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  • DE-70376 Stuttgart
  • 10/2012
  • Ergebnis
  • (ID 2-129606)

Städtebauliche Neuordnung Quartier Lübecker Straße


  • Gewinner

    Lageplan

    Architekten
    Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Anthony Carimando, Jan Gienau

    Erläuterungstext
    Ziel der städtebaulichen Entwicklungsplanung für das neue Quartier „Lübecker Straße“ ist es, im Kontext der angrenzenden Bebauung Bestand und Neuplanung zu arrondieren und im Stadtteil „Hallschlag“ im Rahmen der Neuordnung den Charakter des Wohnens im Park aufzunehmen und weiter zu entwickeln.
    Die Neuordnung ermöglicht eine städtebauliche Definition, Akzentuierung des Quartieres nach Westen zur Straße „Hallschlag“, schafft klare öffentliche Räume als Quartiersplätze, neue Mittelpunkte der Siedlungsstruktur und ermöglicht Verknüpfungen, Vernetzungen bestehender Wegestrukturen, Nutzungsstrukturen zwischen den zu erhaltenden Wohngebäuden und den Neubauten.
    Der, den Ort prägenden Baumbestand wird in die Gesamtkonzeption integriert, bzw. durch Neupflanzungen ergänzt. Entlang der Rostocker Straße bildet vom Hattinger Platz im Süden bis zur Gutenbergschule im Norden eine Grünzäsur mit öffentlichen Einrichtungen, Nutzungen mit der bestehenden Kinder- und Jugendeinrichtung „Dracheninsel“, dem Bolzplatz und der neuen Kindertagesstätte eine Anbindung an das bestehende Wohngebiet.

    Im Bereich der Lübecker Straße entsteht eine Platzsituation, die in das neue Quartier einleitet und gleichzeitig ein attraktives Vorfeld, ein Adresse für die neue Kindertagesstätte formuliert.
    Die Gebäudestellung, Ausrichtung und die Grundrissorganisation reagieren auf die angrenzenden Lärmsituationen und schaffen einen ruhigen, geschützten Quartiersinnenbereich.
    Zwei Quartiersplätze, die in das übergeordnete Wegenetz eingebunden sind definieren klar den öffentlichen Raum als Treffpunkt, Kommunikationsort. Aufenthaltszonen, Spielflächen und Sitzmöglichkeiten unterstreichen diesen Mittelpunktscharakter der neuen Plätze.
    Die Orientierung und Ausrichtung der neuen Gebäude entwickelt sich, der vorhandenen Topografie entsprechend über Wohnterrassen von Nord nach Süd. Alle Gebäude, Wohnungen sind durchgängig barrierefrei erschlossen. Die zugeordneten Gartensituationen sind alle ebenerdig angebunden.

    Die gewählten Gartenterrassen schaffen klar definierte private Grundstücksbereiche, die durch ihre Höhendifferenzierung ein hohes Maß an Privatheit gewährleisten. Alle Wohnungen orientieren sich in diese Gartenzonen und sind Süd bzw. Süd/Ost Süd/West ausgerichtet.
    Die Zugänge, Eingangssituationen in die Gebäude sind ebenerdig angebunden, es entstehen attraktive Vorbereiche, Adressen für die Wohngebäude, denen die Fahrradstellplätze und Müllstandorte direkt zugeordnet sind.

    Durch die klare Zonierung von privaten und öffentlichem Raum entstehen sowohl öffentliche Platzbereiche als auch für die gewählte Quartiersstruktur wichtige, geschützte private Gartenzonen, die den parkartigen Eindruck der Siedlung fortführen, den Baumbestand in Teilbereichen einbinden und durch Neupflanzungen den gewünschten Charakter ergänzen.
    Der III-IV-geschossigen Bebauung mit flach geneigten Satteldächern sind auf den Süd- und Westseiten als Übergangszone in die Gartenbereiche Balkone, Loggien vorgelagert.
    Das geplante Wohnungsgemenge von 2-Zi-Wohnung bis zur 4-Zi-Wohnung ermöglicht differenzierte Wohnformen, von der Single-Wohnung bis hin zum Familienwohnen, von barrierefreien Seniorenwohnungen bis hin zu Mehrgenerationenkonzepten. In allen Gebäuden sind mögliche Aufzüge geplant, die sich je nach Wunsch des Bauherren realisieren lassen.
    Die Dachgeschosse werden, mit Ausnahme des Gebäudes an der Straße Hallschlag nicht genutzt, sodass ruhige Dachflächen entstehen, die dem vorhandenen Gebietscharakter entsprechen und über die Architektursprache Bindeglied von Bestandsbebauung und Neubauten darstellen.
    Alle durch die Nutzung privaten Stellplätze sind in Tiefgaragen vorgesehen, die der Topografie entsprechend von Süden erschlossen werden. Jedes Gebäude ist direkt an diese Tiefgaragen angeschlossen.
    Die Erschließung des Quartiers wird als verkehrsberuhigter Bereich, langfristig auch als Mischverkehrsfläche denkbar, vorgeschlagen und wird für Müll- bzw. Einsatzfahrzeuge als Ringstraße entwickelt. Die öffentlichen Stellplätze sind im Südwesten bzw. im Bereich der Kita über diese Wohnstraße angebunden. Durch die geplante Umgestaltung des vorhandenen Straßenraumes entsteht ein attraktives öffentliches Vorfeld für die neuen Wohngebäude. Fußgänger, Fahrradfahrer und PKW als gleichberechtigte Teilnehmer innerhalb des Wohnquartiers.

    Die Quartiersplätze sind vom Verkehr freigehalten, sodass hochwertige Aufenthaltsbereiche entstehen können. Die Vernetzung der Plätze über eine durchgehende Wegespange von Nord nach Süd schafft Synergien, verknüpft in die angrenzende Bestandsbebauung.
    Die neue Kindertagesstätte ist als zweigeschossiger Neubau unter den Baumkronen in den Park integriert und ergänzt die vorhandenen Nutzungen im Umfeld.
    Die neue städtebauliche Entwicklung im nordwestlichen Bereich des Hallschlags lässt sich in unabhängigen Bauabschnitten realisieren, erhält die Erschließungsstruktur, berücksichtigt vorhandene Leitungstrassen und bindet behutsam in die vorhandene Topografie ein.
    Mit dem neuen Quartier besteht die Möglichkeit eine Revitalisierung des Umfeldes und einer Verknüpfung von Bestand- und Neuplanung zu einem Ganzen.

    Beurteilung durch das Preisgericht
    Liegt nicht vor.