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  • DE-79787 Lauchringen
  • 01/2013
  • Ergebnis
  • (ID 2-119723)

Riedpark


  • 3. Preis


    Architekten
    Hähnig + Gemmeke Freie Architekten BDA, Tübingen (DE) Büroprofil

    Mitarbeit
    Anthony Carimando, Jan Gienau

    In Zusammenarbeit mit:
    Landschaftsarchitekten: Stefan Fromm Landschaftsarchitekten, Dettenhausen (DE)

    Preisgeld
    9.000 EUR

    Erläuterungstext
    Leitidee der städtebaulichen Entwicklung im Riedpark ist es, stadträumlich und nutzungs-konzeptionell den Zusammenschluss der beiden Ortsteile Unter- und Oberlauchringen in dem Neuordnungskonzept aufzuzeigen.
    Mit dem städtebaulichen Entwurf besteht die einmalige Möglichkeit, den Gedanken der „Neuen Mitte“ von Lauchringen nicht nur geometrisch sondern auch im Kontext der angrenzenden Nachbarschaften räumlich, gestalterisch umzusetzen.
    Bestehendes Rathaus, Schule, Sporthalle, das bestehende Gewerbegebiet „Ried“ und die Wohnbebauung am Dr.-Konrad-Adenauer-Ring werden zu einem Gesamtkonzept, über eine neue zentrale Platzsituation räumlich funktional verknüpft. Mit Fertigstellung der Umgehungsstraße und Rückstufung der Bundesstraße kann die geplante Platzsituation in der neuen Mitte initiale Planungsidee für eine langfristige stadträumliche Veränderung hin zu einem belebten innerörtlichen Straßenraum aufzeigen.
    Unter Berücksichtigung der vorhandenen Nutzungen entstehen klare Zonierungen von öffentlichen und privaten Grundstücksbereichen.
    Die bestehende Wohnbebauung am Dr.-Konrad-Adenauer-Ring wird nach Osten mit punktartigen Gebäudesolitären arrondiert und verzahnt sich mit dem geplanten Grünzug.

    Der von Nord nach Süd, vom Landschaftsraum bis zum neuen Platz verlaufende, öffentliche Grünzug mit Spielflächen, Aufenthaltszonen und Retentionsflächen für das Niederschlagswasser bildet raumgliedernd die zentrale Grünspange. Diese nimmt bestehende Wegeverbindungen auf, entwickelt diese weiter und bindet das bestehende Fuß- und Radwegenetz in die Gesamtstruktur ein. Ein Steg für Fuß- und Radweg in den nördlichen angrenzenden Landschaftsraum wird optional angeboten.
    Der zentrale Platzbereich an der Klettgau-Straße ist klar durch Quartiersstrukturen gefasst. Das bestehende Seniorenzentrum mit möglicher Erweiterung wird in diese Situation einbezogen und das neue „Haus am Platz“ bildet einen markanten baulichen Akzent auf dem Platz. Zu diesem hin orientiert öffnen sich die Läden, Geschäftsflächen, öffentliche Nutzungen, ein Café, Büros und Praxen. Durch die flächige Überbauung eines Quartiers im Erdgeschoss werden gewünschte großflächige Ladenflächen ermöglicht, die ihre Adresse zum Platz hin haben. Die neue Mitte bietet attraktive Aufenthaltsbereiche, einen Brunnenstandort, die Platzlinde und die den Platz belebende öffentliche Nutzungen an.

    Netzartig werden Wegeverbindungen zum Rathaus, zum Schul- und Sportzentrum sowie zum zentralen Grünzug am Platz zusammengeführt.
    Südlich der neuen Haupterschließung über die Riedstraße entsteht ein Quartier für das Familienzentrum und die Kindergartengruppen. Direkt an den zentralen Grünzug angebunden entstehen Nutzungssynergien zwischen den Freiflächen und den Spielbereichen.
    Neben den Mischnutzungen wie Büros, Praxen, Läden etc. entstehen in den Obergeschossen zusätzliche innerörtliche Wohnflächen die sich zu den geplanten grünen, ruhigen Innenhofsituationen orientieren.
    Nördlich der Riedstraße werden über eine Ringerschließung unterschiedliche Gebäude- und Wohnungstypologien erschlossen. Vom Geschosswohnungsbau, gereihten Wohn-formen bis hin zu Duplexhäusern werden unterschiedlichen Konzepte angeboten.


