride baustruktur gewählt. Alle Tragwände und Decken der Erschliessungsräume sind in Sichtbeton ausgebildet, erfüllen den Brandschutz und leisten die Aussteifung. Die Klassenräume und die Fassade hingegen sind in reiner Holzelementbauweise konstruiert und vorgefertigt, was einen effizienten Bauablauf und eine kurze Bauzeit ermöglicht und Vorteile in der Nachhaltigkeit ergibt.

    Die Erscheinung der Neubauten wird durch umgehende Brüstungen sowie den Wechsel von Lochöffnung und tragenden Wandbereichen gut gegliedert und geprägt. Die Absicht, die Formate der Holzelemente durch Leisten erkennbar zu lassen und die in der Ebene differenzierte Ausbildung der Fenster schafft eine willkommene Verfeinerung von Nahem. Durch die vorgesehene Vorvergrauung der Holzverkleidung werden nicht nur die Holzelemente der Obergeschosse an den Beton der Sockelbereiche angeglichen. Dank der zurückhaltenden Farbgebung der Holzkonstruktion kann ein ausgewogener Bezug zu den bestehenden Bauten geschaffen und das gesamte Ensemble gestärkt werden, ohne die Eigenständigkeit der Neubauten preiszugeben. Einzig der Verlauf des Sockels des kleineren Neubaus kann nicht ganz überzeugen.

    Durch die Kompaktheit der baukörper und die sinnvoll gegliederte und klare Gebäudekonstruktion kann das Projekt als nachhaltig und wirtschaftlich eingestuft werden.

    Das Projekt kann gute Aussenräume, charaktervolle Innenräume und eine eigenständige, rücksichtsvolle Erscheinung erzeugen und so die Schulanlage angemessen erweitern. Es zeigt insgesamt auf allen Ebenen verständliche und überzeugende Ansätze.