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  • DE-79787 Lauchringen
  • 01/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-119723)

Riedpark


  • 2. Preis

    Lageplan

    Architekten
    LEHEN drei Architektur Stadtplanung, Stuttgart (DE) Büroprofil

    Verfasser
    Matthias Schuster , Martin Feketics

    Mitarbeit
    Katharina Heinel, Markus Nominaniuk

    Preisgeld
    14.500 EUR

    Erläuterungstext
    Die Idee: Lebendige Mitte, vielfältige Nachbarschaften, kleinräumliche Verflechtung

    Mit dem Neuen Riedpark entsteht in der geographischen Mitte von Lauchringen ein zentraler Ort mit attraktiver Nutzungsmischung, breitem Wohnungsangebot, hochwertigen Freiraumbezügen, städtebauliche Vernetzung mit dem Bestand und einer markanten Erscheinung.

    Städtebau
    Die städtebauliche Konzeption des Neuen Riedparks folgt fünf Zielsetzungen:
    - Vermittlung zwischen der großmaßstäblichen und heterogenen Struktur des
    Gewerbegebiets Ried und der aufgelockerten Siedlungsbebauung westlich des
    Gewanns Hinterhag

    - Gliederung des Gesamtgebiets in charakteristische und maßstäbliche Teilbereiche mit
    gemischt genutztem „Marktplatz“ an der Bundesstraße und zwei Wohnnachbarschaften
    mit unterschiedlicher Prägung

    - Weiterentwicklung der historischen Grünzäsur in ein grünes Band, das sich durch das
    Gebiet zieht, eine Verbindung zwischen den Gebieten nördlich der Bahn und südlich der
    Bundesstraße ermöglicht und einen natürlichen Puffer zum Gewerbegebiet „Ried“ schafft

    - Ausbildung einer deutlichen Präsenz der Gemeinde Lauchringen an der zukünftigen
    zentralen Ortsstraße (nach Realisierung der Umgehungsstraße)

    - Der „neue Markt“ als verbindendes Glied zwischen den beiden Ortszentren im Westen
    und Osten durch Einweben in die Wegestrukturen mit stadträumlicher Akzentuierung

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Den Verfassern gelingt es, das Wohngebiet im Westen und den großflächigen Einzelhandel im Osten über das neue Gebiet RIEDPARK auf unspektakuläre Weise zu verknüpfen. So entsteht an der jetzigen B 34 eine angemessene Vorzone, die Einzelhandel bedient und zugleich Entree in die kleine neue Siedlung ist. An die westliche Rückseite des Möbelmarktes wird eng angeschlossen, gleichweit von der B37 zurückgesetzt. So wird eine Kette von Einzelhandel gebildet, die nun räumliche Qualität verspricht und zugleich diesem speziellen Einzelhandelsstandort angemessene Größen anbietet.

    Die Wohnsiedlung selbst ist unspektakulär, unaufgeregt im positiven Sinne. Entlang der Zufahrt von der neuen Riedstraße liegen wohlsituiert Familienzentrum und Kindergarten an gut gesetzten Verknüpfungspunkten. Ein sogenanntes grünes Band bildet eine Fuge zum großflächigen Gewerbe im Osten, als einziger öffentlicher Freiraum ist er leider auch von dieser seiner Aufgabe als Abstandsgrün geprägt. Der Kennwert von 24% Anteil öffentlicher Freiraum am Bruttobauland ist u.U. deswegen wenig offensichtlich.

    Die innere Erschließung des Wohngebietes agiert quasi autonom, was den Nachteil einer Doppelerschließung bzw. -Belastung der Randgrundstücke hat. Die Wirtschaftlichkeit der Erschließung ist dennoch gegeben. Die städtebaulichen Bezüge nach Westen zum Wohngebiet werden auf kleine untergeordnete Wege beschränkt, sie könnten weitaus kräftiger angelegt sein. Nur im Bereich des Kindergartens wird deutlich eine Verknüpfung angestrebt.

    Der Entwurf ist äußerst flexibel und in Abschnitten realisierbar. Er ist macht vieles richtig und bietet sicher ein angenehmes Wohnumfeld. Andererseits bietet er wenig signifikante öffentliche Räume, er ist fast banal zu nennen. Das ist für Wohnen nicht das Schlechteste, Wohnen braucht keine spektakulären Aufgeregtheiten. Als neue LAUCHRINGER MITTE, wie es die Verfasser selbst in Anspruch nehmen, sind es jedoch nur zwei Häuser an der B37 mit einem ihnen angemessenen Vorfeld. Ob das reicht, um als neuer Ort, der beide Ortsteile Lauchringens verklammert, auch wahrgenommen zu werden, wird jedoch bezweifelt.