    Diese Vielfältigkeit ermöglicht hohe Wohnqualitäten für Familien, Mehrgenerationenwohnen, Singlewohnen und barrierefreie, betreute Wohnformen. Die robuste städtebauliche Grundstruktur als flexibler Rahmen und die Möglichkeit auf entstehende Entwicklungen in der zukünftigen Bauherren-, Nutzerstruktur zu reagieren.
    Alle Gebäude sind Süd bzw. West ausgerichtet und sind direkt über Wohnstraßen, verkehrsberuhigte Bereiche erschlossen.

    Die Geschossigkeit, Dichte und Körnung gewährleistet ein hochwertiges Wohnumfeld im Kontext zu dem bestehenden Wohngebiet.
    Die Riedstraße wird nicht zum Dr.-Konrad-Adenauer-Ring durchgesteckt, sondern erschließt über zwei Ringstraßen den südlichen bzw. nördlichen Teil des Riedparks.
    Für Rettungsfahrzeuge, Feuerwehr, Müll kann der Kurzschluss zum bestehenden
    Dr.-Konrad-Adenauer-Ring angeboten werden. Im Osten entsteht zu der neuen Haupterschließungsstraße ein räumlicher Abstand, der als öffentliche Grünfläche für Retentionsmulden und Versickerungsflächen vorgeschlagen wird. Zum, im Osten angrenzenden Erweiterungsbau des Möbelhauses entsteht eine klare Raumkante, die dem neuen Platz eine angemessene Proportion und Größe gibt.
    Die erforderlichen Stellplätze sind in, den Gebäuden und Quartieren direkt zugeordneten Tiefgaragen geplant. Somit ist eine durchgängige barrierefreie Erschließung der Neubebauung gegeben. Ergänzend zu der geplanten Nahwärmeversorgung besteht in dem Neu-baugebiet die Möglichkeit für regenerative Energiekonzepte, wie Photovoltaikanlagen, Solarthermie etc., so dass Niedrigenergiekonzepte, Passivhäuser und Plus-Energiehäuser bei Bedarf entwickelt werden können.

    Mit der städtebaulichen Entwicklung und dem zentralen Platz entsteht neben den historischen Ortszentren eine neue stadträumliche Mitte von Lauchringen. Durch diese Entwicklung auf dem Riedpark wird ein erster Stadtbaustein realisiert, der im Bereich Klettgau-Straße (Bundesstraße) eine langfristige, nachhaltige Veränderung anstößt.

    Beurteilung durch das Preisgericht

    Die Verfasser haben die Sicht fürs Ganze:
    Wutachtal, Schule, Rathaus, Plangebiet und zukünftiges Entwicklungsgebiet werden richtig in Zusammenhang gestellt und verknüpft. Das Layout für den eigentlichen Planungsbereich überzeugt durch Einfachheit und Schlichte.
    Lage und Führung von Erschließung und Freiräumen ergeben ein System von öffentlichen Räumen, die sowohl sehr funktionsgerecht sind als auch hohe Gestaltqualität erwarten lassen können. Straßen, Wege und Grünbereiche werden zur selbstverständlichen, notwendigen, brauchbaren und sozial besetzbaren Komponente.

    Der vorgeschlagene Abstand der Bebauung zur zukünftigen Riedstraße unter der Bahn hindurch dient sowohl der Wohnqualität als auch ökologischen Aspekten (Retention).

    Umgekehrt dient das Heranrücken an das „Dick“-Areal sowohl dessen räumlicher Fassung am Parkplatz als auch dem vorgeschlagenen Freiraum als Rückgrat im westlichen Bereich. Dessen etwas großzügigere Dimension wäre wünschenswert.

    Der vorgeschlagene Platz ist im Kontext zur Bebauung und den EG-Nutzungen prinzipiell gut, das eingestellte „Platzhaus“ richtig und sinnvoll, die Dimensionen des Raumes passend.

    Die flächen- und materialmäßige Einbeziehung der ehemaligen Bundesstraße ist sicher nicht ausgeschlossen, muss aber auch geprüft werden.

    Sowohl die vorgeschlagene Gebäudestruktur als auch die Gebäudetypen ergeben eine interessante Mischung, die attraktiv sein kann und zur Umgebung passt, zugleich aber auch eigene Identität bildet.

    Vermisst werden Angaben zu Garagenzufahrten, sie sind aber systemisch möglich.

    Die Arbeit bietet eine einfache und stabile Struktur, die jedoch zugleich die notwendige Flexibilität zulässt.

    Die Realisierung ist leicht in Abschnitten möglich, die Erstellung öffentlicher Erschließungen zugleich wirtschaftlich.